weather-image
15°

Orthodoxe Holzkirche soll Heimat für alle Seelen werden

4.1
4.1
Bildtext einblenden
Pfarrer Constantin Bartok mit dem Modell der orthodoxen Holzkirche, die auf diesem Grundstück am Rand der Siedlung »Walchenfeld« entstehen soll. (Foto: Mix)

Traunreut – Ein Traum wird wahr und Pfarrer Constantin Bartok von der rumänisch-orthodoxen Gemeinde kann es noch gar nicht richtig glauben: Für den Bau der lang ersehnten eigenen Kirche hat die Stadt Traunreut nun ein Grundstück am Rand des Wohngebietes »Walchenfeld« auf Erbpacht zur Verfügung gestellt. Wenn alles nach Plan läuft, soll im nächsten Jahr die Grundsteinlegung für eine traditionelle, orthodoxe Holzkirche erfolgen.


An der Ecke Salzburger/Siebenbürger Straße, dort wo jetzt noch eine große Spielwiese ist, soll schon bald die Kirche für die rumänische-orthodoxe Gemeinde stehen, ein »wahres Schmuckstück und eine Bereicherung für die Stadt«, wie Pfarrer Bartok betont. Für ihn ist es ein einmalig schönes Gefühl, schriftlich die Nachricht von Bürgermeister Klaus Ritter in Händen zu halten, dass ein Grundstück für den Kirchenbau gefunden wurde.

Anzeige

Das Areal war ursprünglich für die katholische Kirche reserviert. Dort sollte eventuell ein neuer Kindergarten entstehen. Doch die Pläne haben sich inzwischen aufgrund des neuen Konzepts für die Kindertagesstätten in der Stadt geändert und das katholische Ordinariat gab der Stadtverwaltung bekannt, dass das Grundstück am Rand des Wohnbaugebiets »Walchenfeld« nicht mehr benötigt wird.

Rund 1000 Quadratmeter der großen Fläche erhält die Pfarrei von Constantin Bartok auf Erbpachtbasis für 99 Jahre. Dies sei nur durch die eindeutige Unterstützung von Seiten des Bürgermeisters möglich geworden, hebt der Pfarrer hervor. Besonders habe ihn gefreut, als Klaus Ritter zu ihm sagte: »Sie gehören zu unserer Stadt.« Nun gibt es für den orthodoxen Pfarrer viel Arbeit, es müssen Gespräche mit allen zuständigen Stellen geführt werden und Aufträge vergeben. Spenden werden bereits gesammelt, um den Bau finanzieren zu können. Der Geistliche hofft, dass die Grundsteinlegung im nächsten Jahr erfolgen kann, und rechnet dann mit einer Bauzeit von circa eineinhalb Jahren. Spätestens zum zehnjährigen Bestehen der rumänisch-orthodoxen Gemeinde 2018 solle das Gotteshaus stehen.

»Ich möchte, dass diese Kirche Heimat für alle Seelen wird. Jeder und jede soll hier Ruhe und Frieden finden, egal von welcher Religion, so wie in einem Elternhaus, das für alle Kinder gleichermaßen da ist«, betont Pfarrer Bartok. Ein Modell, wie die Kirche aussehen soll, gibt es bereits. Eine ähnliche Kirche in traditioneller Holzbauweise steht in München Fasangarten. »Dort ist die Kirche eine echte Sehenswürdigkeit. Viele Menschen bleiben stehen, fotografieren und bewundern sie«, erzählte Pfarrer Andrei bei einem Besuch in Traunreut. Er war am Bau der Kirche in München beteiligt und hat auch das Modell für die Traunreuter Kirche erstellt.

In der Stadt finden regelmäßig orthodoxe Gottesdienste in der Pauluskirche statt, die im Schnitt von 70 bis 80 Gläubigen besucht werden. »Langsam wird es eng und es ist nicht einfach, die Termine zu koordinieren, besonders an den Feiertagen. Inzwischen sind ja schon vier Konfessionen in der evangelischen Kirche«, weiß Pfarrer Bartok. Ein eigenes Haus für die Orthodoxen war daher schon lange sein sehnlichster Wunsch. Die Kirche selber, die dann Platz für rund 150 bis 200 Besucher bieten und im Innenraum mit Ikonen ausgestattet werden soll, benötigt rund 250 Quadratmeter. mix

Mehr aus Traunreut