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Zuschüsse für denkmalgeschützte Häuser bewilligt

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Der Rabenbauern-Hof mit seinen schmuckvollen Malereien gehört zu den wichtigsten bäuerlichen Denkmälern in der Gemeinde Inzell. (Fotos: Maier/Landratsamt Traunstein)

Der Landkreis Traunstein unterstützt finanziell die denkmalgerechte Sanierung einer Reihe von ortsprägenden Gebäuden, die sich in privater Hand befinden. Der Ausschuss für Kultur, Heimatpflege und Bildungswesen segnete in seiner jüngsten Sitzung jeweils einstimmig die Zuschüsse für den Rabenbauern-Hof in Inzell, das Gerberhaus in Traunstein, den Ortnerhof in Pfaffing bei Obing, den ehemaligen Klosterökonomiehof in Altenmarkt und das Pfarrer-Huber-Haus in Trostberg ab.


Die Sitzung, in der es um die Sanierung der denkmalgeschützten Häuser ging, fand »in historischer Umgebung« statt, wie der Tittmoninger Bürgermeister Konrad Schupfner ausführte: im Rathaussaal seiner Stadt. Der Rathauschef bezeichnete den prächtigen Saal zurecht als »kleines Prunkstück«.

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Tobias Zeh von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Traunstein stellte die geplanten Bauvorhaben vor, für die es Zuschüsse geben wird. Mit 6000 Euro unterstützt der Kreis Traunstein die geplante Innensanierung des Rabenbauern-Hofs in Inzell. Das gut erhaltene Bauernhaus aus dem späten 18. Jahrhundert, das neben der Inzeller Pfarrkirche steht, gehört auch wegen seiner schmuckvollen Malereien zu den wichtigsten bäuerlichen Denkmälern im Gemeindegebiet.

Die veranschlagten Kosten der Innensanierung liegen bei gut 137 500 Euro. Zusätzlich zum Landkreis-Zuschuss erhält der Bauherr 10 000 Euro von der Gemeinde Inzell und voraussichtlich 20 000 Euro vom Bezirk Oberbayern beziehungsweise 10 000 Euro vom Freistaat Bayern. Und von Landrat Siegfried Walch gab's obendrauf noch ein Lob: »Das sind sehr fleißige Leute, die stolz auf ihr Erbe sind.«

Für die Sanierung des Gerberhauses an der Schützenstraße in Traunstein bewilligte der Ausschuss einen Zuschuss von 10 000 Euro. Das dreigeschoßige Gebäude mit Erker und Hochlaube ist im frühen 17. Jahrhundert als Wohn- und Handwerkerhaus erbaut worden.

Die veranschlagten Kosten für Sanierung beziehungsweise Umbau liegen bei 488 000 Euro. Die Stadt Traunstein hat bereits einen Zuschuss von 20 000 Euro bewilligt. Die Bauherren können vermutlich noch mit Zuschüssen von 20 000 Euro vom Bezirk Oberbayern, 20 000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung und 10 000 Euro vom Freistaat Bayern rechnen. »Wir sind sehr froh, dass da etwas passiert«, meinte Walch.

37 Wohnungen entstehen in Pfaffing bei Obing

Mit 5000 Euro unterstützt der Landkreis Traunstein die Sanierung des Ortnerhofs in Pfaffing bei Obing. Der sehr stattliche Vierseithof im Stil eines venezianischen Palazzos ist von 1880 bis 1886 errichtet worden; die LS Denkmal Gut Obing GmbH und Co. KG will jetzt 37 Wohnungen in das Gebäude einbauen.

Die veranschlagten Kosten liegen bei 1,87 Millionen Euro. Die Gemeinde Obing bezuschusst das Bauvorhaben ebenfalls mit 5000 Euro, 50 000 Euro Förderung kommen vom Bezirk Oberbayern. Bei der Bayerischen Landesstiftung hat der Bauherr einen Zuschuss von 280 500 Euro beantragt, beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege 10 000 Euro.

Noch größere Ausmaße als der Ortnerhof hat der ehemalige Klosterökonomiehof in Baumburg. Der Landkreis Traunstein bezuschusst ein denkmalpflegerisches Vorprojekt zur Bestandserfassung mit 10 000 Euro. Der wuchtige Ökonomiehof ist dem Kloster als geschlossene Vierflügelanlage vorgelagert. Kreisbaumeister Rupert Seeholzer meinte zu dem markanten Gebäudekomplex: »Man spürt, dass er etwas Besonderes ist, aber man sieht es noch nicht.« In den früheren Wirtschafts- und Versorgungsbauten des Klosters befinden sich unter anderem mehrere Kreuzgewölbe.

Die veranschlagten Kosten für das Vorprojekt betragen rund 167 400 Euro. Die Gemeinde Altenmarkt fördert das Vorhaben ebenfalls mit 10 000 Euro. Die Klosterbrauerei Baumburg GmbH und Co. KG hat außerdem einen Staatszuschuss von 130 624 Euro beantragt.

23 800 Euro für Sanierung des Pfarrer-Huber-Hauses

Die Sanierung des Pfarrer-Huber-Hauses am Marienplatz in Trostberg unterstützt der Landkreis Traunstein mit 23 800 Euro. Das ehemalige Baderanwesen ist im Kern aus dem 16. Jahrhundert und zählt damit zu den ältesten erhaltenen Gebäuden in Trostberg. Von besonderer Bedeutung ist die altertümliche Dachkonstruktion.

Für die Instandsetzung des Pfarrer-Huber-Hauses wird der Entschädigungsfonds Bayern in Anspruch genommen. Die veranschlagten Kosten liegen bei rund 4,26 Millionen Euro. Die Stadt Trostberg bezuschusst das Bauvorhaben ebenfalls mit 23 800 Euro. Die Diözese trägt rund 2,18 Millionen Euro, der beantragte Staatszuschuss liegt bei rund 1,15 Millionen Euro. san