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»Haus des Gastes« wird Büro- und Verwaltungsgebäude

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Ruhpolding: »Haus des Gastes« wird Büro- und Verwaltungsgebäude
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Aus dem »Haus des Gastes« am Rathausplatz wird nein Büro- und Verwaltungsgebäude für Gemeindeangestellte. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Die Gemeinde beabsichtigt, das bisher als »Haus des Gastes« genutzte ehemalige Schulhaus aus dem Jahr 1821 auf dem Grundstück Rathausplatz in ein Büro- und Verwaltungsgebäude für die Verwaltung umzubauen. Deshalb wurde ein Antrag auf Baugenehmigung zum Umbau und gleichzeitig zur Nutzungsänderung gestellt. Die Eingabe war eines der zentralen Themen in der jüngsten Bauausschusssitzung.


Das Vorhaben liegt im Innenbereich sowie gleichzeitig im Sanierungsgebiet Ortsmitte und ist in der Art der Nutzung im Mischgebiet bauplanungsrechtlich zulässig. Die Festsetzungen der Ortsgestaltungssatzung werden nicht berührt; auch ergibt sich durch die Nutzungsänderung kein erhöhter Stellplatzbedarf.

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Wie Bürgermeister Justus Pfeifer erläuterte, sind die Platzverhältnisse im Rathaus seit längerer Zeit sehr beengt. Deshalb biete es sich an, das direkt gegenüber liegende Gebäude, das noch dazu im Besitz der Kommune ist, für eine zukunftsfähige Umstrukturierung einzubeziehen.

Als Gründe nannte Pfeifer unter anderem die gestiegenen Anforderungen an die verwaltungstechnischen Abläufe, den erforderlichen Ausbau der Digitalisierung sowie Datenschutz und Bürgerservice. Die bisherigen als »Lesezimmer« und »Spielzimmer« ungenutzten Räume im Erdgeschoß und Obergeschoß sollen künftig als Büros für Mitarbeiter des Rathauses genutzt werden und die Arbeitsverhältnisse verbessern.

Sepp Eder, der Leiter der technischen Bauabteilung, informierte die Gremiumsmitglieder über das geplante Vorhaben, bei deren Ausführung man besonderen Wert darauf legen werde, die Außenansicht des unter Denkmalschutz stehenden, historischen Gebäudes nicht zu verändern. Nach dem Umbau sollen im Erdgeschoß das Bauamt und im ersten Obergeschoß die technische Bauabteilung einziehen.

Die WC-Anlagen im Untergeschoß werden dem Standard angepasst. Im Zuge der Modernisierung erfolgt der Einbau eines Personenaufzugs, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Somit finden auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen ungehinderten Zugang ins Gebäude und können alle Etagen problemlos erreichen. Dies betrifft auch den Sitzungssaal »Ruhpolding« im zweiten Stock, der ebenfalls saniert wird und eine neue Beleuchtung bekommt. Er steht weiterhin wie gewohnt nicht nur den kommunalen Gremien, sondern auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

In den zwei Jahrhunderten seines Bestehens hat das historische Gebäude mit dem markanten Schopfwalmdach einige Veränderungen über sich ergehen lassen müssen. Lange Zeit war es Ruhpoldings einziges Schulhaus.

Nach dem Ersten Weltkrieg diente es als sozialer Hort für die Schulspeisung, woher auch die alte Bezeichnung »Suppenküche« stammt. Damals wurden Arme verpflegt. Später waren Gemeindekanzlei, Meldestelle für Arbeitslose, Gemeindearchiv, Bücherei und Fundbüro untergebracht. Auch als Lehrerwohnung fand es zwischenzeitlich Verwendung.

1983 entschloss sich der Gemeinderat nach langer, behördlicher Odyssee, das Gebäude vor dem sicheren Verfall zu retten. In den vergangenen 35 Jahren stand es als »Haus des Gastes« im Mittelpunkt. Das heutige Gesicht verdankt das optische Schmuckkasterl den Plänen des einheimischen Regierungsbaumeisters Anton Zeller, der sich mit viel Umsicht und Sachverstand für die Renovierung einsetzte. ls

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