Wahlteisendorfer und gebürtiger Bad Tölzer Kurt Kment ist Geologe und Autor

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Kurt Kment geht als Geologe auf die Suche nach Versteinerungen – und er ist nun unter die Autoren gegangen. Einen Krimi hat er geschrieben. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Der Wahlteisendorfer und gebürtige Bad Tölzer, Kurt Kment, hat zwei nicht alltägliche Hobbys: Er schreibt in seiner Freizeit Krimis und sucht in den Bergen der Umgebung nach Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Sein erster Kriminalroman »Leonhardifahrt« ist voriges Jahr im Gmeiner-Verlag erschienen und wurde von den Lesern gut angenommen. Die Fossilien lagern überwiegend im Keller seines Wohnhauses.


Kurt Kment lebt seit sieben Jahren in Teisendorf. Damals ist er der Liebe wegen von Bad Tölz, wo er bis dahin zuhause war, nach Teisendorf gezogen. Er fühlt sich wohl hier, in Teisendorf sei es gemütlich, meint er, und die Leute würden alle grüßen. Das sei in dem doch städtischer geprägten Bad Tölz nicht so. Und Heimatgefühle habe er auch hier in Teisendorf, denn die Berge, die er über alles liebt und in denen er nach versteinerten Tieren und anderen Zeugen der Erdgeschichte sucht, sind wie in Tölz gleich vor der Haustür.

Die Suche nach Fossilien ist Schwerstarbeit, erzählt der gelernte Geologe mit Fachrichtung Paläontologie – das ist, verkürzt gesagt, die Wissenschaft vom alten Leben, mindestens älter als 10 000 Jahre. Ausgerüstet mit passendem Werkzeug, wie Meißel und Hammer und mit genügend Trinkwasser im Rucksack zieht er an freien Tagen los und hofft in den Sedimentgesteinen der Alpen versteinerte Überreste früherer Meeresbewohner zu finden. Manche Tage sind erfolglos, manchmal aber findet das geübte Auge des Wissenschaftlers Ammoniten, versteinerte Verwandte der Tintenfische, Krustentiere oder andere Überreste längst vergangener Zeiten. Die Funde seien selten, aber meist von guter Qualität, erzählt Kment, und legt zum Beweis einen sehr gut erhaltenen Ammoniten und einen versteinerten Kurzschwanzkrebs auf den Tisch.

»Die beiden Tiere haben vor vielen Millionen Jahren gelebt«, erklärt er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Jeder dieser besonderen Funde lasse ihn spüren, dass der Mensch nur eine kleine Episode, ein kleines Licht in der Jahrmillionen alten Geschichte des Planeten ist. Dieses Wissen ringe ihm Ehrfurcht ab vor der großen Natur und dies versuche er auch den Studierenden an der Katholischen Stiftungshochschule in Benediktbeuern zu vermitteln, wo er jährlich einen Block zu Geologie und Naturerlebnis unterrichtet.

Und vielleicht hat diese Erkenntnis auch zu der Bescheidenheit und Ruhe beigetragen, die Kurt Kment im Gespräch ausstrahlt und die so ganz im Gegensatz zu der Spannung und dem Wettlauf gegen die Zeit in seinem ersten Kriminalroman ist, der gleich zu einem Erfolg wurde.

Bereits der Titel »Leonhardifahrt« lässt anklingen, dass es um ein Bad Tölzer Traditionsereignis geht, die Pferdewallfahrt zu Leonhardi, deren Ausfall einem Sakrileg gleichkommen würde. Und so bemüht sich Kommissar Besener mit seinen Leuten, den Erpressern, die genau das bezwecken, auf die Spur zu kommen. Dass der Leser dabei in spannendem Rahmen die Traditionen, Bräuche, den bayerischen Lebensstil und die Mentalität der Menschen aus Bad Tölz und Umgebung kennenlernt, ist für den Krimiautor Kment ein durchaus gewünschter »Nebeneffekt«. Nein, eigentlich ein Haupteffekt, wie sich im Gespräch herausstellt. Denn auf die Idee, einen Kriminalroman zu schreiben, der in Bad Tölz spielt, brachten ihn die ständigen Fragen zu dem »Bullen von Tölz«, die er während seiner vielen Dienstfahrten ins europäische Ausland gestellt bekam. Den »Bullen von Tölz« kannte jeder, aber Bad Tölz mit seiner bayerischen Lebensart, seiner Geschichte und Tradition kannten die wenigsten. Im Gespräch mit Freunden kam er daher auf die Idee, einen »richtigen Bad Tölzer Krimi« zu schreiben. Ihr guter Rat »Mach das mal, das kannst Du doch« war Ansporn es zu versuchen, erzählt Kment. Das war vor etwa zehn Jahren. Da hat er mit dem Schreiben begonnen.

Monika Konnert

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