Angebot für Bestattungsleistungen liegt 167 Prozent über Kostenschätzung

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Wegen viel zu hoher Preise wurde in Traunreut erneut eine Ausschreibung für Bestattungsleistungen der städtischen Friedhöfe, wie hier in Traunwalchen, aufgehoben. Jetzt soll nach einer Alternative Ausschau gehalten werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Schon einmal musste eine Ausschreibung für die Grab- und Bestattungsdienstleistungen der städtischen Friedhöfe Traunreut, Traunwalchen und Sankt Georgen wegen eines unangemessenen hohen Preises aufgehoben werden. Auch das aktuelle Angebot für eine Gesamtlaufzeit von zwei Jahren liegt weit über der Kostenschätzung und wurde vom Hauptausschuss in der jüngsten Sitzung nicht angenommen. Die einzige Firma, die ein Angebot eingereicht hat, würde 440.500 Euro verlangen. Dieser Betrag würde die geschätzten Kosten von 165.000 Euro um 275.500 Euro oder 167 Prozent überschreiten.


Nach dem die rechtlich gezogene Grenze, ab der eine Aufhebung einer Ausschreibung in Betracht kommt, weit über der Kostenschätzung liegt, hatte das städtische Rechnungsprüfungsamt dem Hauptausschuss nahe gelegt, die öffentliche Ausschreibung aufzuheben. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde einstimmig mitgetragen.

Wie Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (CSU) mitteilte, seien die Bestattungsleistungen wie Grabmacher- und Beerdigungsdienst, Schließ- und Wartungsdienst, auf den städtischen Friedhöfen in Traunreut, Traunwalchen und Sankt Georgen zuletzt 2016 an eine Bestattungsdienstfirma vergeben worden. Die Laufzeit des aktuellen Vertrags sei aber bereits Ende April dieses Jahres abgelaufen. Nach dem eine erneute Ausschreibung kein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht habe, habe sich die bisherige Firma bereiterklärt, übergangsweise weiter zu machen, so Dangschat. Hinsichtlich der Kostenexplosion habe der jetzige Dienstleister ihm gegenüber erklärt, dass es immer schwieriger werde, Mitarbeiter vor Ort zu finden und man auf auswärtiges Personal zurückgreifen müsse.

Michael Mollner (L!Z) wies darauf hin, nicht von der eigenen Erwartungshaltung auszugehen: »Offenbar sind die Preise so gestiegen.« Die Folge der unangemessen hohen Preise wären höhere Friedhofsgebühren, warnte Dangschat: »Wir wollen aber, dass die Friedhöfe bezahlbar bleiben.« Die Anregung von Christian Stoib (SPD), diese Dienstleistungen dem städtischen Bauhof zu übertragen, soll jetzt untersucht werden. »Wir werden das einmal durchrechnen«, schlug der Bürgermeister vor. Stoib wies aber mit Nachdruck darauf hin, dass dafür auch ausreichend Personal vorzuhalten sei.

ga


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