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Erste Asylothek wurde eröffnet – Im Jugendtreff können Fremdsprachenbücher ausgeliehen werden

»Grassau war schon immer aufgeschlossen«

Grassau – Ein deutliches Zeichen für Völkerverständigung und für gegenseitiges Verständnis wurde in Grassau mit der Eröffnung der Asylothek gesetzt. »Die Asylothek ist eine Bücherei speziell für unsere ausländischen Mitbewohner«, erklärte Jugendtreffleiterin Christine Dögerl. Große Freude über diese Einrichtung gab es bei den Grassauer Asylbewerbern. Zur besseren Verständigung wurden die Reden bei der Einweihung gleich in mehrere Sprachen übersetzt.

Der Münchner  Kabarettist  Christian Springer brachte zur Eröffnung der Asylothek einen dicken Stapel Bücher in arabischer und persischer Schrift mit. (Foto: T. Eder)

Die Grundidee, so Christine Dögerl, stammt aus Nürnberg. Angelika Drost von der Grassauer Bücherei ist auf dieses Angebot gestoßen und schlug eine eigene Bücherei für ausländische Mitbürger vor. In der Grassauer Asylothek werden nun Bücher in Fremdsprachen angeboten. »Wir wollen unseren ausländischen Mitbürgern dadurch auch unsere Wertschätzung zeigen«, sagte Christine Dögerl.

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»Ein schöner Tag für Grassau«, freute sich Bürgermeister Rudi Jantke und verwies auf die seit 28 Jahren bestehende Flüchtlingsunterkunft. In dieser Zeit habe es noch nie nennenswerte Probleme gegeben. Das liege auch an den vielen ehrenamtlich engagierten Personen, die sich um die Belange der Asylbewerber kümmern und auch an den Ehrenamtlichen, die zweimal pro Woche Deutsch unterrichten.

Jantke freut es, dass sich der Münchner Kabarettist und Gründer der Orienthilfe, Christian Springer, in Grassau engagiert. Dies sei wichtig für die Außendarstellung. Der Bürgermeister dankte auch den Damen der Bücherei für ihr Engagement. Dass sich die Asylothek nicht in den Räumen der Bücherei, sondern im Jugendtreff befindet, fand ebenfalls Jantkes Zustimmung. Denn hier sei der Platz, an dem sich die Jugendlichen begegnen können. »Grassau war schon immer besonders aufgeschlossen«, so Jantke.

Dem stimmte Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser zu und erklärte, dass die Asylothek hervorragend nach Grassau passe, da hier seit Jahren Integration großgeschrieben werde. Dies sei im ganzen Landkreis so, der bislang rund 1000 Asylbewerber aufgenommen habe. Im Laufe des Jahres werde sich die Zahl auf 1200 bis 1300 erhöhen, so Konhäuser. Es sei wichtig, auch weiterhin Integration zu betreiben und nicht auf die »ewig Gestrigen« zu hören.

Christian Springer brachte zur Eröffnung gleich einen ganzen Stapel Bücher in arabischer und persischer Sprache mit. Die Bücher hat er in Beirut gekauft. Sie sollen die neue Asylothek bereichern und ergänzen. Nach etlichen Trommeleinlagen junger Männer aus dem Asylbewerberheim wurde gemeinsam der gemütliche Raum der Asylothek besichtigt. Farblich ist der Raum der Bücherei angepasst. Außerdem gibt es eine Leseecke, in der man nun in den Büchern schmökern kann. Bislang umfasst das Angebot 200 Bücher, die montags bis freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr ausgeliehen werden können. Die Bücherei hofft auf weitere Buchspenden möglichst in englischer, französischer, italienischer, spanischer, aber auch in arabischer Sprache. tb