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Landrat Siegfried Walch sprach beim Kommunalpolitischen Aschermittwoch der CSU in der Firma Gienger Haustechnik in Erlstätt vor rund 120 Gästen, rechts der Grabenstätter CSU-Ortsvorsitzende Florian Hille. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Die Politik im Landkreis stand beim traditionellen Kommunalpolitischen Aschermittwoch der CSU Grabenstätt im Vordergrund. Landrat Siegfried Walch stellte die gute Zusammenarbeit zwischen den Kreistagsfraktionen heraus, freute sich über die erfolgreiche Landkreispolitik und ging auf Herausforderungen und Ziele ein. Mit der Tradition brach man ein wenig, denn um ein Zeichen für die heimische Wirtschaft zu setzen, ging die Veranstaltung erstmals in ihrer über 35-jährigen Geschichte nicht in einem Grabenstätter Wirtshaus, sondern in der Firma Gienger Haustechnik in Erlstätt über die Bühne.


»Wir stehen aktuell in der Region so gut da wie nie, wirtschaftlich, sozial und ökologisch, wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit, die höchste Beschäftigungsquote und die jungen Leute haben beste Chancen«, wandte sich Landrat Siegfried Walch eingangs an die rund 120 Gäste. Dass man zu einer der stärksten Wirtschaftsregionen Europas zähle, sei »das Ergebnis harter Arbeit über Generationen hinweg« und dies gelte es in einer Zeit des Wandels fortzuführen, so Walch. Den Mittelstand bezeichnete der CSU-Kreisvorsitzende »als Rückgrat der starken Wirtschaft« und das duale Ausbildungssystem »als Grundlage für unseren Wohlstand«. Man wolle das Zentrum für Ausbildung in Südostbayern werden, so Walch. In Traunstein plane man zudem einen Wohncampus für Berufsschüler. Handwerk, Handel und Industrie würden die Ziele unterstützen. Mit dem gegründeten Zweckverband Heimat.Chiemgau wolle der Landkreis für 33 Millionen Euro über 200 Wohnungen bauen, die auch für junge Leute bezahlbar seien.

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Seit 2014 sei die Verschuldung des Landkreises von gut 70 auf 49 Millionen Euro reduziert worden, so Walch weiter. Trotzdem habe man auch Vermögen aufgebaut und werde so viel wie noch nie in die Zukunft investieren – 55 Millionen Euro im laufenden Jahr. Jeder junge Mensch habe in der Region seine Chance verdient und deswegen gebe man heuer 16 Millionen Euro für die Jugendhilfe aus. Was man mit Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement erreichen könne, habe man jüngst bei der Bewältigung des Schnee-Katastrophenfalls gesehen, bei dem rund 10 500 Freiwillige im Einsatz gewesen seien. Ein Sonderlob erhielt die Feuerwehr Erlstätt, die die Einsätze im Landratsamt koordinierte.

Mit Blick auf das Volksbegehren »Artenvielfalt – Rettet die Bienen« meinte Walch, dass er sich über den Grundgedanken sehr gefreut habe, denn wenn man die Heimat schützen wolle, müsse man auch die Natur schützen. Kritisch sah er aber einige Formulierungen im Volksbegehren und die geführte Debatte, in der Menschen gegeneinander ausgespielt worden seien. Es gelte stets gemeinsam nach den besten Lösungen zu ringen, anstatt auf Schwarz-Weiß-Malerei und Polarisierung zu setzen. Äußerst positiv sah Walch die Entwicklung der Kliniken Südostbayern AG, die für die Zukunft gut aufgestellt sei. Der Landkreis sei zudem der einzige in Oberbayern, der Kreisaltenheime betreibe und das »wirtschaftlich und langfristig nachhaltig«, so Walch. Für die Zukunft stellte er in Sachen Kurzzeitpflege eine engere Kooperation zwischen den Kreiskliniken und Kreisaltenheimen in Aussicht, um die Zeit zwischen der Entlassung des Patienten aus dem Krankenhaus und dem Rehe-Antritt zu überbrücken.

Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und erwähnte exemplarisch den heuer anvisierten Bau des Geh- und Radwegs an der Kreisstraße TS 54 in Erlstätt. Er komme beruflich viel in der Welt herum und sei immer froh, wenn er in den »in allen Bereichen gut funktionierenden Landkreis Traunstein« zurückkomme, wo »eine mit Menschenverstand betriebene Politik den Bürgern Sicherheit und Stabilität gibt«, stellte CSU-Ortsvorsitzender Hille fest.

Vor der Veranstaltung konnten sich die Besucher bei Führungen ein genaues Bild von der Firma Gienger machen, die, wie Geschäftsführer Wolfgang Irlacher erwähnte, seit 1977 in der Gemeinde ansässig sei, rund 200 Mitarbeiter beschäftige und seit jeher viel Arbeit in die Ausbildung stecke. Letzteres sei eine gute Investition in die Zukunft, betonte Irlacher. Eine große Herausforderung sei die fortschreitende Digitalisierung.

Für die zünftigen Klänge sorgte die Musikkapelle Grabenstätt. Auch für das leibliche Wohl der Gäste war bestens gesorgt. mmü