weather-image
20°

Mit Coronavirus infiziert: Deutscher nächtigte in Salzburger Hotels – 18 Angestellte in Quarantäne

3.2
3.2
Salzburg: Mit Coronavirus infizierter Deutscher nächtigte in Hotels – 18 Angestellte in Quarantäne
Bildtext einblenden
Foto: Marijan Murat/dpa

Salzburg – Ein 30-jähriger Frankfurter verbrachte vergangene Woche zwei Nächte in zwei Salzburger Hotels. Da der Mann wenig später positiv auf den Coronavirus getestet wurde, hat die Stadt Salzburg insgesamt 18 Mitarbeiter der Hotels unter häusliche Quarantäne gestellt.


Das Salzburger Gesundheitsamt wurde am Sonntag von den deutschen Behörden über den Krankheitsfall informiert. Der Deutsche wurde am Samstag positiv auf den Virus getestet und befindet sich in der Virologie des Uniklinikums Frankfurt in Behandlung. Der 30-Jährige hatte sich von Mittwoch bis Freitag (26. bis 28. Februar) in Salzburg aufgehalten und dabei in zwei Hotels genächtigt.

Anzeige

Der Mann hatte als Frankfurt-Fan das Europapokal-Spiel im Stadion in Wals-Siezenheim besucht. Weitere Kontaktpersonen konnten die deutschen Behörden bislang nicht ermitteln. Generell gilt, dass eine Übertragung der Krankheit im Freien weniger wahrscheinlich ist als in geschlossenen Räumen. In Österreich gibt es bis dato auch keine Vorgabe, Großveranstaltungen abzusagen.

Coronavirus in Bayern

Zu unserem Live-Ticker: Weitere Fälle in Bayern – Zahlreiche Infektionen bestätigt

»Die städtischen Behörden haben noch in der Nacht auf Montag sehr rasch reagiert und jeweils neun Angestellte der Hotels in häusliche Quarantäne geschickt«, so Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner. »Die Hotel-Betreiber haben hervorragend mit dem Gesundheitsamt sowie dem Amt für Öffentliche Ordnung zusammengearbeitet und Verständnis für die nötigen Maßnahmen gezeigt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.«

Die Stadt Salzburg habe, genauso wie das Land, einen Einsatzstab hochgefahren. Dieser tagt seit dem 26. Februar täglich. Vorsorgemaßnahmen würden mit allen relevanten Einsatzorganisationen koordiniert. »Wir sind wachsam und reagieren sofort, wenn es nötig ist. Die Situation ist für alle herausfordernd, wir sind aber gut vorbereitet«, so der Stadtchef.

»Zum konkreten Fall stellte das Gesundheitsamt der Stadt umfangreiche Erhebungen an. Schneller kann man das eigentlich nicht machen. In enger Absprache mit der Landessanitätsdirektion wurden sieben Angestellte des Yoho Hostel als Verdachtsfälle in häusliche Quarantäne in der Stadt Salzburg abgesondert, zwei weitere Verdachtsfälle wurden der BH Salzburg Umgebung sowie der BH St. Johann gemeldet«, sagt die Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Beim Hotel Meininger Salzburg City Center seien ebenfalls sieben Angestellte in häusliche Quarantäne in der Stadt abgesondert worden, zwei weitere der BH Salzburg Umgebung und der BH Südoststeiermark gemeldet worden.

»Für die Reise in die Heimatbezirke bzw. die Fahrt nach Hause wurden alle angewiesen, entweder den privaten Wagen zu benutzen oder Kontakte mit Mitreisenden zu meiden«, erklärt Bezirkshauptmann Michael Haybäck, Abteilungsvorstand Allgemeine und Bezirksverwaltung in der Stadt Salzburg. Die Zimmer, die der Frankfurter bewohnt habe, würden von Amts wegen desinfiziert. Haybäck betont zudem, dass bis dato insgesamt 20 Personen als Corona-Verdachtsfälle in der Landeshauptstadt abgesondert werden mussten. »Alle Betroffenen haben Verständnis gezeigt. Ihre Versorgung ist gesichert.«

Claus Peter Reedl, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes und Amtsarzt der Stadt Salzburg, sagte, dass die umfangreiche Aufklärung Wirkung zeige. Verdachtsfälle müssten zwei Mal pro Tag Fieber messen und sich ein Mal pro Tag beim Amt melden. Zudem gebe es stichprobenartige Überprüfungen. »Der Großteil ist symptomfrei. Jeder Fall muss freilich einzeln beurteilt werden.«

Reedl verweist nochmal auf die Telefon-Hotlines: »Bitte die 1450 wählen, wenn jemand Symptome hat – und keinesfalls gleich zum Arzt gehen!« Für allgemeine Fragen zum Corona-Virus steht die AGES-Nummer 0800/555-621 zur Verfügung.