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Regulierung des Biberbestands gefordert

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Seeon-Seebruck - Biberbestand
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Die Biberschäden an der Oberen Alz bei Truchtlaching nehmen immer größere Ausmaße an. Bei einem Treffen bei Thomas Reitmaier (rechts) auf dem Huberhof in Niesgau machten sich jetzt auch der Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, und die Rosenheimer FW-Landtagskandidatin Mary Fischer ein Bild von den Schäden. Die Freien Wähler sprechen sich für eine Regulierung des Biberbestands aus. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Ganz genau hat der Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, bei einer Begehung die Biberschäden an der Oberen Alz im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet begutachtet. Er zückte sogar sein Handy und machte mehrere Fotos.


»Es wurde zu lange gewartet und zu wenig gehandelt«, erklärte der Chef der Freien Wähler gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Die Freien Wähler machen sich dafür stark, die Bejagung des Bibers zu erleichtern.

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Aiwanger sprach von einem sinnvollen Vorgehen, bei dem der Bestand nicht gefährdet werde. Er meinte sogar, dass es dem Biber guttue, wenn der Bestand regelmäßig abgeschöpft werde. »Ich mag Hasen, Schweine, Rehe und Biber«: Wenn aber ein von den Tieren verursachter Schaden ein gewisses Maß überschreite, dürfe sich seines Dafürhaltens der Mensch auch das Recht herausnehmen, einzugreifen.

Stärkere Bejagung ist notwendig

Der Biber habe sich mittlerweile so vermehrt, dass eine stärkere Bejagung notwendig sei. Die Freien Wähler hätten deshalb schon relativ früh gangbare Wege aufgezeigt und auf eine Basis gestellt. Deshalb fordern sie, das Bibermanagement landesweit in den Griff zu bekommen. Es sei ein Dilemma, dass die Abwicklung im Bibermanagement von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich behandelt werde, sagte Aiwanger. Deshalb sei eine Allgemeinverfügung unabdingbar. Auch nach dem Vorbild des Vorgehens gegen den Kormoran, bei dem diese Maßnahme bereits erfolgreich greife.

Rund 25 betroffene Grundstücksanlieger an der Oberen Alz und Vertreter von Verbänden waren zu diesem Treffen auf den Huberhof nach Niesgau gekommen. Den Kontakt zu Aiwanger stellte die Rosenheimer Landtagskandidatin der Freien Wähler, Mary Fischer, her, die ebenfalls mit von der Partie war.

Seit zweieinhalb Jahren kämpfen Thomas Reitmaier und seine Mitstreiter darum, den Biberbestand auf ein erträgliches Niveau zu reduzieren. »Wir wollen den Biber in Einklang mit dem Naturschutz auf ein ausgeglichenes Niveau bringen und ihn nicht ausrotten«, betonte Reitmaier. Als man vor zehn Jahren erstmals bemerkt habe, dass sich nahe ihrer Wälder und Felder Biber angesiedelt hätten, sei das noch sehr nett gewesen, aber jetzt »nimmer«, so Reitmaier.

Die Situation sei nicht mehr tragbar. Der possierliche, unter Naturschutz stehende Riesennager fresse nicht nur die Bäume an, mit dem Ergebnis, dass diese sogar umzustürzen drohen. Er befalle auch die Weizen- und Maisfelder, und mache mittlerweile auch vor den Steilufern nicht mehr Halt. Jungbäume würden gar nicht mehr wachsen. Die Waldbesitzer behelfen sich zum Teil damit, die Jungbäume einzuzäunen oder einzeln mit Maschendraht zu umwickeln. »Das hilft aber nicht viel. Der Biber schiebt den Maschendraht einfach nach oben«, erklärte Karlheinz Waller.

Entnahme-Ausnahme ändert nichts am Problem

Nach Angaben der Grundstücksbesitzer habe sich das Landratsamt Traunstein mit den betroffenen Alz-Anliegern geeinigt, eine Ausnahme zu machen. In dem Gebiet dürfen jetzt Biber »in einem begrenzten Umfang« entnommen werden. Das Landratsamt spricht von fünf bis sieben Tieren pro Jahr. Grundstücksbesitzer wie Hubert Kollmann mussten einen Kurs belegen, um Biber zu entnehmen, also schießen zu dürfen. Das Problem bleibe aber, weil sich der Biber bayernweit immer mehr vermehre, sind sich Kollmann und seine Mitstreiter einig.

Deshalb fordern die Alz-Anlieger, das Bibermanagement zu ändern und haben dazu ein Papier verfasst, dass sie Hubert Aiwanger überreichten. Darin fordern sie unter anderem, die Beurteilung der Biberschäden und die Schadensermittlung bayernweit auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Der Biberfonds sollte aufgestockt werden, damit die Schäden zu 100 Prozent übernommen werden könnten. Die Schadensermittlung sollte im Zuge eines Bürokratieabbaus von einem Fachpersonal durchgeführt werden – im Forstbereich durch Förster, bei Kulturschäden durch Personal der Landwirtschaftsverwaltung und nicht wie bisher durch den Biberbeauftragten der Unteren Naturschutzbehörde. Bei Schäden im Forst sollten auch die Jungpflanzen berücksichtigt werden.

Des Weiteren fordern sie, den Schutzstatus beim Biber herabzusetzen und ihn in das Jagdrecht aufzunehmen, jedoch ohne Übernahme der Wildschäden durch die Jägerschaft. Auch in FFH-Gebieten sollte eine unbürokratische Entnahme möglich sein. ga

 


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