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Fachleute und Bürger diskutierten über den Mobilfunkstandard 5G

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Traunstein: Fachleute diskutierten mit Bürgern über den Mobilfunkstandard 5G
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Unter der Leitung von Kreissprecherin Helga Mandl (2. von r.) diskutierten die Fachleute Dieter Janecek, MdB (links), Benny Adjei, MdL (2. von l.) und Thorsten Kellermann vom Bund Naturschutz (r.) im Traunsteiner Sailer Keller über den Ausbau digitaler Infrastruktur und den neuen Mobilfunkstandard 5G. (Foto: Wolfgang Wörner, Bündnis 90/Die Grünen)

Traunstein – Drei ausgewiesene Fachleute kamen in den Traunsteiner Sailer Keller, um in einer öffentlichen Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen mit Bürgern über den neuen Mobilfunkstandard 5G zu diskutieren: Dr. Thorsten Kellermann vom Bund Naturschutz, Benny Adjei, Master für Angewandte Mathematik und Sprecher für Digitalisierung der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag und Dieter Janecek, Sprecher für digitale Wirtschaft und Industriepolitik der Grünen im Bundestag.


In ihrer Einführung berichtete Kreissprecherin Helga Mandl davon, dass ein Teil der Menschen sich Sorgen um ihre Gesundheit macht und andere sogar an verschiedene Verschwörungstheorien glaubten. Dritten wiederum kann es mit der Einführung gar nicht schnell genug gehen, wie zum Beispiel dem Bayerischen Landkreistag, der »eine 5G-Versorgung bis zur letzten Milchkanne« und »keine Landstriche zweiter Klasse« fordert, so Mandl.

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Dr. Thorsten Kellermann berichtete, dass es dem Bund Naturschutz darum gehe, wirkliche Gefahren zu erkennen. Er bemängelte, dass die meisten Studien mit erwachsenen Männern gemacht würden und nicht mit Frauen oder Kindern. Für ihn sind auch der Energieverbrauch und der Flächenverbrauch für zusätzliche Masten ein Thema.

»Alle wollen eine gute Versorgung, wir wollen aber auch, dass neue Technologien erklärt werden, dass sie verstanden werden und dass sie auch gebraucht werden«, so Dieter Janecek, Sprecher für digitale Wirtschaft und Industriepolitik.

Benny Adjei, gerade mal 29 Jahre alt, überzeugte mit großem Fachwissen zum Thema. Er wusste, dass es vorerst für 5G kaum neue Masten geben wird, sondern dass eher bestehende Sendemasten aufgerüstet werden. Weiterhin informierte er: »Wenn es später mal mehr Masten geben wird, braucht die Strahlung pro Mast nicht mehr so groß sein«.

Dieter Janecek erklärte, dass die Strahlung, die ein Handy abgibt, in einem Funkloch am größten ist, da der nächste Sendemast weit weg gelegen ist und das Handy mit hoher Energie versucht, eine Verbindung aufzubauen.

Ein Bürger aus Wolfering erzählte, dass nahe seines landwirtschaftlichen Betriebes ein Glasfaserkabel verlegt wurde, ohne dass er vorher darüber informiert worden sei. Von den Betreibern möchte er erfahren, ob dies Auswirkungen auf seine Tiere habe.

»Welche Strategie hat die Bundes- oder Landesregierung zu 5G?«, wollte Christoph Bauhofer wissen, worauf Benny Adjei erklärte: »Mehrere Ministerien sind am Thema beteiligt und es gibt leider keine Gesamtstrategie.« Dieter Janecek ergänzte: »Die Wirtschaft macht sich da ihre eigene Strategie und ich frage mich, ob das der richtige Weg ist.«

Andrea Grote aus Surberg machte sich Gedanken über den zusätzlichen Energieverbrauch durch die Digitalisierung. Sie verglich die Auswirkungen auf das Klima durch Fahrten zum Büro mit dem Energieverbrauch an einem Heimarbeitsplatz mit optimaler Netzanbindung. Dieter Janecek wusste dazu, dass Streaming, also das Betrachten von Filmen auf Computer oder Handy der Haupttreiber für den zusätzlichen Energieverbrauch sei.

Viele Besucher nutzten nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung die Gelegenheit, mit den anwesenden Fachleuten ihre persönlichen Fragen zu diskutieren.

red/Pressemitteilung Grünen-Ortsverband Traunstein