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Mit Mozarts Kindergeige im Reich der Mitte

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Talentiert, natürlich und nervenstark spielt Anna Pföß auf der Kindergeige von Mozart, von Johannes Honsig-Erlenberg am Klavier begleitet. (Foto: Mikosch)

Strahlend präsentierte die siebenjährige Anna Cäcilia Pföß im historischen Wiener Saal der Stiftung Mozarteum in Salzburg eine der kostbarsten historischen Geigen, Mozarts originale Kindergeige!


Auf diesem Instrument – in der Größe zwischen einer Viertel- und Halbgeige – hatte der junge Mozart etwa ab seinem fünften Lebensjahr gespielt. Bei der großen Westeuropareise der Familie Mozart von 1763 bis 1766 war sie mit im Reisegepäck. Erst vor Kurzem ging diese kleine Geige wieder auf Reisen, diesmal hoch versichert, als die österreichische Delegation in Begleitung von Bundespräsident Alexander van der Bellen in Peking zu einem offiziellen Staatsbesuch weilte.

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Das besondere Gastgeschenk war ein musikalisches: Beim Staatsbankett im Goldenen Saal des Volkspalastes spielte die junge Geigerin Anna zum Entzücken von Staatspräsident Xi Jinping und der vielen anderen Zuhörer auf der wertvollen Mozart-Geige, begleitet am Klavier von Johannes Honsig-Erlenburg, dem Präsidenten der Stiftung Mozarteum.

Dieser und seine kleine Solistin waren nun gekommen, um davon eine Kostprobe zu präsentieren: Aus den in Peking gespielten Werken Mozarts zwei Menuette aus früher Zeit, danach ein Stück typisch österreichischer Volksmusik, einen »Schleuniger« und eine speziell für diese Reise erlernte alte chinesische Volksweise mit ihren pentatonischen Anklängen. So natürlich und unaufgeregt, wie die junge Geigerin oben auf der Bühne spielte, so schüchtern reagierte sie auf Fragen über ihre speziellen Eindrücke während dieser Mission. Das Essen hat »voi guat« geschmeckt, mit Stäbchen! Aber den chinesischen Präsidenten hätte sie nicht verstanden, der sprach ja chinesisch! Und die Chinesische Mauer sei »riesig«! Und diese hat sie sich beim chinesischen Lied mit viel Blumen darauf vorgestellt.

Dies alles erzählte sie mit einem verschmitzten Seitenblick zu ihrer Mama, Musikpädagogin am Salzburger Musikum, und ihrer Geigenlehrerin Birgitta Zamastil, die natürlich in China dabei waren. Beide waren sich einig, dass für Anna die Musik einfach »dazu gehört«. Während ihres dritten Lebensjahres hat Anna bereits begonnen, auf einer Kindergeige zu spielen. Das Üben wurde nicht übertrieben, doch freut sich Anna, »wenn‘s schön klingt«. Andere Hobbys hat Anna ja auch noch, erzählt die Mama: »Ziehharmonika und Gitarre spielen, Radfahren, Reiten und Lesen. »Und Trampolin hüpfen«, fügt Anna hinzu. Nur wenn ein besonderes Vorspiel in Sicht ist, wird mehr geübt. So ist Anna schon mehrfache Preisträgerin von »Prima la musica«-Wettbewerben.

Natürlich gab es viel Applaus für Anna und ein großes Dankeschön vom Stiftungspräsidenten mit einem Erinnerungsfotobuch der Chinareise. Er freute sich natürlich über das weltweite Presseecho, welches durch ihren Auftritt mit Mozarts Kindergeige ausgelöst worden war. Als kultureller Botschafter konnte die Stiftung Mozarteum in China bereits wichtige Kontakte knüpfen und stärken.

Es ist eine groß angelegte Ausstellung über Leben und Werk von Wolfgang Amadé Mozart für China in Planung, die genau auf chinesische Bedürfnisse und Denkart zugeschnitten sein wird. Dann wird auch die kleine Geige des Meisters wieder auf die Reise gehen, nachdem sie nun wieder sicher verwahrt in Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse zurückwandert und dort mit anderen Instrumenten aus der Zeit Mozarts ausgestellt wird Helga Mikosch.