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Seeräuberfest in Unterwössen

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Unterwössen. Am Faschingssamstag wird Unterwössen wieder rund 1000 Jahre zurückversetzt. Geschätzte 400 Mitwirkende werden wieder beim Traditionellen Wössner Seeräuberspiel mitmachen. Das sagte Seeräuber-Vorstand Michael Frank in der Mitgliederversammlung in der Unterwössner Gaststätte zum Kamin. Das Seeräuberfest erinnert an die Zeit der Burgen im Achental wie Rettenburg, Streichen oder Hohenstein. An die Zeit, als einfallende Ungarn besiegt und zu Frondiensten gezwungen wurden.


Die Vorbereitungen für dieses Fest am 1. März 2014 bestimmten die Arbeit im Vorstand und in den Gruppen. Von fünf Vorstandssitzungen berichtete Vorstand Frank, teilweise unter Mitwirkung von Ortsvereinen. Im Juni standen mehrere Gewandproben für die Chinesen und Seeräuber an.

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Rechtzeitig zum großen Fest hat Viktor Knosala die neue Homepage des Vereins fertiggestellt.

Bei der derzeitigen Ausstellung im Schusterhof Bergen wird auch dem Seeräuberspiel und dem Rettenburger Ritterfest ein besonderer Platz eingeräumt. Die Festzeichen aus Holz sind auch schon fertig. Das ist eine Überraschung. Statt die Aufgabe Stück für Stück mit ihren Strickerinnen in Angriff zu nehmen, hat Hilde Dufter die Anstecknadeln allein auf die 2000 Seeräuberschiffe aus Holz geklebt.

Der Kassenbericht von Peter Aberger stand ebenfalls unter dem Vorzeichen des beginnenden Seeräuberfestes, denn viel Geld wurde für die Festzeichen ausgegeben. Die Versammlung erteilte der Vorstandschaft einstimmig Entlastung.

Bernhard Greimel gab einen Überblick über die bisherigen Planungen zum Seeräuberspiel. Vom Streichenweg setzt sich der große Festzug am Faschingssamstag um 14.14 Uhr mit dem Glockengeläut von St. Martin in Bewegung. Er besteht aus drei Zügen. Der Erste spiegelt die Geschichte wider, der Zweite dient der Austreibung des Winters und im Dritten sammelt sich das fahrende Volk. Das hatte im Jahr 2006 mit teils humorvollen Kostümen die vielen Zuschauer begeistert. Über die alte Dorfstraße geht der Zug bis zur Kirche und über die Hauptstraße bis auf den Rathausplatz. Begleitet wird er von den Musikkapellen Wössen und Schleching. Dabei sind nicht nur chinesische Seeräuber und Landsknechte, sondern auch der Chiemgauer Graf, Ritter, Fahnenträger und Knappen mit dabei.

Auf dem Dorfplatz werden die traditionellen Seeräubertänze aufgeführt. Von dort geht es im Festzug – aber dann ohne Pferde und Fuhrwerke – über den Postweg zum Zigeunerlager am Zollweg. Zwischen der Turnhalle und einem Zelt auf dem Sportplatz schlägt der ganze Tross sein Quartier auf. Es wird in der Halle gefeiert mit Musik von der Musikkapelle Wössen, der Musikkapelle Schleching und zu fortgeschrittener Stunde der heimischen Band ZündUp.

Das große Spektakel benötigt eine Vielzahl an Helfern. Vorstand Michael Frank rief ausdrücklich die ganze Bevölkerung auf, sich am Fest, dem Aufbau, wie auch dem Abbau zu beteiligen. »Helfen wir wieder zusammen. Es soll ein Fest für uns alle sein. Lassen wir es einen Tag so richtig krachen«, sagte er.

Bürgermeister Hans Haslreiter erinnerte an das Fest 2006, als jeder die lebendige Dorfgemeinschaft gespürt habe. Er gab für die Gemeinde die Zusage, sie werde helfen, wo möglich.« Michael Frank schloss die Versammlung mit den Worten: »Ich freu mich unbandig auf das Fest.« Dem war nichts mehr hinzuzufügen. lukk