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»Reichsbürger« hortete Tausende Schuss Munition im Haus

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Chieming – Bei der Durchsuchung eines Hauses in Chieming fanden Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag Waffen, Tausende Schuss Munition und bislang unbekannte Chemikalien. Das Traunsteiner Tagblatt hatte bereits in seiner Mittwochsausgabe über die Polizeiaktion und die gefundenen Gegenstände berichtet. Gegen den Hauseigentümer und mutmaßlichen Besitzer der Gegenstände stellte die Staatsanwaltschaft einen Haftantrag, das teilte das Polizeipräsidium in Rosenheim am Mittwoch mit. Der 58-Jährige wurde festgenommen, er wird im Laufe des Mittwochs zur Prüfung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter vorgeführt.


Hintergrund für die Durchsuchungsaktion, an der sich am Dienstag ein Staatsanwalt und rund 20 Polizeibeamte der Polizeiinspektion Traunstein, der Kripo Traunstein und der Operativen Ergänzungsdienste (OED) Rosenheim beteiligt hatten, waren Nachermittlungen nach der Pfändung eines Autos durch das Finanzamt. Der 58-Jährige hatte das Fahrzeug nach der Pfändung weiter verbotswidrig benutzt, so die Polizei.

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Im Haus des Mannes, der in der Vergangenheit wiederholt als Staatsverweigerer (»Reichsbürger«) auftrat, fanden die Behörden mehrere Waffen – darunter ein Gewehr und und einen Revolver –, gefüllte Magazine für ein Maschinengewehr, Tausende Patronen an Munition und bislang unbekannte Chemikalien. Das bestätigte Präsidiumssprecher Stefan Sonntag dem Traunsteiner Tagblatt. Bei dem Gewehr soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um eine Schrotflinte handeln. Der 58-Jährige besitzt keine waffenrechtliche Erlaubnis. Die Chemikalien wurden sichergestellt und werden von Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts abgeholt und untersucht. Ergebnisse dazu stehen derzeit noch aus.

Wegen Verstößen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz und dem Waffengesetz beantragte die Staatsanwaltschaft Traunstein einen Haftbefehl, der 58-Jährige wird im Laufe des Mittwochnachmittags dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt. Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein werden die weiteren Ermittlungen in dem Fall nun von der Kripo Traunstein geführt.

In dem Haus trafen die Einsatzkräfte auch noch eine Frau mit zwei Kleinkindern an. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die Frau, die aus dem Raum Würzburg stammt, wegen Kindesentziehung zur Fahndung ausgeschrieben war. Nach Informationen des Traunsteiner Tagblatts waren die Kinder in einem verwahrlosten Zustand. Die beiden Kinder wurden vom Jugendamt in Obhut genommen und kamen zu einer Pflegemutter. Die Frau, bei der es sich um die Mutter handelt, kam anschließend wieder auf freien Fuß. Die Mutter, die nicht das Sorgerecht für ihren Nachwuchs hat, hatte sich mit den Kindern auf und davon gemacht und wohnte nun bei dem 58-Jährigen. Sie wurde bereits gesucht. fb/vew