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»Die jungen Leute sind hier gut aufgehoben«

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In Form eines Notenschlüssels überreichte Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter (links) dem Leiter der Sing- und Musikschule Traunwalchen, Josef Mayer, symbolisch den Schlüssel für die neuen Räume der Musikschule. Pfarrer Richard Datzmann ging mit den Gästen durch alle neuen Räume der Musikschule und segnete sie. (Fotos: Rasch)
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Traunreut – Wieviel der Umbau des Untergeschoßes der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen in separate Räume für den Musikunterricht der städtischen Sing- und Musikschule gekostet hat, steht noch nicht fest. Aus pädagogischer Sicht ist jedoch jeder Cent gut angelegtes Geld. Darüber waren sich auch die Ehrengäste in ihren Grußworten im Rahmen der Einweihung der neuen Räume einig.


Den musikalischen Takt gaben Bläser, Streicher und das »Weltmusik-Ensemble« der Musikschule mit anspruchsvollen Stücken vor. »Man hört schon die Qualität, die aus diesem Haus heraus entsteht«, sagte Bürgermeister Klaus Ritter nach einer Quadrille einer Bläsergruppe zum Auftakt.

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Nur noch wenige bauliche Details erinnern an die früheren Räume der einstigen Carl-Orff-Grund- und Hauptschule. Wie mehrfach berichtet, wurde durch den Umbau eine klare räumliche Trennung zwischen der Carl-Orff-Grundschule und der Musikschule geschaffen. Die Musikschule verfügt jetzt über den gesamten Trakt des Untergeschoßes und die Carl-Orff-Schule über den Altbau und Teile des sogenannten B-Trakts. Nach einem Jahr Bauzeit sind sechs Unterrichtsräume entstanden, zwei Büros, Abstell- und Lagerräume sowie ein Lehrerzimmer.

»Wenn Musik gut wirken soll, braucht sie gute Orte«, erklärte der Musikschulleiter, Magister Josef Mayer. Gleiches gelte auch beim Erlernen eines Instruments, das für jeden Schüler eine große Herausforderung und Konzentration bedeute, bevor noch der erste Ton gespielt werde. Dazu sei es notwendig, geeignete Orte vorzuhalten. Eine Trompete brauche beispielsweise andere akustische Voraussetzungen wie eine Gitarre oder Violine. »Wir haben jetzt nicht nur wunderbar akustisch klingende Räume. Wir haben auch Ruhe, was ein ganz wichtiger Aspekt ist«, freute sich der Musikschulleiter.

Als Vertreter des Elternbeirats lobte dessen Vorsitzender Hans Jobst die Entscheidung der Stadt und stellte die Wichtigkeit der Musikschule und damit des Musikunterrichts in der Kommune heraus. »Die jungen Leute sind hier gut aufgehoben.« Er hoffe auch, so Jobst, dass die Musikschulgebühren weiterhin stabil gehalten werden können und der Umbau keine Auswirkungen auf die Gebühren habe.

Bürgermeister Ritter versicherte, dass die Kosten, die für den Umbau angefallen sind, keinen Einfluss auf die Gebühren haben werden. Dem Traunsteiner Tagblatt sagte Ritter, dass die exakten Kosten noch nicht ermittelt werden konnten. Dies liege daran, weil gleichzeitig auch Maßnahmen für die darüber liegenden Klassenzimmer der Carl-Orff-Grundschule umgesetzt worden seien. Die Bauarbeiten wurden zum größten Teil vom städtischen Bauhof übernommen. Im Zuge des Umbaus wurden für die Musikschule ein separater Zugang geschaffen und auch ein neues Schließsystem installiert. Der neue Zugang befindet sich jetzt gegenüber dem katholischen Kindergarten und der Zufahrt zur Garage der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen. Da die Feuerwehr in Kürze in ihr neues Domizil nach Oderberg umzieht, kann das Problem der Zu- und Ausfahrt der Feuerwehr ebenfalls gelöst werden. In der dann frei werdenden Feuerwehrfahrzeuggarage werden Museumsgegenstände der Stadt Traunreut gelagert.

Seinen Dank an alle Beteiligten verband Bürgermeister Ritter mit den Worten, mit dem Umbau nochmal einen Schub in die musikalische Ausbildung zu bekommen. »Jedes Kind, das eine musikalische Ausbildung genießt, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft«, so Ritter. Sein Kollege aus Chieming, Bürgermeister Benno Graf, stellte fest, dass man mit den eigenen Räumen auch dem hohen Stellenwert der Musikschule gerecht worden sei. Er sei davon überzeugt, wenn grundsätzlich mehr Geld in die musikalische Ausbildung gesteckt werden würde, wäre die Welt friedlicher. Als Vertreter der Gemeinde Nußdorf, die mit Chieming dem Zweckverband angehört, versicherte Bürgermeister Hans Gnadl, weiter im Verbund zu bleiben. »Auch wenn Nußdorf mal einen kleinen Schlenker macht.« Damit wollte er ausdrücken, dass die Gemeinde Nußdorf ihre Musikschüler nur noch bis zu einem gewissen Prozentsatz bezuschusst.

»Musikausbildung fordert Toleranz und Offenheit. Ohne die Musikschulen wäre der Landkreis Traunstein arm«, sagte die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. In den sechs Musikschulen des Landkreises würden über 90 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren unterrichtet. In Traunwalchen liege die Zahl der unter 18-jährigen sogar bei 98 Prozent. »Danke« für viele musikalische Momente sagte die Schulleiterin der Carl-Orff-Grundschule, Gabriele Veil. Als Schulleiterin schätze sie, dasssich zwei Bildungseinrichtungen zusammen unter einem Dach befinden.

Bevor Bürgermeister Ritter dem Musikschulleiter symbolisch den Schlüssel in Form eines großen Notenschlüssels überreichte, segnete Pfarrvikar Richard Datzmann, der gemeinsam mit Vikarin Katharina Rigu (evangelische Paulusgemeinde) und Constantin Bartok (rumänisch-orthodoxe Kirche) die Weihe vorgenommen hatte, die neuen Räume. Anschließend konnten sich die Gäste ein persönliches Bild von den neuen Räumen verschaffen und den Nachmittag mit musikalischer Unterhaltung im Freien ausklingen lassen. ga


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