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Zwei Nadelöhre im Landkreis werden beseitigt

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Beim Spatenstich für die Ortsumfahrung Altenmarkt (v.l. Ministerialrat Dr. Thomas Linder von der Obersten Baubehörde, Bürgermeister Stephan Bierschneider, Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär und Dr. Peter Ramsauer, dessen ganz besonderes Verdienst es sei, dass die Maßnahme nun in Angriff genommen werde, so Bär.) Foto: Montage (-K.O.- / Redaktion)
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Foto: Redaktion

Baubeginn der Ortsumfahrung in Altenmarkt: Zwei wichtige Etappenziele für die Verbesserung des Verkehrsflusses und den Schutz von Menschen vor Lärm und Feinstaub wurden am Montag innerhalb weniger Stunden im Landkreis Traunstein gefeiert.


30 Millionen Euro kostet der erste Bauabschnitt

Das feierte ein illustrer Kreis von Politikern zusammen mit vielen Bürgern an der nördlichen Auffahrtsrampe zum künftigen Aubergtunnel. Rund 30 Millionen Euro wird allein der Tunnel mit der dazugehörigen Anbindung an die Bundesstraßen 299 und 304 kosten. »Und auch das Geld für den zweiten Abschnitt steht bereit«, berichtete die Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär, die in Vertretung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zum Spatenstich gekommen war.

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Größtes Lob zollte sie Dobrindts Amtsvorgänger Dr. Peter Ramsauer, der sich »entschlossen eingesetzt und das Projekt vorangetrieben hat«. Sie würdigte das außergewöhnliche Engagement des heimischen Bundeswahlkreisabgeordneten und bezeichnete es als »ganz besonders sein Verdienst«, dass das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt wird.

Freude von allen Seiten

Ministerialrat Dr. Thomas Linder von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium sprach von einem »Doppelschlag«, denn durch die Rücknahme einer Klage bestehe seit 11.19 Uhr auch für die Ortsumfahrung Obing Baurecht.

Das freute besonders den Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Baudirektor Sebald König. Er sagte, auf diesen wunderschönen Tag hätten nicht nur die Altenmarkter sehnsüchtig gewartet. Allein in seinem Amtsbezirk seien neun Straßenbauprojekte mit einem Planungsvolumen von 400 Millionen Euro im vordringlichen Bedarf, sollen also bis zum Jahr 2030 verwirklicht werden.

König sagte, Peter Ramsauer sei daran nicht ganz unschuldig. Schon als Stadtrat in Traunreut habe er das Vorhaben vorangetrieben und sei über die Jahrzehnte immer einer gewesen, auf den man zählen konnte. Parteiübergreifend habe es zwischen CSU und SPD im Landkreis immer Klarheit gegeben: »Diese Maßnahme muss sein.«

So freute es König besonders, dass mit Gisela Sengl erstmals eine Landtagsabgeordnete der Grünen »den Weg zu den Straßenbauern gefunden hat«, sich quasi in die Höhle des Löwen gewagt habe.

Der Tunnel hätte schon 2016 stehen können

Dr. Peter Ramsauer betonte, er habe nur das Selbstverständliche getan. Sein Ziel sei es immer, das Beste für die Heimat zu tun, ohne andere zu benachteiligen. Er merkte aber auch an, dass der Verkehr schon sein 2016 durch den Aubergtunnel rollen könnte, wenn der Umweltverband Alztal nicht gegen das Vorhaben geklagt hätte. »Bayern ist nicht groß geworden durch Verweigerer und Neinsager«, merkte er kritisch an. Es sei ein Glücksgefühl für ihn, dass nun nach siebeneinhalb Jahren auch die Ortsumfahrung Obing gebaut werden könne. Es werde mit Volldampf weitergehen in Trostberg, Tacherting, Reitmehring...

Nach Grußworten von Landratsstellvertreter Josef Konhäuser stellte der Altenmarkter Bürgermeister Stephan Bierschneider klar, dass alle Altenmarkter, von denen man Grundstücke für dieses Vorhaben brauchte, diese freiwillig zur Verfügung gestellt hätten. Alle, die keine Grundstücke verkaufen wollten, seien keine Altenmarkter Bürger gewesen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von einer zehnköpfigen Blasmusik, die sich aus Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts und des Wasserwirtschaftsamts zusammensetzte. Unter den Festgästen waren auch Königs Amtsvorgänger Dietmar Göger, in dessen Zeit als Bauamtsleiter die Planungen eingeleitet wurden, und Bauunternehmer Max Aicher, dessen Firma in den letzten 50 Jahren nach Angaben Königs 121 Ingenieurbauwerke, vorwiegend Brücken, im Amtsbereich gebaut habe. -K.O.-

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Damit die tagtäglichen langen Autoschlangen am sogenannten Schneeweiseck in Altenmarkt in Zukunft ausbleiben können, wird seit letztem Jahr an der Ortsumfahrung für die Gemeinde gebaut. An der Kreuzung der beiden Bundesstraßen staut sich vor allem der Verkehr aus Richtung Traunstein wegen den nach Richtung Obing abbiegenden Verkehrsteilnehmern, für die ein Durchkommen aufgrund des starken Gegenverkehrs nur schwer möglich ist. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Pressemeldung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, hat heute den Bau der Ortsumgehung Altenmarkt im Zuge der Bundesstraße B304 gestartet. Zentrales Bauwerk des 1,5 Kilometer langen ersten Bauabschnitts ist der Aubergtunnel mit einer Länge von 427 Metern. Die Freigabe für den Verkehr ist für 2020 geplant.

Der Bund investiert in den ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung 29,5 Millionen Euro. Die Maßnahme gehört zu Projekten, für die Bundesverkehrsminister Dobrindt Ende 2016 die Baufreigaben erteilt hat.

Bär: „Mit dem Projekt stärken wir die Traun-Alz-Achse als wichtige Lebensader und Fundament für Wachstum, Wohlstand und Arbeit. Und wir entlasten die Anwohner und Verkehrsteilnehmer in Altenmarkt. Für sie heißt es künftig: Weniger Staus, Unfälle, Lärm und Abgase, mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität.

Die B299 und die B304 sind die überregional bedeutende Nord-Süd-Verbindung zwischen der Autobahn A94 bei Altötting und der Autobahn A8 bei Traunstein. Entlang dieser sogenannten Traun-Alz-Achse liegen zahlreiche Städte und Gemeinden mit vielen Gewerbe- und Industrieansiedlungen, hoher Wirtschaftskraft und vielen Arbeitsplätzen.

Für den zweiten Bauabschnitt des Projektes – die Umfahrung Altenmarkt im Osten mit einer Länge von 6,3 Kilometern – laufen derzeit die Planungen. Hier sind weitere Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro geplant. Sobald Baurecht vorliegt, kann auch dieses Projekt gestartet werden.