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Nur zwei von sechs Bremsen funktionierten: Maroden Sattelzug auf A8 gestoppt

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Foto: dpa/Symbolbild

Teisendorf – Einen maroden Sattelzug kontrollierte die Verkehrspolizei Traunstein am Samstag auf der A8 bei Teisendorf. Der Fahrer war durch ein gefährliches Fahrmanöver aufgefallen.


Am Samstagnachmittag beobachtete eine Streife der Verkehrspolizei einen slowenischen Sattelzug, der aus dem Parkplatz am Teisenberg auf die Autobahn 8 in Richtung München auffahren wollte. Als der Lkw gerade auf die A8 aufgefahren war, blieb er plötzlich auf dem rechten Fahrstreifen stehen. Die zufällig anwesenden Polizisten sicherten die Gefahrenstelle sofort mit ihrem Einsatzfahrzeug ab, während der Lastwagen-Fahrer sein Gespann rückwärts zurück in den Parkplatz rollen ließ.

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Als Begründung für diese gefährliche Aktion gab der 61-jährige bosnische Fahrer Probleme mit dem Automatikgetriebe seiner Iveco-Sattelzugmaschine zu Protokoll. Tatsächlich zeigte der Bordcomputer einen Defekt in der Getriebesteuerung an. Die Beamten nahmen das Gefährt daraufhin etwas genauer unter die Lupe. Dabei erhärtete sich sehr schnell der Verdacht, dass das Getriebe nicht der einzige Schwachpunkt dieses Gespanns sein dürfte.

Während die Zugmaschine aufgrund des Getriebeschadens mit dem Beschleunigen so ihre Probleme hatte, war beim Auflieger genau das Gegenteil der Fall – hier war die Bremsanlage nur noch in Teilen betriebsbereit, denn von sechs Radbremsen waren nur noch zwei einsatzfähig. Bei den übrigen vier Radbremsen war kein Bremsbelag mehr vorhanden, sie schliffen allesamt bereits Eisen auf Eisen. Die über die Felgenaußenseiten verteilten Metallspäne, die bei der Reibung zwischen Bremsscheibe und Bremsbelagträger entstehen, verrieten dies schon aus einiger Entfernung. Eine halbwegs brauchbare Bremsleistung des im Übrigen vollbeladenen Sattelanhängers war damit nicht mehr gewährleistet.

Schließlich erinnerte die Art und Weise, wie der Auflieger beladen war, ein wenig an das „Kraut-und-Rüben-Prinzip“. Die Plane war auf einer Seite bereits deutlich ausgebaucht, da sich die gänzlich ungesicherten und durcheinander liegenden Kisten und Kartonagen während der Fahrt offensichtlich selbständig gemacht haben und im Laderaum hin und her gerutscht waren.

Mit seiner Fahrt trotz der verkehrsunsicheren Bremsanlage und der nicht vorhandenen Ladungssicherung handelte sich der Bosnier nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Er musste eine Sicherheit von mehr als 200 Euro hinterlegen und bekommt außerdem einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Des Weiteren dürfte auch der Fahrzeughalter nicht gänzlich ungeschoren davonkommen, denn die Verkehrspolizei wird das Bundesamt für Güterverkehr über den Vorfall in Kenntnis setzen.

Die Weiterfahrt haben die beiden Beamten an Ort und Stelle unterbunden, Ladungs- und Fahrzeugdokumente wurden sichergestellt. Der Fahrer nahm es dennoch sportlich und meinte schließlich: „If I can't go on with my truck, at least there's an amazing weather here.“ Dem hatte die Polizei nichts mehr hinzuzufügen.

Pressemitteilung der Verkehrspolizei Traunstein