Truchtlachinger Feuerwehrhaus nimmt Formen an

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Das neue Kommandantenzimmer im ersten Stock ist bereits funktionsfähig. Am Rande der Jahreshauptversammlung konnten sich die Besucher im Beisein von Bürgermeister Bernd Ruth (von links), Vorsitzendem Wolfang Bel und Kommandant Andreas Niederbuchner einen ersten Überblick verschaffen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Umbau des Feuerwehrhauses in Truchtlaching nimmt konkrete Formen an. Seit rund sechs Monaten haben die Vereinsmitglieder und Helfer fast 2000 freiwillige Arbeitsstunden in den Ausbau ihres Domizils in der Dorfmitte gesteckt.


Der erste Stock, der bisher ungenutzt war, ist fast fertig. Im Erdgeschoß wartet auf die Feuerwehrler aber noch jede Menge Arbeit. Für die bisher geleistete Arbeit gab es bei der Jahreshauptversammlung im Bürgersaal ein großes Lob von Bürgermeister Bernd Ruth.

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Materialkosten sind leicht gestiegen

Die Materialkosten für den Umbau stellt die Gemeinde zur Verfügung, während sich die Feuerwehr durch Eigenleistungen einbringt. Die anfänglich geschätzte Bausumme in Höhe von 76.000 Euro musste nach Angaben des Kommandanten Andreas Niederbuchner zwischenzeitlich um 15.000 Euro auf 91.000 Euro nach oben korrigiert werden. An diesen Mehrkosten sei die Gemeinde nicht ganz unschuldig, räumte der Bürgermeister dazu ein. Auf ihre Anregung hin sei unter anderem eine Schallschutz-Decke eingebaut worden, die ursprünglich nicht vorgesehen war.

Im ersten Stock befinden sich nun ein Schulungsraum für 30 Personen, das Kommandantenzimmer sowie ein Stüberl und Toiletten für Frauen und Männer. Das Erdgeschoß verfügt über einen Umkleide- und Spind-Raum, einen Wartungsraum für die Atemschutzgeräte sowie über getrennte Duschen für Damen und Herren. Unter der neu eingebauten Treppe befindet sich ein kleiner Lagerraum.

Der Umbau hat sich auch auf die Vereinskasse ausgewirkt. Nach Angaben von Kassier Markus Seitlinger, habe sich der Verein neben der Bestuhlung an der IT-Ausstattung beteiligt und die Verpflegung der Helfer übernommen. Außerdem seien für die Aktiven neue Uniformen angeschafft worden.

Dass die im letzten Jahr gegründete Kinderfeuerwehr Seeon-Seebruck-Truchtlaching so viel Resonanz findet, freute nicht nur die Betreuerinnen, sondern auch den Bürgermeister. Mit diesem Gemeinschaftsprojekt hätten die Gemeindefeuerwehren ihr Schicksal selbst in die Hand genommen, um den rückläufigen Zahlen entgegenzutreten. »Wenn nur 30 Prozent der Kinder übrig bleiben täten, wäre das schon respektabel«, sagte Ruth.

Nach Angaben von Sandra Niederbuchner werden die Gruppenstunden von durchschnittlich 25 Kindern besucht. Ziel sei es, Kinder zwischen sechs und elf Jahren spielerisch an die Feuerwehr heranzuführen, altersgerechte und sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten und dabei Gemeinschaft, Kameradschaft und die Bereitschaft zur Nächstenhilfe zu vermitteln.

Wie dem Bericht von Kommandant Niederbuchner zu entnehmen war, hatte die Wehr im vergangenen Jahr 34 Einsätze, darunter einen Brandeinsatz auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Seeon, bei dem ein als Lager und Pferdestall genutzter Stadel völlig ausbrannte. Außerdem mussten die Floriansjünger mehrere Keller auspumpen, zahlreiche Bäume von Fahrbahnen beseitigen und Verkehrssicherungsmaßnahmen übernehmen. Bei den Sicherheitswachen ist die Feuerwehr vor allem beim Chiemsee-Triathlon gefordert. »Wir brauchen hier 23 Leute.«

Zahl der Aktiven nach unten korrigiert

Um den Ausbildungsstand zu gewährleisten, wurden neben den Übungen auch eine große Anzahl von Schulungen und Vorträgen besucht. Neu angeschafft wurden unter anderem neue Schutzausrüstungen, eine Wärmebildkamera sowie ein sogenannter Combi-Carrier, eine spezielle Trage für Notfallpatienten. Zum Aktiven-Stand teilte der Kommandant mit, dass der Übungsbesuch vom einigen Aktiven zu wünschen übrig lasse und deshalb die offizielle Zahl von 54 auf 47 nach unten korrigiert werden musste. Lobend erwähnte er das Engagement der sogenannten Quereinsteiger, die sich in vielen Lehrgängen fortgebildet hätten.

Die acht Buben und vier Mädchen, die der Jugendgruppe angehören, scheinen mit großem Eifer bei der Sache zu sein. Nach Angaben von Jugendwart Sven Kreuzer schauen einige unter ihnen auch den Aktiven bei den Übungen über die Schultern. Die Jugend sei auch fest in die Absperrdienste sowie in die Vereinsveranstaltungen mit eingebunden.

Die Liste der Veranstaltungen auf Vereinsebene aber auch Feste und Aktionen, die mit den Ortsvereinen gemeinsam organisiert wurden, war lang. Der Vorsitzende Wolfgang Bel erinnerte unter anderem an das Watt-Turnier und an das gelungene Grill- und Weißbierfest sowie an die Ausflüge zu den befreundeten Kameraden in Weng und zum Knödelfest nach Sankt Johann.

Mehrere Ehrungen

In der Versammlung wurden auch zwei verdienstvolle Feuerwehrkameraden geehrt. An Josef Lex, der 24 Jahre lang Kommandant war, überreichten der Kommandant und der Vorsitzende eine Urkunde und einen Geschenkkorb. Die gleiche Ehrung ging an den ehemaligen stellvertretenden Kommandanten, Anton Langschartner, der aber nicht anwesend war. Ebenfalls nicht persönlich anwesend sein konnten Alois Schuster und Franz Fuhrmann, die seit 60 beziehungsweise 50 Jahren dem Verein die Treue halten und dafür geehrt wurden. Für zehnjährigen aktiven Dienst wurden Sebastian Bauer, Georg Hölzl, Simon Langschartner und Andreas Niederbuchner geehrt. ga


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