weather-image
19°

»Wir haben versprochen, zu helfen«

4.2
4.2
Bildtext einblenden
Die Siegsdorferin Andrea Mühlthaler vom Förderverein »Namaste – Hilfe für Nepal« reiste zur Eröffnung der neu gebauten Schule nach Nepal. Sie hatte für die Kinder auch Schultaschen und Schulmaterial dabei.

Siegsdorf – Ein Herzensprojekt von Andrea Mühlthaler ist einen großen Schritt weiter: Nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit wurde die Shree-Bhomiraj-Schule in der nepalesischen Bergregion Tatopani eröffnet. Mit dabei war auch die 36-jährige Siegsdorferin. Sie ist die Initiatorin des Fördervereins »Namaste – Hilfe für Nepal« (wir berichteten).


Wegen der exponierten Lage und da sämtliches Baumaterial unter großen Mühen mit Yaks oder Trägern transportiert werden musste, verteuerte sich der Bau fast um ein Drittel. Die Kosten beliefen sich letztlich auf rund 60 000 Euro. Strom findet man in der Bergregion nur selten. Die Energie für Drucker und PC an der Schule kommt aus einer Solarzelle. Auch das Notruftelefon wird mit Solarstrom betrieben und eine Heizung gibt es in der Schule nicht. Das Leben in den Bergen von Tatopani vergleicht Andrea Mühlthaler mit dem Leben auf einer einfachen Alm in den bayerischen oder österreichischen Alpen, wo eine Toilette schon Luxus ist.

Anzeige

Oft müssen die Kinder 20 Kilometer zu Fuß gehen

Im Grenzgebiet zu Tibet erwartete Andrea Mühlthaler ein großes Fest mit kommunalen Politikern. Höhepunkt war dabei das symbolische Durchschneiden des Eröffnungsbands an der Schule. »Wir haben versprochen, zu helfen. Dies konnten wir tatsächlich umsetzen. Darauf sind wir sehr stolz«, freut sich Andrea Mühlthaler.

Bisher sind die Grundschulklassen eins bis vier in dem Gebäude untergebracht. Im Zuge des Neubaus wurde die Schule auf insgesamt zehn Klassenzimmer ausgelegt. Dadurch wurde die Kapazität von 75 auf 125 Kinder erhöht. Damit kann in der Bergregion nun im Umkreis von 20 Kilometern der Schulbesuch ermöglicht werden. Auf über 1800 Höhenmetern, wo kein Schulbus fährt, kein Taxi »Mama« vorhanden ist und die Wege oft von Muren, Erdrutschen und Überflutungen unpassierbar sind, gelingt es den motivierten Kindern trotzdem, täglich die Dorfschule zu besuchen. Große Freude herrschte, als die Familie Mühlthaler – auch die Eltern von Andrea Mühlthaler engagieren sich im Verein – alle 75 Kinder mit Schultaschen, Schulmaterial, Trinkflaschen und Sportausrüstung ausstattete.

Die Siegsdorferin hat nach dem Schulhausneubau bereits ein weiteres Projekt im Blick: Für die 22 Kinder des Heims »Buddhas Helping Hands« (wir berichteten) soll mit Hilfe des Vereins »Namaste – Hilfe für Nepal« ein neues Haus gebaut werden. Aktuell heißt es, auf die notwendigen Papiere und Termine mit den Anwälten zu warten. Dabei schätzt der Verein die Baukosten auf etwa 90 000 Euro. Bis es soweit ist, übernimmt der Förderverein schon einmal die Schulpatenschaften und die Lebenshaltungskosten für die 22 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren. Geleitet wird das Kinderheim von der buddistischen Nonne Ani Nima.

Wer ein Kind mit einer Patenschaft unterstützen möchte, kann sich an Andrea Mühlthaler, Telefon 0151/41 82 47 81, wenden. Spenden kann man auf das Konto der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, IBAN DE55 7105 2050 0040 4166 79, Stichwort »Namaste«. fb