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Krieger- und Soldatenvereine als Anlaufstation für belastete Soldaten

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Inzell. »Fast 68 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt den Kameradschaften auch heute noch die Rolle des Mahnens für Freiheit ohne Gewalt«, betonte Gauvorsitzender Michael Bernauer im Festsaal Inzell. Über die Aufgaben des Mahnens und des Gedenkens hinaus sahen sich die Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus (KSK) mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Die Nachwuchsgewinnung ist durch die Abschaffung der Wehrpflicht schwerer geworden. Von den Auslandseinsätzen der Bundeswehr kehren manche Soldaten mit gesundheitlichen Belastungen heim; für diese könnten die KSK Anlaufstationen sein.


Hilfe für Soldaten mit traumatischen Erlebnissen

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Diesen Gedanken brachte Oberstleutnant a.D. Erwin Wudke als Vertreter der Bundeswehr vor: Für die, die im Ausland traumatische Erlebnisse hatten, könnten die Vereine am Ort praktische Alltagshilfe leisten. Er ermutigte auch dazu, sich als Reservist zu engagieren: »Arbeit gibt es genug.« Zur Gauversammlung, die die Musikkapelle Inzell umrahmte, trafen sich 45 der 46 angeschlossenen Ortsvereine. Allein Halfing war nicht vertreten. Bernauer bat die Vereine, ihre »Arbeit für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in einer lebenswerten Heimat« fortzuführen und die gefallenen Deutschen im Auslandseinsatz nicht zu vergessen. Eine wichtige Rolle spielten dafür die Gedenkfeiern, aber auch die Wallfahrten nach Maria Eck und auf die Kampenwand, die der Gau organisatorisch unterstützt.

Aus den Ausschusssitzungen berichtete der Gauvorsitzende, dass auf Antrag eine zweite Lautsprecheranlage für Maria Eck angeschafft wird und dass man sich auf eine einheitliche Regelung bei der Bayern- und Nationalhymne geeinigt habe: Die Fahne werde nicht mehr angehoben, sondern bleibe stehen. Vertreten war der Gau 2012/2013 beim 140-jährigen Bestehen des Veteranenvereins Zaisering und anderen Jubiläen sowie bei der Bezirks-Herbsttagung der Ehrenamtlichen der Kriegsgräberfürsorge in Dachau. Seit Bernauers Antrittsbesuch bei Brigadegeneral Michael Matz, dem neuen Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, pflegt der Gau beste Kontakte zur Reichenhaller Kaserne. Mit einer Abordnung war er unter anderem bei der Einweihung der »Pater-Rupert-Mayer-Kapelle« und beim Entsendeappell mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière.

Kriegsgräberfürsorge: Neuer Vertreter aus Ruhpolding

Voran gingen zahlreiche Grußworte. Nach Hausherr Gerhard Huber von der KSK Inzell sprach deren Ehrenvorstand Franz Seibold die neue Situation nach Abschaffung der Wehrpflicht an. Vizelandrat Herbert Häusl hob die Bedeutung der öffentlichen Unterstützung der Soldaten im Auslandseinsatz durch Vereine und Politik hervor. Die 46 Ortsverbände leisteten unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft. Dass diese von der Präsenz bei Kirchenfesten über die Sanierung des Kienbergsteigs bis zum Stand beim Dorffest reicht, erläuterte Bürgermeister Martin Hobmaier am Beispiel Inzell.

Als neuen Vertreter des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellte Bernauer Martin Schwarz aus Ruhpolding vor: Dieser unterstütze als zweiter Mann Anton Eckart aus Siegsdorf. Schwarz berichtete von Eindrücken beim Besuch von Soldatenfriedhöfen. Viele Anlagen, vor allem neue im Osten, bräuchten dringend die Unterstützung des Volksbunds, der zu 80 Prozent von Spenden lebe. Schwarz bat auch die sechs oder sieben Vereine, die noch nicht für die Kriegsgräber sammeln, um Solidarität. Mehr Unterstützung habe auch die Kerzenverkaufsaktion nötig, deren Erlös ausschließlich den Soldatenfriedhöfen in Bayern zugute komme. Bernauer appellierte an die KSK, beim Sammeln nicht nachzulassen. Das Oberbayern-Ergebnis 2012 liege mit 777 511 Euro drei Prozent unter dem Vorjahres-Ergebnis. Im Bezirksverband liege der Kreis Traunstein mit den gesammelten 66 386 Euro an dritter Stelle.

Grüße des Rupertigaus überbrachte dessen Gauvorsitzender Peter Morawietz. Er kündigte dessen Gauversammlung am 2. November in Taching an. »Schließen wir bei all unseren Bitten um Frieden immer unsere Bundeswehrkameraden ein und hoffen, dass ihr Dienst nur Hilfeleistung zur Schaffung und Erhaltung des Friedens ist«, sagte Morawietz und wünschte den Soldaten stets unversehrte Heimkehr zu ihren Familien.

Wallfahrt nach Maria Eck am 16. Juni

Wichtige Termine für die KSK im Chiem- und Rupertigau sind heuer die Wallfahrt nach Maria Eck am 16. Juni, ausgerichtet von der KSK Inzell, das 140-jährige Bestehen der KSK Engelsberg am 4. August und die Kampenwand-Wallfahrt am 25. August. Ausrichter ist die Gemeinde Seeon-Seebruck. 2014 findet die Gauversammlung am 6. April in Ruhpolding statt. Als neue Uhrzeit wurde 9 Uhr beschlossen. Das 200. Gründungsfest der KSK Ruhpolding ist am 24. Mai. Auch die Wallfahrt nach Maria Eck richten am 6. Juli die Ruhpoldinger aus. Die Kampenwand-Wallfahrt organisiert nächstes Jahr am 31. August die Stadt Trostberg. Ausrichter in Maria Eck sind 2015 die KSK Haslach, 2016 die SKK Grabenstätt und 2017 die KSK St. Georgen. Bei der Kampenwand-Wallfahrt haben sich bisher nur bis 2015 (Stadt Rosenheim) Ausrichter gefunden.

Als neue Ortsvorsitzende stellten sich Matthias Bichler von der KSK Siegsdorf und Michael Jendrischewski von der SKK Grabenstätt vor. Ihre Vorgänger Georg Gimpl und Hans Purzeller wurden von ihren Kameradschaften zu Ehrenvorständen ernannt. Nach den Berichten des Gau-Schriftführers Michael Koch, des Gau-Schatzmeisters Georg Steiner und der Kassenprüfer wurde der Gauvorstand entlastet. vm

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