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Lebenshilfe-Förderstätte Altenmarkt besteht seit 20 Jahren

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Pater Sebastian Paredom zelebrierte den Begegnungsgottesdienst, im Hintergrund der Triangel-Chor. (Foto: Mix)

Altenmarkt – Die Förderstätte mit Wohnbereich für schwerst-mehrfach behinderte Menschen der Lebenshilfe Kreisvereinigung Traunstein in Altenmarkt wurde 1997 eröffnet – sie wird nun 20 Jahre alt.


Mit einem Begegnungsgottesdienst und Tag der offenen Tür wurde das 20-jährige Bestehen nun gefeiert. Ehrenvorsitzender Peter Bantlin kann sich noch gut daran erinnern, wie schwierig es damals war, diese so dringend benötigte Einrichtung zu schaffen.

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Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Wolfgang Maier, ging auf die Entwicklung der Förderstätte ein: »Vor 20 Jahren wurden unser Wohnheim in Altenmarkt für schwerst-mehrfach behinderte Menschen mit 30 Wohnheimplätzen und die Förderstätte mit damals 36 Plätzen in Betrieb genommen.« Bereits 2004 ist die Förderstätte auf 54 Plätze erweitert worden, 2013 kamen weitere zwölf Förderstätten-Plätze sowie 14 Wohnheim-Plätze dazu. Lange und zähe Verhandlungen des damaligen Vorsitzenden Peter Bantlin und des Geschäftsführers Josef Binder seien dem Ganzen vorausgegangen.

Das Projekt über 14,4 Millionen Mark wurde mit Hilfe des Bayerischen Sozialministeriums, aus Mitteln des sozialen Wohnungsbaus, Zuschüssen der Bayerischen Landesstiftung, des Landkreises und der Landkreisgemeinden, der SKW Trostberg sowie der Aktion Mensch und der Dr.-Johannes-Heidenhain-Stiftung gestemmt. Die Lebenshilfe Traunstein sei dankbar, dieses Großprojekt 1997 in Betrieb genommen zu haben, »da sich bis heute zeigt, dass der Bedarf dringend erforderlich gewesen ist«. Wohnen in dem Sinne, dass die Bewohner ihre Gruppe als Zuhause erleben, sei auch heute noch der Schwerpunkt im Rahmen des pädagogischen Auftrags der Mitarbeiter.

»Es war absolut notwendig, diese Förderstätte zu schaffen. Der Bedarf war und ist da«, so Peter Bantlin im Gespräch mit unserer Zeitung. Vom ersten Gespräch mit dem Bezirk Oberbayern bis zur Einweihung habe es zehn Jahre gedauert. Zahlreiche Hürden mussten überwunden und die Finanzierung gesichert werden. »Das war eine echte Ochsentour damals«, erinnerte sich der frühere Vorsitzende und betonte: »In ganz Deutschland gibt es nichts Vergleichbares«.

Er und seine Vorstandskollegen der Lebenshilfe-Kreisvereinigung hätten sämtliche Gemeinden im Landkreis Traunstein besucht, das Projekt vorgestellt und um Unterstützung gebeten. Von der Schlossbrauerei Stein und dem damaligen Geschäftsführer Dr. Michael Elsen erhielt die Elternvereinigung schließlich das Grundstück am Berndlring, auf dem das Konzept umgesetzt wurde.

Wie Bantlin sagte, gab es bei seinem jahrzehntelangen Engagement im Vorstand der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Traunstein drei Schwerpunkte. »Ich habe stets mit allen Mitteln versucht, den Menschen mit Behinderung den Weg ins Leben zu öffnen und sie so zu fördern, dass sie ein würdiges Leben führen können.« Als zweites seien ihm die Eltern am Herzen gelegen, da er aus eigener Erfahrung weiß, dass diese unter der Situation am meisten leiden. Und schließlich seien die Mitarbeiter ein wichtiger Baustein: »Sie brauchen eine Umgebung, in der sie gerne arbeiten und sich wohlfühlen.«

Beim Begegnungsgottesdienst anlässlich des Jubiläums, den Pater Sebastian Paredom zelebrierte, las Gemeindereferentin Irmi Huber einen Brief des Apostels Petrus an die Korinther vor. Dieser betont darin, dass alle Christen zusammen wie ein Körper sind, jeder ein anderes Körperteil. »Gott hat jedem eine Aufgabe gegeben. Jeder und jede ist anders, jeder und jede ist wichtig und kann eine Sache besonders gut, alle gehören zusammen«, heißt es darin unter anderem. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Musikkapelle Altenmarkt und dem Triangel-Chor. Im Anschluss nutzten die zahlreichen Besucher die Gelegenheit, sich in den Räumlichkeiten der Förderstätte umzusehen. mix