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Gemeinde zieht sich »Schuh« Mobilfunk nicht an

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Auf das Pettinger Rathaus kommt kein Mobilfunksender. Auch nicht auf Schlauchturm und Wertstoffhof. (Foto: Höfer)

Petting – Zuletzt hatte sich Ludwig Prechtl noch mutig gezeigt, als es um die Frage gegangen war, ob die Gemeinde dem Mobilfunkanbieter Vodafone einen Standort anbieten solle. Nun aber änderte der zweite Bürgermeister seine Meinung –und mit ihm seine Kollegen. Nach Protesten möglicherweise betroffener Bürger zogen sie ihr Angebot zurück. Es wird also weder auf dem Schlauchturm der Feuerwehr noch auf dem Rathaus oder dem Wertstoffhof einen Mobilfunksender geben. Vodafone muss sich bei Privatleuten umsehen.


Bürgermeister Karl Lanzinger ließ im Gemeinderat die Vorgeschichte noch einmal Revue passieren. Mobilfunkanbieter seien verpflichtet, die Gemeinden einzubinden und zunächst dort nach möglichen Standorten anzufragen. »Falls nicht, sind wir außen vor«, erklärte der Rathauschef, »dann kann sich die Gesellschaft bei Privat einen Standort suchen.« Lanzinger verwies auf die permanenten Klagen von Bürgern über das schlechte Netz in der Gemeinde. Die Nachricht allerdings, auf dem Feuerwehr- oder dem Rathaus könnte ein Sender montiert werden, habe etliche betroffene Bürger auf den Plan gerufen.

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Franz Vordermayer hatte extra sein Vodafone-Diensthandy zur Sitzung mitgebracht, um zu demonstrieren, dass der Empfang in Petting durchaus gut sei. »Das Funkloch liegt in Schönram. Sollte man mit dem Sender nicht dorthin gehen, wo es fehlt?«, überlegte Vordermayer. Allerdings besitze die Gemeinde in Schönram kein Gebäude. Im Übrigen erachtet Vordermayer mehrere leistungsärmere Sender besser als einen starken Strahler.

Franz-Martin Abfalter äußerte Verständnis für den Wunsch nach einem besseren Empfang, denn es gebe auch Leute mit Rufbereitschaft. Ob man nicht an einen Standort im Gewerbegebiet denken, »und sich diesen Schiefer einziehen« sollte. »Auch da wohnen Leute«, gab Prechtl zu bedenken. Der zweite Bürgermeister hatte in der Sitzung vom 5. Juli noch erklärt: »Ein Privater wird angefeindet. Wir sind immerhin 15.« Nun aber machte er einen Rückzieher. »Alle klagen über mangelhaftes Netz, aber keiner will einen Masten«, zeigte er sich verärgert. Ihn hätten Bürger angesprochen, einer davon richtig wütend, berichtete Prechtl, und zog für sich die Konsequenzen: »Ich brauch's nicht. Bloß um mich schimpfen zu lassen. Das habe ich nicht nötig. Den Schuh ziehe ich mir nicht an. Dann lass' mas halt bleiben.«

Ein Standort im Gewerbegebiet müsste erst auf Eignung geprüft werden, blickte Bürgermeister Lanzinger nochmal auf diese Option. Insgesamt sei die Sache Mobilfunk wohl auch eine Glaubens- und Vertrauensfrage, denn laut Anbieter strahle ein Sender lediglich zehnmal stärker als das Handy selbst. Roland Krammer beendete die Diskussion: »Das ist nicht unbedingt Aufgabe der Gemeinde. Ich bin dagegen.« Dieser Sicht schlossen sich die übrigen Gemeinderäte und der Bürgermeister an. Einstimmig lehnten sie einen gemeindlichen Standort ab. höf