Bayerische Bio-Königin Annalena I. zu Gast auf dem Aubauern-Hof

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Die Bayerische Bio-Königin Annalena I. auf dem Hof in Bergen. (Foto: Effner) Foto: Effner

Bergen – Wenn es um die Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten in der Landwirtschaft geht, steht bei Konsumenten die Forderung nach mehr Tierwohl und Tiergesundheit ganz oben. Wie sich beides verbinden lässt, davon überzeugte sich die Bayerische Bio-Königin Annalena I. auf dem Bio-Betrieb der Familie Wimmer »Beim Aubauern« in Bergen. Der Hof ist bereits seit 1300 urkundlich bezeugt.


Die erste Überraschung bot sich bei der Vorstellung des Hofs durch Andreas Wimmer. Der 41-Jährige ist selbstständiger Schreinermeister aus Erlstätt und entdeckte durch die Liebe zu Katharina auch seine Passion für die Bio-Landwirtschaft. Inzwischen hat er sich zum Landwirtschaftsmeister weitergebildet, »um auch mit der entsprechenden Fach- und Detailkenntnis so einen traditionsreichen Hof wirtschaftlich gut führen zu können«. Am Hof in Bergen betreibt er eine eigene Werkstatt.

Bereits die Eltern von Katharina, die halbtags als Steuerfachwirtin arbeitet, haben den Hof 1994 Jahren auf Bio-Betrieb nach Naturland-Prinzipien umgestellt. »Uns lag vor allem das Thema Tiergesundheit, natürliche Haltungsbedingungen und die Hörnerthematik am Herzen, deshalb sind wir im September 2020 zum Demeter-Verband mit strengeren Richtlinien gewechselt«, ergänzt die 29-Jährige. Der Bio-Verband versteht die Hörner als wichtige »Sinnesorgane« der Tiere und verbietet deshalb als einziger das schmerzhafte Enthornen oder das Halten genetisch auf Hornlosigkeit gezüchteter Kühe.

In dem 2006 gebauten Laufstall halten die Wimmers aktuell rund 20 Milchkühe, die auf der Weide rund um den Hof grasen können. Die Kälber dürfen acht Wochen lang bei der eigenen Mutter bleiben und werden nicht sofort getrennt. Das sei gut für die Gesundheit der Jungtiere, sagt Andreas Wimmer.

Im Zuge der Umstellung auf möglichst natürliche Haltungsmethoden hat sich das junge Bauernpaar auch Gedanken über die Stierkälber gemacht. »Die werden für die Milchviehwirtschaft normalerweise nicht gebraucht und deshalb nach maximal sechs Wochen verkauft.« Statt der auch emotional belastenden Tiertransporte über weite Strecken entdeckte das Paar eine andere Alternative, die Wertschätzung mit Wertschöpfung verbindet.

Nach der Kastration werden die Jungochsen im Alter von vier Monaten zu einem Demeter-Partnerbetrieb in Chieming gebracht und dort bis zum Alter von maximal drei Jahren gemästet.

Zurückgekehr auf dem Bio-Hof der Wimmers können sie noch eine Weile auf der Weide grasen. Im Anschluss werden sie – ohne Transport- und Verladestress – von einem Metzger per Hofschlachtung in der gewohnten Umgebung geschlachtet.

»Es ist erstaunlich, wie der am Wohl von Mensch und Tier orientierte Bio-Gedanke hier zur gelebten Philosophie wird, die sich in vielen Details niederschlägt«, erklärte Bio-Königin Annalena I. Brams. »Für mich ist das ein Vorbild-Betrieb, der durch Vernetzung, Regionalität und innovative Ideen anderen Mut macht«, ergänzte die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl beim königlichen Besuch in Bergen.

eff