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Buchsbaumzünsler plagt heimische Gartenbesitzer

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Auf einem kleinen Ast sind gleich zwei Buchsbaumzünsler auszumachen. Die schädlichen Raupen des Falters sind bis zu fünf Zentimeter lang, gelb-grün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel. (Fotos: Schwaiger-Pöllner)
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Die Raupe eines Buchsbaumzünslers – eine heimische Gartenbesitzerin hat ihn mit ihren Gartenhandschuhen gerade aus einem Buchsbaum »gefischt«.

Der Buchsbaumzünsler plagt die heimischen Gartenbesitzer: Die Raupen des aus dem asiatischen Raum eingeschleppten Kleinschmetterlings können einen Buchsbaum in nur wenigen Tagen abfressen. Und sie tauchen heuer fast überall auf. Die Schäden seien darum gravierend, wie Markus Putzhammer aus Petting, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege im Berchtesgadener Land, ausführt. »Ich befürchte, dass wir den Buchs als Gestaltungselement in den heimischen Gärten verlieren werden«, sagt er.


Vor drei, vier Jahren trat der Buchsbaumzünsler erstmals im Berchtesgadener Land auf, damals allerdings nur vereinzelt. Inzwischen sind die Raupen in praktisch allen Landkreisgemeinden aufgetaucht. Verstärkt ist der Schädling entlang von Saalach und Salzach zu beobachten; im vergangenen Jahr waren vor allem Ainring, Freilassing und Laufen betroffen. Und von dort aus breitet er sich aktuell gerade massiv in den Gemeinden Kirchanschöring und Fridolfing und damit auch im Kreis Traunstein aus.

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»Der Befall ist heuer wirklich schlimm«, weiß Putzhammer; er geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Buchsbaumzünsler im ganzen Landkreis wütet.

Der Zünsler ist ein kleiner, unscheinbarer Schmetterling; er ist zumeist seidig-weiß gefärbt und seine Flügel haben einen breiten, braunen Rand. Die für die Buchsbäume gefährlichen Raupen des Falters sind bis zu fünf Zentimeter lang, gelb-grün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel. Da das Tier vermutlich über ein Containerschiff von Ostasien nach Deutschland eingeschleppt worden ist, hat er in unseren Breitengraden keine natürlichen Feinde. »Die müssen schrecklich schmecken«, meinte Putzhammer mit einem Schmunzeln. Vereinzelt seien inzwischen Spatzen beim Fressen der Raupen beobachtet worden.

Der Buchsbaumzünsler legt seine Eier hauptsächlich an den äußeren Blättern des Buchsbaums ab. Aus den Eiern schlüpfen schließlich die Raupen, die zuerst die Blätter des Buchsbaums und anschließend sogar die Rinde an den Ästen fressen. Dabei sterben alle Pflanzenteile des Buchsbaums oberhalb der Fraßstelle ab. Befallene Pflanzen sehen meist beige-gelblich aus, in einem späteren Stadium haben sie kaum noch Blätter.

Wirklich wirksam ist nur das Absammeln der Tiere

Gartenbesitzern, die nur wenige oder sehr wertvolle Buchsbäume haben, rät Gartenfachberater Putzhammer, die Raupen abzusammeln. »Das ist das einzige, was wirklich Wirkung zeigt.« Ein zusätzliches Durchblasen mit einem Hochdruckreiniger erhöhe die Wirksamkeit, so der Experte. Darüber hinaus sei eine zusätzliche Spritzung ratsam. Biologische Mittel sind zum Beispiel Raupenfrei Xentari, Neem oder Spruzit Schädlingsfrei. Sie helfen meist nur, wenn die Raupen noch jung sind. Die Behandlung sollte dreimal im Jahr erfolgen.

Stärker befallene Buchsbäume seien meist nicht mehr zu retten, so Putzhammer, sie gehören ausgegraben und entsorgt. Anders, als es immer wieder heißt, ist der vom Zünsler befallene Buchsbaum aber kein Sondermüll, sondern ganz normaler Grüngutabfall. »Die Zünsler sind sowieso überall«, sagt der Experte.

Für die Zukunft der Buchsbäume sieht er darum schwarz: »Gegen den Buchsbaumzünsler werden wir die Schlacht leider verlieren«, glaubt er. »Solche Erscheinungen durch eingeschleppte Schädlinge kann bei uns die Natur nicht auffangen.« Wer sich zumindest fürs erste nicht geschlagen geben will, der muss seine Buchsbäume ständig im Auge behalten und schnell reagieren, sobald er einen Befall bemerkt. san

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