Energiebilanz transparent gemacht

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Aus welchen Quellen die elektrische Energie in der Stadt Traunreut produziert und wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird, können die Bürger künftig über den EnergieMonitor, der über einen Link auf der Internetseite der Stadt Traunreut zugänglich sein wird, nachverfolgen. Ein Beispiel für regenerative Energiegewinnung in Traunreut ist die Geothermieanlage. (Foto: Rasch)

Traunreut – Klima, Energie und Umweltschutz spielen immer größere Rollen. Die Stadt Traunreut hat sich auf diesen Kurs bereits vor Jahren eingestellt. Beispiele sind das Geothermie-Kraftwerk, Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden wie dem k1 und auch in der aktuellen Planung des neuen Wohnbaugebiets »Stocket« wird die Nutzung der Fernwärme, die überwiegend von der Geothermieanlage und Biomasse-Heizwerken stammt, verpflichtend. »Der Trend geht klar in Richtung Nachhaltigkeit«, erklärte Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat in einer virtuellen Pressekonferenz, in der der kürzlich installierte EnergieMonitor ausführlich vorgestellt wurde.


Der EnergieMonitor zeigt, wie viel Strom vor Ort in einer Kommune je Viertelstunde erzeugt und verbraucht wird. So sehen die Betrachter auf einen Blick, wie hoch der Anteil der Eigenversorgung abhängig von der Jahres- und Tageszeit ist. Auch aus welchen Quellen die elektrische Energie innerhalb der Stadtgrenzen produziert wird, ist transparent ersichtlich. Vergleichswerte aus anderen Tagen und Monaten ermöglichen Rückschlüsse, wie sich die Energieversorgung in der Kommune entwickelt. Die Daten aktualisieren sich im Viertelstundentakt. Am Ende jeden Tages kann die Kommune Bilanz ziehen: Wie grün war der örtliche Energiemix heute?

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Das innovative Online-Tool gibt auch Aufschluss darüber, welche wirtschaftliche Infrastruktur der Ort aufweist. In Traunreut wird ein Großteil der Energie von der Industrie genutzt. Der Blick auf die Wochentage zeigt auch, dass am Wochenende, wenn sich der Industrieverbrauch verringert, teilweise bereits in den Wintermonaten 90 Prozent der Energie regional erzeugt wird.

»Wir in Traunreut sind stolz darauf, zu den ersten Kommunen in der Region zu gehören, die dieses Instrument nutzen. Damit motivieren wir die Bürgerinnen und Bürger, sich mit eigenen Projekten an der Energiewende zu beteiligen und unsere Ökobilanz weiter zu verbessern«, so Dangschat.

Frank Wachsmuth, Leiter der Stadtwerke Traunreut, und Armin Irlbeck von der Bayernwerk Netz GmbH erläuterten die Zusammenhänge der einzelnen Punkte und stellten den Nutzen des Tools für die künftige Energieentwicklung im Stadtgebiet heraus.

Der EnergieMonitor der Bayerwerk Netz GmbH zeige auf, wie es um die Eigenversorgung der Stadt Traunreut heute bestellt ist. Energieerzeugung und -verbrauch vor Ort bleiben mit dem Online-Tool immer fest im Blick – »mit klarem Kurs auf die Energiewende vor Ort«, sagte Irlbeck.

Klimafreundliche Energie dort zu produzieren, wo sie auch gebraucht werde, spiele eine immer größere Rolle bei der Energiewende, erklärte Wachsmuth. »Die Energiezukunft ist dezentral. Städte und Gemeinden spielen deshalb eine immer größere Rolle in der Versorgung«, so der Werkleiter. Bürgermeister Dangschat kündigte an, den Bürgern die Daten des EnergieMonitors über einen Link auf der Internetseite der Stadt Traunreut und der Stadtwerke zugänglich zu machen. Möglichst viele Bürger sollten von diesen Informationen profitieren, denn dieses Tool wirke sich langfristig positiv auf den Klimaschutz aus. Mit einem einzigen Zugang werde eine ganze Kommune dazu motiviert, sich mit der Energiewende zu befassen und eigene Maßnahmen dazu beizutragen, sagte das Stadtoberhaupt. Dangschat sieht auch einen großen Vorteil darin, ein globales Thema wie den Energieverbrauch auf die einzelne Kommune mit Hilfe des EnergieMonitors herunter brechen zu können. Man könne Zusammenhänge besser erkennen und das Thema werde greifbarer für den Einzelnen.

ga


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