Löhe-Förderschule Traunreut zieht positives Fazit aus Distanzunterricht – Schüler sind gern wieder da

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Im Distanzunterricht saß Markus Weber allein im leeren Klassenzimmer und schickte seinen Schülern die Aufgaben digital. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Seit Montag dürfen wieder alle Schüler des Wilhelm-Löhe-Förderzentrums zur Schule kommen. In den letzten Wochen wurden die Jahrgänge sechs bis acht aufgrund des hohen Inzidenzwerts im Landkreis Traunstein zuhause unterrichtet.


Schulleiterin Christa Berger-Rinner ist heilfroh, dass Förderschulen bis zu den Weihnachtsferien vom Wechselunterricht ausgenommen sind, und wieder Präsenzunterricht möglich ist. »Unsere Kinder bemühen sich sehr, die Regeln einzuhalten und auch immer Masken zu tragen, soweit sie dazu in der Lage sind«, betont sie.

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Besonders für die Kinder mit geistiger Behinderung sei das eine große Herausforderung und verlange viel Einfühlungsvermögen von den Lehrern. Bisher gab es vier positive getestete Schüler der Förderschule und die jeweiligen Klassen mussten daraufhin in Quarantäne. Unter den erwachsenen Mitarbeitern gab es erfreulicherweise bisher keinen Fall.

Lehrer Markus Weber fand die Zeit des Distanzunterrichts »recht spannend« für ihn und natürlich auch für seine Schüler. Für einige Schüler verkürzte sich das Lernen zuhause, da sie sich teilweise in Praktika auf das Berufsleben vorbereiteten. »Das größte Problem war wohl, dass ich nicht direkt am Ort helfen konnte, wenn Fragen auftauchten«, meint Weber.

Um den Distanzunterricht schmackhaft zu machen erklärte er den Schülern, sie könnten jetzt schon mal daheim selbstständiges Arbeiten an ihren Geräten üben für den Beruf später. »Das hat sie unglaublich motiviert.«

Den Tagesablauf gestaltete er ähnlich wie in der Schule. Morgens gab es einen Live-Chat mit der gesamten Klasse, in dem er die Aufgaben für den Tag erklärte: »Das hat ihnen viel Halt gegeben.« Dann übermittelte er die Aufgaben und stand auch für Rückfragen zur Verfügung – entweder im Einzelchat oder über schriftliche Nachrichten.

Die größte Herausforderung seien hier allerdings die technischen Voraussetzungen daheim gewesen. Nicht alle Schüler besitzen die notwendigen Geräte. Wie Christa Berger-Rinner erklärt, hat die Schule in der Coronakrise digital aufgerüstet und verfügt jetzt über 60 Leihgeräte für Familien.

Weber zieht insgesamt ein positives Fazit des Distanzunterrichts. Jetzt muss er allerdings erst einmal sehen, wo die einzelnen Buben und Mädchen stehen, und was nachgeholt oder vertieft werden muss. »Meine Schüler sind schon sehr froh, dass sie jetzt ihre Freunde wiedersehen können.«

Sie freuten sich aber auch den Lehrer jetzt wieder direkt fragen zu können und dadurch eine bessere Hilfe im Einzelfall besteht. »Auf Dauer fürchte ich, würde bei Distanzunterricht die Motivation der Schüler schon verloren gehen«, ist er sich sicher.

Berger-Rinner bedauert zudem, dass heuer alles, »was unser Schulleben ausmacht«, nicht stattfinden kann, keine Feiern, Projekte, Neigungsgruppen. »Man verwaltet permanent nur die Coronabestimmungen und alles andere tritt in den Hintergrund.« In dieser und der nächsten Woche findet nun Präsenzunterricht für alle statt. Am 21./22. Dezember, wenn schon die vorgezogenen Weihnachtsferien sind, gibt es einen Notdienst, für den allerdings bisher nur wenige Schüler angemeldet sind. 

mix/red


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