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Durchwachsene Bilanz der Traunreuter Wiesn

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Traunreut. Eine durchwachsene Bilanz zog Festwirt Helmut Zeiler über das Traunreuter Herbstfest. »Wir hatten einen furiosen Start, dann stagnierte es«, resümierte Zeiler. Von der Verlegung des Volksfestes in den Herbst hatte sich die Stadt erhofft, dass es mit dem Volksfest wieder bergauf geht. Man könne aber mit der Entwicklung nicht zufrieden sein, so Zeiler.


Obwohl die Festwirtsfamilie bemüht war, Spitzenbands für das Herbstfest zu engagieren, blieb der große Ansturm aus. Mit Ausnahme des Festauftakts, an dem das 1500-Mann-Zelt gut gefüllt war, ließ der Besuch zu wünschen übrig. Als Armutszeugnis wertete Zeiler die Tatsache, dass am »Tag der Betriebe« gerade mal sechs Betriebe mit ihren Mitarbeitern kamen. Auch am Seniorentag seien im Vergleich zum Vorjahr 200 Leute weniger gekommen. »Wir sind ratlos«, sagte Zeiler dem Traunsteiner Tagblatt. Intensive Gespräche mit der Stadt, die sich in den Augen des Festwirts noch mehr engagieren müsste, sollen jetzt klären, wie es weiter geht. »Wir geben die Hoffnung nicht auf.« Es liege aber einzig und allein an den Traunreutern, die ein durchwegs freundliches und dankbares Publikum seien, ob das Volksfest eine Zukunft habe.

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Mehr Engagement der Stadt erhofft sich auch die Schaustellerfamilie. »Die Stadt müsste beispielsweise mehr Biermarkerl in den Umlauf bringen, um die Leute auf die Wiesn zu bringen«, meinte Chef Robert Kalkhofer. Die Aussagen der Schausteller waren dennoch sehr unterschiedlich. Von »zufrieden« bis »grottenschlecht« lauteten die Reaktionen. Während das Geschäft beim Auto-Scooter recht gut lief, hat es sich für die Fischbraterei »überhaupt nicht rentiert.« Dem Verkäufer am Losestand, Alois Kollmann, ist aufgefallen, dass fast jeden Tag die selben Leute auf dem Rummelplatz waren. Das Geschäft sei nicht schlecht gewesen, aber bei so vielen Einwohnern könne man nicht zufrieden sein, betonte Kollmann. Über schlechte Geschäfte nicht beklagen konnten sich der Süßigkeiten-Stand »Sweet Dreams« und die Büchsen- und Spicker-Bude.

Bürgermeister Franz Parzinger sprach von einer friedlichen Wiesn mit einem sehr guten Programm. Aber auch er hätte sich mehr Gäste erwartet. Warum das Angebot nicht wie erhofft angenommen werde, sei jetzt zu hinterfragen. Zum schlechten Besuch am Tag der Betriebe sagte er, früher sei dies das Ereignis schlechthin gewesen. Ab 18 Uhr seien seinerzeit alle Tische bereits besetzt gewesen. »Man musste sich sputen, um noch einen Platz zu kriegen.« Eine Erklärung dafür, dass diese »Hochzeiten« der Vergangenheit angehören, hat Parzinger nicht. Gleichzeitig sagte er aber, die Stadt veranstalte das Volksfest für die Bürger. Sie allein hätten es in der Hand, ob dieses Angebot aufrechterhalten werde.

Dass es auf dem Herbstfest äußerst friedlich zuging, bestätigten die Sicherheitsleute. »Im Vergleich zu den Vorjahren war es heuer sehr ruhig«, sagte Marcel Auerswald von der VST Security. Dass die Polizei nur zweimal eingreifen musste, liegt zum einen daran, dass die Sicherheitsfirma das meiste regeln konnte, zum anderen am Wetter. Dafür gibt es nach Angaben des Dienststellenleiters der Traunreuter Polizei, Johann Bohnert, eine ganz einfache Erklärung: Die Nächte waren schlicht zu kalt. Wer zu tief ins Glas geschaut habe, halte sich bei Kälte erfahrungsgemäß nicht vor dem Festzelt auf, sondern ziehe in andere Lokalitäten weiter. ga