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Harter Feuerwehr feierte 125-jähriges Bestehen

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Der Hitze entsprechend eine kurze Predigt hielt Pfarrer in Ruhe Josef Hofmann (rechts), der gemeinsam mit Pater Liviu den Festgottesdienst zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hart zelebrierte. (Fotos: Müller)

Chieming. »Aufgrund der Hitzn darf ich um eine kurze Predigt bitten«, bat Festleiter Josef Mayer junior die Geistlichkeit in Person von Ruhestandspfarrer Josef Hofmann und Pater Liviu, die den Festgottesdienst auf der großen Wiese unterhalb des Harter Kriegerdenkmals gemeinsam zelebrierten.


Die gut 1500 Festgäste fanden dort in der Gluthitze einem schattenspendenden Baum, doch der Festverein hatte in weiser Vorahnung vorgesorgt und Sonnenschirme bereitgestellt. Darüber hinaus wurden die Besucher mit Wasser versorgt. Er könne sich nicht erinnern, dass es dies schon einmal während eines Gottesdienstes gegeben hätte, betonte Ehrenfestleiter Hans Lauber, der Hart bei seiner persönlichen Auslegung einer historischen Überlieferung als »Mittelpunkt der Welt« bezeichnete. »Wenn man schon seit 50 Jahren dabei ist, ist das heute eine große Freude«, ließ Lauber stolz verlauten.

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Begonnen hatte der Festtag zum 125-jährigen Bestehen Feuerwehr Hart bereits um 6 Uhr mit dem Weckruf. Um 8 Uhr folgte der Empfang der Vereine am Festzelt. Dort formierte sich gegen 9.30 Uhr der imposante Kirchenzug, der sich in sechs Zügen auf dem kürzesten Weg durch das Dorf bewegte. 70 Vereine, darunter die Harter Ortsvereine und etwa 60 Feuerwehrvereine sowie verschiedene Musikapellen beteiligten sich daran.

Der Gottesdienst wurde dann von der Musikkapelle Chieming musikalisch untermalt mit der Schubert-Messe. Pfarrer in Ruhe, Josef Hofmann, würdigte die Harter Feuerwehrler, die ihren Dienst jahrzehntelang treu erfüllt und ihr Leben für andere eingesetzt hätten und versprach Festleiter Mayer, sich kurz zu halten. Man habe sich nicht nur wegen der Tradition in so großer Zahl versammelt, so Pater Liviu, sondern um Gott zu loben und zu preisen und vertrauensvoll zu ihm zu beten. »Gott lebt in uns und zeigt uns, dass wir niemals alleine sind«, stellte Liviu klar. Die Kraft und die Liebe, die »er uns schenkt«, gelte es tagtäglich an die Mitmenschen weiterzugeben. Die Fürbitten hielt die Feuerwehrjugend. Während des Gottesdienstes positionierten sich die Fahnenabordnungen beidseits des blumengeschmückten Altars und gaben mit dem Harter Kirchturm im Hintergrund ein einprägsames Bild ab. Als die Harter Kanoniere ihre Salutschüsse abfeuerten, senkten sich die Fahnen. Nach der Segnung der Patenbänder hatten die Patenbräute ihren großen Auftritt. Daniela Rottner von der Harter Feuerwehr befestigte nach ihrer kurzen Ansprache das Patenband an der Fahne der Isinger Partnerfeuerwehr. Christina Heckel schmückte dann für die Isinger Feuerwehr die Harter Fahne mit einem Patenband.

Bürgermeister Benno Graf bedankte sich bei allen, »die heute unserem Festverein, die Ehre erweisen« und lobte die vorbildliche Zusammenarbeit der Vereine in der Gemeinde: »Macht's so weiter«. Zu ihrem 125. Jubiläum gratulierte den Harter Floriansjüngern auch Kreisbrandrat Hans Gnadl. Er schloss sein Grußwort mit den traditionellen Worten: »Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr«. Den Glückwünschen schloss sich auch Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer an. Es sei wahr, dass man Gott heute von Herzen preisen müsse, doch gelte es das Jubiläum auch ordentlich zu feiern. »Vergelt´s Gott für das, was ihr leistet«, betonte er und gab offen zu, dass man auch als Verkehrsminister nichts wäre, »wenn man nicht die Feuerwehren als Nothelfer auf den Straßen hätte«.

Der Landkreis sei zwar beim jüngsten Hochwasser mit einem blauen Auge davon gekommen, doch habe es sich wieder einmal bewahrheitet, wie wichtig die professionelle Arbeit der heimischen Feuerwehren sei, lobte stellvertretender Landrat Georg Klauser. Man müsse alles dafür tun, dass diese weiterbestehen können. Anschließend wurde gemeinsam die Bayernhymne angestimmt. Nach dem Gottesdienst setzte sich der Festzug wieder in Richtung Festzelt in Bewegung, allerdings drehte man nun eine größere Runde. Während sich die Ehrengäste in den festlichen Kutschen ausruhen konnten, mussten die Pferde in der gleißenden Mittagssonne kräftig arbeiten.

Einziger Wermutstropfen dürfte für einen Festteilnehmer die Beschädigung seines Autos sein. Wie die Polizei Traunstein gestern Nachmittag meldete schlug ein Unbekannter bereits in der Nacht zum gestrigen Sonntag in der Nähe des Festzelts ein Weißbierglas an die rechte Seite eines schwarzen Mazdas und verursachte dadurch nicht unerheblichen Schaden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Traunstein unter Telefon 0861/9873-110 entgegen. mmü