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Burschenfest »verkehrt« in Stein an der Traun

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Die Festbraut der Dorfmatratzen brachte ein Fahnenband an der neuen Faschingsfahne an.
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So manche Grazie, wie hier die »Greiz Bluadig'n Schwesdan«, war unter den Festteilnehmern. (Fotos: P. Mix)

Traunreut – Was hat es zu bedeuten, wenn im Dirndlausschnitt dichte Brustbehaarung zu sehen ist und sich unter den Lederhosenträgern Brüste abzeichnen? Dann ist »Burschenfest verkehrt«. Am Samstag feierten Burschen und Dirndln aus der Region in Stein an der Traun ausgelassen ihr Faschingsburschenfest mit allem Drum und Dran, wie es sich für ein richtiges Fest gehört. Ausgerichtet wurde es erstmals von den »Dorfmatratzen Hiabading«, sprich dem Burschenverein Hörpolding.


Schon um acht Uhr früh trafen die Teilnehmer zahlreicher Vereine ein und ließen sich im Felsenkeller der Schlossbrauerei Stein das Weißwurstfrühstück und die eine oder andere Halbe Bier schmecken. Man begutachtete einander, bewunderte manche schöne Gretl-Frisur, die zum Bart im Gesicht nicht so recht passen wollte, oder den aufgemalten Bart im zarten Mädchenantlitz. Viele Teilnehmer hatten sich große Mühe gegeben mit der Kleiderauswahl.

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Im Kirchenzug ging es dann einmal um den Gasthof Martini herum zum Sportplatz der Schule Schloss Stein, wo die Schwarzfischer aus Hörpolding eine Andacht hielten mit »Fahnen-Einweichung«. Anschließend führte ein Festzug, begleitet von drei Musikkapellen, durch den Ort und endete wieder im Felsenkeller, wo das ausgelassene Feiern weiterging.

Interessante Vereine waren beim Burschenfest beteiligt. Den Meistpreis mit 69 Teilnehmern holte der Verein »Stramme Wadl Unterneukirchen«, der Patenverein der Hörpoldinger. Ebenfalls zahlreich vertreten waren die »Dirndlschaft Rumpelflittchen« beziehungsweise der Burschenverein Babensham mit 47 Teilnehmern, der »Burschen- und Hobelverein hinterm Bredl« (Dirndlschaft Babensham) mit 38 Teilnehmern, die »Keaberger Straßenstrichgewerkschaft«, die »Dirndlschaft stierige Koim«, die »Odlbridschadn Mistgeier vo Heiligkreuz«, die »Ostandign Dirndl vo Schlampoding« und andere mehr.

Die Andacht zum Fest auf einer Bühne aus Bierkisten hielt eine Schar Nonnen, die unter anderem die zehn »Angebote« aufsagten. Darunter waren Sprüche wie »I muass ned der reichste Mo am Friedhof sein«, »Liaba an Bauch vom Saufen ois wia an Buckel von der Arbeit« oder »Besser zwoa Ring unter de Augen ois oan am Finger«. In ihren Fürbitten an den Braumeister baten die versammelten Burschen und Dirndl unter anderem darum, dass künftig mehr Freibier gebraut wird.

Schließlich wurde als Höhepunkt der Feierlichkeit die Fahne der »Dorfmatratzen Hiabing«, die bestückt ist mit Bhs und Slips, mit reichlich Bier geweiht oder besser gesagt eingeweicht und die Paten- und Festbraut hefteten jeweils ein Fahnenband an die Faschings-Fahnen der Hörpoldinger und Unterneukirchner an.

Musikalisch einwandfrei umrahmt wurde die witzige Andacht von der Altenmarkter Musikkapelle und einem »Dirndl-Chor« aus Unterneukirchen, der Lieder anstimmte wie »Es gibt kein Bier auf Hawaii« und »Die Getränke sind frei« frei nach »Die Gedanken sind frei«. Beim Festzug durch Stein an der Traun waren dann manche Grazien im feschen Kleid und stramme »Kerle« in Lederhosen zu sehen. Neben der Altenmarkter Blaskapelle sorgten die Waginger Faschingsmusik und die Unterneukirchner Kapelle für die passende Marsch- und Gaudimusi. Im geheizten Felsenkeller der Schlossbrauerei ging es anschließend lustig und zünftig weiter. Am Nachmittag öffnete die Bar und das »Postamt-Trio« spielte für die Besucher in der voll besetzten Halle auf. mix


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