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400-Mitglieder-Grenze wurde geknackt

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Der Gartenbauverein hat 13 neue Mitglieder anwerben können und damit die 400er-Marke geknackt. Bei der Herbstversammlung wurden einige persönlich mit Blumen begrüßt. Unser Bild zeigt Christine Sittmann (von links), Maria Öttl, Melanie Starzer, Vorsitzende Hildegard Zunhammer, Monika Baltin, Bianca Moreno Wittmann, Kornelia Dombrofski und Rosmarie Hinterreiter. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Gartenbauverein Traunwalchen hat seine 400-Mitglieder-Grenze überschritten. Bei der Herbstversammlung im Gasthaus Springer wurden 13 neue Mitglieder bilanziert. Die Neumitglieder 399 bis 401 wurden mit einem extra großen Blumenstrauß begrüßt. Der Zuwachs sei insbesondere auf die »Blattläuse« zurückzuführen, sagte die Vorsitzende Hildegard Zunhammer. Die Kindergruppe um ihr engagiertes Team überzeuge seit Jahren mit kreativen Aktionen.


Wie berichtet, beteiligen sich die »Blattläuse« auch an der Aktion »Traunreut brummt«, einem Projekt des Landschaftspflegeverbandes Traunstein. Zuletzt hat sich der Nachwuchs auch an einem Schulprojekt der Carl-Orff-Schule beteiligt und gemeinsam mit den Schulkindern Zuckermais angebaut und geerntet. Das Team um Martina Rücker ist auch schon für das kommende Frühjahr gerüstet: »Wir werden auf dem Schulgelände ein Weiden-Tipi bauen«, sagte Rücker dem Traunsteiner Tagblatt. Zuvor befand sich auf dem Platz ein sogenanntes Barfußfeld. Hier konnten die Kinder auf einem runden Pfad verschiedene Beläge aus Moos oder Zapfen und dergleichen quasi erfühlen.

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Der Rückblick mit Bildern erinnerte auch an die Pflege des Schulgartens, die seit Jahren der Verein übernimmt, und an weitere Aktivitäten, wie das traditionelle Palmbuschen-Binden und den Vereinsausflug nach Dresden. Auf großes Interesse war eine vom Verein organisierte Besichtigung der Tomatenplantage in Kirchweidach gestoßen. Der Ansturm mit 90 Anmeldungen sei enorm gewesen, sagte Zunhammer. Aufgrund der positiven Resonanz habe sie für nächstes Jahr am 9. September einen weiteren Termin ausgemacht.

Wissenswertes über Pilze

Im Mittelpunkt der gut besuchten Versammlung im schön geschmückten Saal des Gasthauses Springer stand ein interessanter Vortrag von Till Lohmeyer. Der Pilzexperte aus Tengling gab wertvolle Tipps, welche Pilze essbar und welche giftig sind. Ohne die Pilze würde das Ökosystem Wald kollabieren, weil sich diese um die abgestorbenen Bäume kümmern, erklärte der erfahrene Mykologe. Die Bäume wiederum liefern den Pilzen den Sauerstoff. Diese Abhängigkeit sei vor allem wichtig, da Umwelteinflüsse die Pilze bedrohen und somit die Symbiose beeinträchtigen. So sei das Vorkommen des Riesenbovists durch zu hohe Nitrat-Werte aus dem sauren Regen und zu hoher Düngung der Wiesen und Felder stark zurückgegangen.

Die atomare Katastrophe 1986 in Tschernobyl habe das Interesse und den Ruf der Pilze geschädigt, so Lohmeyer. Noch immer sei bei einigen Wildpilzen, wie etwa beim Maronen-Röhrling eine Strahlenbelastung nachzuweisen. Laut dem Experten hilft es, die vor allem betroffene Hut-Haut wegzunehmen. Heuer, im schwächsten Pilz-Jahr seit 2003, finde man den Maronen-Röhrling witterungsbedingt jedoch kaum noch. Als Hauptgebot gab er den Zuhörern mit: »Iss nur die Pilze, die du zu 100 Prozent kennst.« Sollten dennoch Beschwerden auftreten, sei die Dauer, wie lange der Verzehr zurückliege, oft entscheidend. Manche Vergiftungserscheinungen würden erst nach acht bis 14 Stunden auftreten. »Dann wird es sehr kritisch.«

Lohmeyer informierte auch darüber, dass Pilze nicht nur für den Verzehr geeignet sind, sondern auch anderweitig verwendbar und auch in der Medizin verwurzelt seien. So könne man etwa die Stiele des Parasols trocknen und gemahlen als Würze verwenden, oder aus dem Zunderschwamm, der schon in der Steinzeit als Anzündhilfe gedient habe, Taschen und Hüte herstellen. ga