weather-image
17°

Großbrand in Berchtesgaden: Christophorus-Schule brennt bis auf die Grundmauern nieder

4.0
4.0
Großbrand in Berchtesgaden: Christophorus-Schule brennt bis auf Grundmauern nieder – Großeinsatz & Millionenschaden
Bildtext einblenden
Nicht mehr viel übrig ist von dem Schulgebäude der Christophorus-Grund- und Mittelschule nach dem Großbrand, der in der Nacht auf Freitag auf der Buchenhöhe ausgebrochen war. Die Ursache: unklar. Der Schaden: enorm. (Foto: Leitner, BRK BGL)

Berchtesgaden – Ein Großbrand in der Christophorus-Grund- und Mittelschule auf der Buchenhöhe hielt in der Nacht auf Freitag über 200 Einsatzkräfte von 13 Feuerwehren, dem BRK und der Polizei aus dem gesamten Landkreis Berchtesgadener Land und dem benachbarten Österreich in Atem. Das Schulgebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Jetzt laufen die Ermittlungen.


In der Nacht war in dem Gebäude, in dem die Grund- und Mittelschule der CJD-Christophorusschulen Berchtesgaden untergebracht waren, ein Feuer ausgebrochen, wenig später stand der Komplex in Vollbrand. (Bilder des Einsatzes unten im Artikel)

Anzeige

Update, 11:15 Uhr: Unterricht entfällt bis einschließlich 8. Oktober 2019 - Ermittlungen aufgenommen

Der Unterrichtsbetrieb wurde in Absprache zwischen Instituts- und Schulleitung sowie mit dem Staatlichen Schulamt des Landkreis Berchtesgadener Landes bis einschließlich kommenden Dienstag, 08.10.2019, vorübergehend ausgesetzt

Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache übernommen. Noch am frühen Freitagnachmittag wurde eine Gutachterin des Bayerischen Landeskriminalamts hinzugezogen. Derzeit können zur Brandursache keinerlei Aussagen getroffen werden.

Update, 16.30 Uhr: Löscharbeiten bis Samstag

Florian Ott, Gesamtleiter des CJD Bayern, informierte am Mittag auf einer Pressekonferenz auf der Buchenhöhe über den aktuellen Stand. Man ist froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Alle Infos über die Konferenz und die Brandkatastrophe aus Sicht des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) in unserem Artikel: »Alle Schüler sind gut versorgt«.

Keine ernsthaft Verletzten

Ernsthaft verletzt wurde bei dem Brand zum Glück niemand; die Sanitäter des BRK und der Berchtesgadener Notarzt mussten insgesamt sechs geschockte, frierende und internistisch erkrankte Schüler ambulant vor Ort versorgen, die anschließend an die Krankenstation des Internats übergeben und von den dortigen Medizinern weiter behandelt wurden.

Bilder nach den Löscharbeiten:

Tobias Schäfer, der am Freitagnachmittag die Einsatzleitung innehat, geht davon aus, dass man erst am Samstagmorgen alle Glutnester gelöscht haben wird. »Vor allem zwischen den Decken finden wir immer wieder Glutnester«, sagte Schäfer am Nachmittag auf einer Pressekonferenz.

Über die Brandursache gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Die Kriminalpolizei Traunstein hat mit Unterstützung des Spurensicherungskommissariats die Ermittlungen übernommen. Auch eine Brandgutachterin des Landeskriminalamtes wurde hinzugezogen.

Bilder vom Löscheinsatz in der Nacht:

Heute Nacht brach im Schulkomplex auf der Buchenhöhe in Berchtesgaden ein Feuer aus. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stand das Gebäude bereits in Vollbrand. (Video: BR24)


Update, 13.05 Uhr:

Nachdem die Flammen am Vormittag gelöscht waren, konnte ein Großteil der Einsatzkräfte wieder abziehen. Die verbliebenen Helfer beschränken sich nun auf die Bekämpfung der Glutnester, wobei auch ein Bagger zum Einsatz kommt.

Weil die zentrale Heizungsanlage des Asthmazentrums im abgebrannten Schulgebäude untergebracht ist, können die anderen Gebäude nicht mehr beheizt werden. »Die Schule hat aber auch hier bereits Maßnahmen ergriffen«, weiß Einsatzleiter Thomas Pfnür im Interview mit unserer Redaktion.

Für die Feuerwehr ging es hauptsächlich darum, ein Übergreifen des Brandes auf die Nachbargebäude zu verhindern. »Denn es war schnell klar, dass das Schulgebäude nicht mehr zu retten war. Der komplette Dachstuhl stand in Flammen«, sagte Pfnür. Weil ohnehin nichts mehr zu retten war, schickte man nur in Ausnahmefällen Atemschutzgeräteträger auf das Dach oder gar ins Gebäude. Ansonsten beschränkte man sich auf die Brandbekämpfung aus sicherer Entfernung.

Berchtesgaden: Großbrand in Christophorus-Schule auf der Buchenhöhe – Feuerwehren im Großeinsatz
Bildtext einblenden
Ein Großaufgebot von 13 Feuerwehren aus dem Berchtesgadener Land und Österreich bekämpften die Flammen. (Foto: Leitner, BRK BGL)

Wegen der großen Anzahl an Feuerwehren hätte die Versorgung mit Löschwasser zu einem Problem werden können. Doch man errichtete zusätzliche Versorgungsleitungen zu Bächen in der Umgebung. Entscheidend aber war die Verwendung des Wassers aus der CJD-Schwimmhalle. »Die Verwendung des Wassers ist im Brandschutzkonzept vorgesehen und wurde von uns auch schon geübt«, sagte Thomas Pfnür. Und es funktionierte jetzt auch im Ernstfall hervorragend; nachgefüllt wurde der Pool mit Tanklöschfahrzeugen, die Wassernachschub vom Hotel »Kempinski« besorgten.

Bildtext einblenden
Foto: Leitner, BRK BGL

Update, 10.35 Uhr:

Der Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehren lief am frühen Freitagmorgen gegen 2.40 Uhr an, nachdem über mehrere Notrufe ein Feuer im Asthmazentrum Buchenhöhe gemeldet worden war. Als gegen 2.40 Uhr die Notrufe eingingen, war die Lage zunächst noch unklar. Als die anrückenden Kräfte dann aber vor Ort eintrafen, konnten sie den Vollbrand des dortigen Schulgebäudes der Christophorus-Grund- und Mittelschule bestätigen. Sofort wurde Verstärkung angefordert.

Währenddessen wurden bereits die angrenzenden, nicht vom Brand betroffenen Wohngebäude aus Vorsichtsmaßnahmen evakuiert. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Berchtesgaden (mit Löschzügen Au und Maria Gern), Bischofswiesen, Schönau, Königssee, Marktschellenberg, Ramsau, Bad Dürrnberg, Hallein, Freilassing (Atemschutz-Sammelstelle), Bad Reichenhall (Abrollbehälter Einsatzleitung) und Bayerisch Gmain gingen gemeinsam gegen den Großbrand vor und schafften es, das komplexe Schadensszenario unter Kontrolle zu bringen. Dabei war vor allem die Versorgung mit Löschwasser schwierig. Die Ehrenamtlichen bauten unter anderem eine Schlauchleitung vom nahen Larosbach auf und richteten einen Pendel-Verkehr über die Scharitzkehlstraße mit Tankfahrzeugen ein. So konnte ein Übergreifen des Brandes auf umliegende Gebäude erfolgreich verhindert werden.

Bildtext einblenden
Foto: Leitner, BRK BGL

Ernsthaft verletzt wurde niemand. Die Sanitäter und der Berchtesgadener Notarzt mussten insgesamt sechs geschockte, frierende und internistisch erkrankte Schüler ambulant vor Ort versorgen, die anschließend an die Krankenstation des Internats übergeben und von den dortigen Medizinern weiter behandelt wurden. Da sich der Einsatzort in rund 950 Metern Höhe befindet, lagen die Außentemperaturen in der Nacht nur noch knapp über dem Gefrierpunkt.

Das Rote Kreuz war bis 9 Uhr zur Absicherung des komplexen Feuerwehr-Einsatzes mit bis zu 15 Sanitätern, einem Notarzt und sieben Fahrzeugen gleichzeitig vor Ort, darunter auch die Ehrenamtlichen der BRK-Bereitschaften Berchtesgaden und Bad Reichenhall mit ihren Schnell-Einsatz-Gruppen Transport und Betreuung.

Sie kümmerten sich um die sechs leicht verletzten Schüler und zusammen mit vier Ehrenamtlichen des Malteser Hilfsdienstes aus Bad Reichenhall um die Verpflegung der Einsatzkräfte mit Kaffee, Tee, kalten Getränken und mehreren hundert belegten Semmeln. „Es war super, dass wir die vorhandene Infrastruktur der Einrichtung mit der Krankenstation und dem Speisesaal nutzen konnten und keine Zelte aufbauen mussten, die aufgrund der kalten Witterung beheizt werden hätten müssen“, berichtet Rotkreuz-Einsatzleiter Hermann Scherer.

Die Schule in der Grund- und Mittelschule des Asthmazentrums Buchenhöhe fällt am Freitag aus. Die Christophorusschule am Dürreck ist nicht betroffen; dort findet der Unterricht regulär statt. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf zwei Millionen Euro. Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen; bislang gibt es zur Brandursache aber noch keine genaueren Informationen.

Bildtext einblenden
Foto: Leitner, BRK BGL

red/BRK BGL

Update, 7.20 Uhr:

Wie Polizei und Radiosender berichten, fällt der Unterricht in der Grund- und Mittelschule des Asthmazentrums Buchenhöhe heute aus. Die Christophorusschule am Dürreck ist davon nicht betroffen. Dort findet der Unterricht heute regulär statt. 

Die Löscharbeiten laufen weiterhin auf Hochtouren; insgesamt sind 13 Feuerwehren im Einsatz – davon kommen zwei aus Österreich. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund zwei Millionen Euro. Die Kripo Traunstein hat die Ermittlungen übernommen. Bislang gibt es über die Brandursache aber noch keinerlei Erkenntnisse.

Wie Bürgermeister Franz Rasp auf seiner Facebook-Seite mitteilt, kamen nach derzeitigem Stand keine Personen zu Schaden. Zahlreiche Feuerwehren und Hilfsorganisationen, auch aus dem benachbarten Hallein, kämpfen derzeit mit rund 200 Kräften darum, dass die Flammen nicht auf benachbarte Gebäude übergreifen.

Berchtesgaden: Brand in Christophorus-Grundschule auf Buchenhöhe – Feuerwehren bekämpfen Vollbrand in Großeinsatz
Bildtext einblenden
Foto: Franz Rasp/Markt Berchtesgaden

Erstmeldung, 5.15 Uhr:

Seit dem frühen Morgen läuft im Markt Berchtesgaden ein Großeinsatz der Feuerwehren, des BRKs und der Polizei: In der Christophorus-Grund- und Mittelschule auf der Buchenhöhe ist heute Nacht ein Brand ausgebrochen, wenig später stand das Gebäude auch schon in Vollbrand.

Wie das Polizeipräsidium in einer Vorausmeldung mitteilt, war das Feuer in dem Gebäudekomplex mitten in der Nacht ausgebrochen. Gegen 2.40 Uhr wurde der Brand heute Morgen bei der Integrierten Leitstelle Traunstein gemeldet. Umgehend wurde die Rettungskette in Gang gesetzt.

Als die ersten Einsatzkräfte am Gebäude eintrafen, stand die Schule bereits in Vollbrand. Seitdem sind die Kräfte der Feuerwehren vor Ort mit umfangreichen Lösch- und Bergungsarbeiten beschäftigt.

Personen sind und waren nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei nicht in Gefahr, da die Internatsschüler in anderen Gebäudeteilen untergebracht sind. Ob heute ein Schulbetrieb zustande kommt und in einem anderen Gebäude abgehalten wird, ist noch völlig unklar – dies wird in den nächsten Stunden entschieden.

Weitere Informationen und Bilder folgen.

red