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Berchtesgadens Sozialdemokraten rüsten sich für Kommunalwahl

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Berchtesgaden: Sozialdemokraten rüsten sich für Kommunalwahl
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Die Kandidaten der SPD. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Dem 2. Bürgermeister Bartl Mittner war die Freude über den gelungenen Listenvorschlag der Berchtesgadener SPD deutlich anzusehen, als er die Versammelten im Gasthof »Schwabenwirt« begrüßte. 20 Frauen und Männer stellten anlässlich ihrer persönlichen Vorstellung klar, warum sie auf der SPD-Liste für den Marktgemeinderat kandidieren wollen.


»Gerade heute ist es besonders wichtig, politische Verantwortung zu übernehmen, der Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken und für eine soziale und ökologische Politik zu kämpfen«, betonte Gemeinderat Georg Aschauer. Berchtesgaden wirtschaftlich mit Augenmaß weiterzuentwickeln, noch viel stärker auf Qualitätstourismus zu setzen, den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ohne die Heimat an Großinvestoren zu verkaufen, dies waren nur einige der politischen Hauptziele aus dem Kandidatenteam.

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In seinem Grußwort dankte der SPD-Vorsitzende des Talkessels Thomas Jander zunächst »dem sozialdemokratischen Urgestein« Bartl Mittner. So sehr es auch schmerze, dass dieser nun in den politischen Ruhestand trete, umso erfreulicher sei es, dass seine Tochter Katharina Mittner durch ihre Kandidatur die sozialdemokratische Tradition fortsetze.

Dies gelte auch für den jungen Martin Rasp, der ebenfalls in die Fußstapfen seines Vaters trete. Der Ortsvorsitzende dankte dem Kandidatenteam und beendete seine Worte mit einem sehr ernst gemeinten Aufruf: »Tragt das Feuer für die soziale Demokratie weiter, kämpft für Offenheit und Liberalität und tretet den Demokratiefeinden entschieden entgegen. Dafür braucht Berchtesgaden euch Sozialdemokraten.«

Nach dem von Klaus Gerlach souverän geleiteten Wahlvorgang, bei dem die vorgeschlagenen Kandidaten einstimmig gewählt wurden, bedankte sich Bartl Mittner bei allen, die sich für die Kandidatur bei den Kommunalwahlen am 15. März bereit erklärt haben. Er verwies auf die politischen Einflussmöglichkeiten, zusammen mit anderen Mehrheiten zu organisieren, die dem sozialen Zusammenhalt dienen.

So freute er sich über die 70 neu geschaffenen Kindergartenplätze sowie über die deutlich gesunkenen Kosten für junge Familien. »Dies darf jedoch nur ein Anfang sein, am Ende müssen auch die vorschulischen Einrichtungen kostenfrei sein«, forderte der 2. Bürgermeister. Dass mit den Stimmen der SPD auch eine Luxusbebauung im Außenbereich verhindert worden ist und die Gemeinde nun zu neuen baulichen Maßstäben für bezahlbare Wohnformen vornehmlich an Einheimische zurückfinde, erfülle ihn mit Stolz.

Es war schließlich dem Fraktionssprecher der SPD im Kreistag, Hans Metzenleitner, vorbehalten, die Versammlung anhand sozialdemokratischer Grundwerte auf die wichtigsten Wahlziele einzuschwören. »Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen des Klimaschutzes«, freute sich der Kommunalpolitiker. Doch leider kümmerten sich noch viel zu wenige um den Schutz der Demokratie und der freiheitlichen Toleranz. Rechtspopulisten und Faschisten würden mit ihrer aggressiv vorgetragenen Hetze nicht nur die Parlamente bedrohen, sondern längst auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dagegen helfe nur eine klare, humanistischen Idealen verpflichtete Haltung und eine soziale Politik, vor allem auch eine fürsorgliche Kommunalpolitik, die den Bürgern eine Heimat biete, in der sie gerne lebten.

»Wir brauchen auch weiterhin bezahlbaren Wohnraum, der durch die Gemeinden und das sozialem Wohnen verpflichtete Wohnbauwerk geschaffen wird, wir brauchen einen Nahverkehrsverbund mit Salzburg und Traunstein und wir brauchen dringend ein komplettes Radwegenetz, das die Landkreisteile sicher miteinander verbindet«, forderte Metzenleitner. Und dazu müssten die Gemeinden noch stärker miteinander kooperieren als bisher.

Der Gemeinde- und Kreispolitiker brach eine Lanze für vernünftige Kompromisslösungen. Nur auf wirtschaftliches Wachstum zu setzen sollte ebenso tabu sein wie ein Absolutsetzen des Landschafts- und Naturschutzes. Neben diesen beiden Kriterien müsse es bei jeder anstehenden Maßnahme auch um die sozialen Bedürfnisse der Gemeindebürger gehen. »Eine gute, soziale und wirtschaftlich vernünftige Gemeindepolitik ist die beste Prophylaxe vor den Demokratiefeinden«, gab sich der Bischofswieser Kommunalpolitiker überzeugt.

Die Kandidaten:

  1. Georg Aschauer
  2. Stefanie Schuster
  3. Martin Rasp
  4. Katharina Mittner
  5. Martin Hafenmair
  6. Felicia Däuber
  7. Markus Fischer
  8. Stefan Ziegler
  9. Philip Smetana
  10. Christian Aschauer
  11. Esra Ulutas
  12. Helge Zeidler
  13. Gisela Zohren
  14. Armin Mehmedagic
  15. Rita Giesenberg
  16. Karsten Schopf
  17. Christian Neunaber
  18. Wolfgang Hölzl
  19. Frank Leipnitz
  20. Helmtraud Mix

Ersatzkandidat ist Johann Rasp.

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