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Ausstellung zum 150. Geburtstag

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Ein Werk des »Rosenmüllers«: Das Ölbild »Rosen« von Anton Müller-Wischin. (Foto: Giesen)

Anton Müller-Wischin ist berühmt für seine wunderschönen Blumenbilder, vor allem Rosen aller Art, aber auch für besonders stimmungsvolle Landschaftsbilder aus der Region rund um den Chiemsee. Am 30. August wäre der Kunstmaler, der auch Jahre lang auf der Fraueninsel malte, 150 Jahre alt geworden.


Dieses Jubiläum nahm die Galerie Gailer zum Anlass, eine große Ausstellung mit dem Werk des Künstlers in der Torhalle auf Frauenwörth zu zeigen. Reich bestückt und harmonisch aufeinander abgestimmt werden die Bilder in den beiden großen Räumen und am Treppenaufgang des historischen Gebäudes präsentiert, sodass der Besucher einen umfassenden Eindruck vom beeindruckenden Werk des Chiemgau-Malers gewinnen kann.

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1865 in Weißenhorn bei Ulm geboren, kam Anton Müller ursprünglich als Dorfschullehrer nach Staudach-Egerndach, wo er eine Klasse mit 80 Schülern unterrichten musste. Die Entscheidung, Maler zu werden, fasste Müller-Wischin erst mit 35 Jahren auf den Rat von Franz von Lenbach, der ihm – begeistert von seinem Talent – riet, seinen künstlerischen Ambitionen nachzugehen. Beherzt folgte Müller-Wischin der Aufforderung und bildete sich auf Studienreisen, in der Münchner Pinakothek, der Münchner Malschule Knirr, in Galerien und Ateliers weiter.

Seinen Doppelnamen erhielt der Maler 1901 durch die Heirat mit Mathilde Wischin, was ihm den Beinamen »Wischhin-Wischher« einbrachte. 1907 baute er eine Villa in Marquartstein, die bis heute unter anderem von der Familie bewohnt wird.

Müller-Wischin erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie die Lenbach- und die Goethe-Medaille. 1925 wurde ihm der Professorentitel verliehen. Er stellte regelmäßig in der Münchner Künstlergenossenschaft, im Glaspalast, im Kunstverein sowie in Berlin aus und war Mitglied in zahlreichen Jurys.

In ständiger Auseinandersetzung mit der Kunst seiner Zeit, mit Symbolismus und Impressionismus, aber auch den alten Meistern, entfaltete Müller-Wischin eine außerordentliche Schaffenskraft und schuf ein Werk von bemerkenswertem Umfang, das nicht zuletzt bei Sammlern sehr gefragt ist.

Neben mehreren bekannten Porträts, wie das von Richard Strauss aus dem Jahr 1936, das sich im Besitz der Lenbach-Galerie in München befindet, ist Müller-Wischin vor allem für seine hinreißenden Blumenstillleben bekannt. Aber auch bei seinen teils romantisch, teils dramatisch anmutenden Land-schaftsbildern erkennt der Betrachter, wie experimentierfreudig und einfallsreich der Maler mit Bildkomposition, Fläche, Farbauftrag und Kontrast umging. Der Farbe räumte er, unabhängig von der gegenständlichen Vorgabe, immer mehr Bedeutung in seinem Werk ein.

Die sehenswerte Ausstellung in der Torhalle auf Frauenchiemsee mit gut 40 Werken von Anton Müller-Wischin ist bis Sonntag, 11. Oktober, täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Christiane Giesen