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Nach Stau-Furore: Entlastung der Grenzkontrollen noch in diesem Jahr?

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Foto: Matthias Balk/dpa

Piding/Bad Reichenhall – Baumaßnahmen zur Entlastung der Grenzkontrollen an der österreichischen Grenze sollen noch in diesem Jahr geplant und fertiggestellt werden. Sportliche Pläne dazu hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für die Kontrollstellen an der A8 am Walserberg vorgestellt.


In den vergangenen Tagen hatten die Österreicher mit ihren geplanten Maßnahmen für Furore im Berchtesgadener Land gesorgt: Der Salzburger Landesrat Stefan Schnöll will die Walserberg-Anrainer vom Ausweichverkehr der A8 entlasten und diesen künftig über Marktschellenberg ableiten. So würde Berchtesgaden zum Durchgangsort für den Autobahn-Verkehr werden.

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Schnellere Kontrollen und weniger Stau auf dem Weg nach Österreich: Das schwebt Pendlern, Reisenden und Anwohnern im Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich schon seit geraumer Zeit vor. Nun gibt auch Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, den Auftrag an Bayern für eine rasche Lösung zu den Ausbauten der Grenzkontrollstellen an der A8 am Walserberg:

„Die Entlastung im Grenzgebiet zu Österreich kommt. Es freut mich außerordentlich, dass wir eine Lösung erarbeitet haben. Mit den Baumaßnahmen beschleunigen wir die Grenzabfertigungen – für Pendler, Wirtschaftsverkehr und Urlauber. Auch die Anwohner werden entlastet: Wenn der Verkehr auf den Autobahnen sicher und reibungslos fließt, reduziert das den Ausweichverkehr in den umliegenden Ortschaften“, so Scheuer zu den Plänen.

Dritte Spur an der Kontrollstelle

In Zusammenarbeit mit der österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft „ASFINAG“ wird an der Kontrollstelle auf der A8 am Walserberg eine rund zwei Kilometer lange dritte Spur erbaut. Auf deutscher Seite wird diese Spur rund 400 Meter lang sein. Dafür werden zum Teil schon vorhandene Flächen des Zollamtes genutzt und an den anderen Stellen wird die Autobahn entsprechend verbreitert.

Für die Baukosten veranschlagt der Bund rund zwei Millionen Euro. Die Autobahndirektion Südbayern ist für die Planung und Umsetzung des Projektes zuständig. Die Spur soll nach Angaben des Ministeriums vom Freitag noch in diesem Jahr erbaut werden.

Wird das Land Salzburg seine Pläne ändern?

Die Bürgerinitiative Transitfreies Karlstein hat untersucht, wie Navigationssysteme den Verkehr umleiten werden, wenn die Salzburger ihre Maßnahmen in die Tat umsetzen. Mehrere Gemeinden wären vom erhöhten Verkehrsaufkommen betroffen.

Die dritte Spur für die Grenzkontrollen am Walserberg wird nicht vor dem Sommer umsetzbar sein. Es scheint also wenig wahrscheinlich, dass der Landesrat die Pläne für seine Entlastungsmaßnahmen wieder kippen wird. Wie das Ganze im Detail aussehen wird, lesen Sie in diesem Artikel.

Passend dazu:

»Ich bin sehr enttäuscht von den Salzburger Kollegen«, so der Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden Franz Rasp zu den Plänen des Landes Salzburg.