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Strukturmaßnahmen Alz Bagger: Ein Bagger nimmt mit seiner Schaufel angelieferte Wasserbausteine auf und legt mit ihnen eine kleine Insel inmitten der Alz an. Das Foto entstand auf Höhe Mussenmühle. Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Bessere Lebensbedingungen für Tiere an und in der Alz

Trostberg – Bessere Lebensbedingungen für Amphibien, Fische und Wasservögel: Das ist Ziel der Umbauten in und an der Alz zwischen Kaltenbrunn und Brunnleite. Auf etwa zwei Kilometern Länge entstehen neue Strömungsverhältnisse und Rückzugsmöglichkeiten im Wasser.


Die Planung und Durchführung liegt beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein und der dazugehörigen Flussmeisterstelle Salzach. Die Arbeiten haben Ende November begonnen, gehen jetzt in die Weihnachtspause und werden im Januar wiederaufgenommen.

Gesamtkonzept kostet rund 600.000 Euro

Nach den Ferien wird dann auch der Gewässerunterhaltungsweg zwischen Mussenmühle und dem Trostberger Ortsteil Pechlerau instandgesetzt. Er hatte als Baustellenzufahrt für den Bauabschnitt zwischen Kaltenbrunn und Mussenmühle gedient. Denn beide Abschnitte sind Teil eines Gesamtkonzeptes. Es sieht Strukturverbesserungen von Altenmarkt bis Wajon vor. Dafür sind Gesamtkosten in Höhe von etwa 600.000 Euro veranschlagt. Finanziert werden diese Maßnahmen auf Grundlage eines Vertrags zwischen dem Freistaat Bayern und der damaligen DEGUSSA AG vom Kraftwerksbetreiber der Alzstufen I und II.

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Als Teil der Strukturmaßnahmen des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes und seiner zugehörigen Flussmeisterstelle Salzach ist das Bauwerk nun so angelegt, dass die Fische nach und nach im Wasser aufsteigen und das Hindernis überwinden können. Die zusätzlich angelegten Buhnen lenken zusätzlich die Strömung. Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein

1300 Tonnen Steine sind bereits verbaut

Die Maßnahmen zur Strukturverbesserung in der Alz finden in enger Abstimmung mit dem Fischereiverein Trostberg und der privaten Pächtergemeinschaft „Die Alzfischer“ statt. Im Fokus steht für alle Beteiligte der kostensparende und klimaschonende Umgang mit dem Material. Bisher sind bereits 1300 Tonnen Steine in verschiedenen Größen verbaut. Sie stammen zum überwiegenden Teil aus umliegenden Kiesgruben. Auf diese Weise ließen sich lange Transportwege vermeiden. Weitere Steine stammen von den Renaturierungsarbeiten an der Salzach bei Surheim. Auch rund 200 große Wurzelstöcke haben die Arbeiter schon wiederverwendet. Bagger hatten in den Trostberger Ortsteilen Pechlerau und Saliterau die Wurzelstöcke ausgegraben, in Vorbereitung für den Hochwasserschutz dort.

Gewässerökologie soll sich verbessern

Steine und Wurzelstöcke helfen, die Gewässerökologie der Alz zu verbessern: Es entstehen in lockerer Folge Inseln und sogenannte Buhnen, also kleine, rechtwinklig angelegte Steinsporne, die einige Meter ins Wasser ragen. Sie sorgen für vielfältigere Strömungsverhältnisse im Fluss. Das Wasser fließt mal schneller, mal langsamer, und wo es schneller fließt, kann sich mehr Sauerstoff anreichern. Ein wichtiger Aspekt für die Lebensqualität der Tiere im Wasser. Diese zu verbessern helfen gleichermaßen Kolke, die sich bei stärkerem Strömungsdruck bilden. Diese fließberuhigten Vertiefungen im Flussbett, die einem Hochwasser standhalten können, dienen Fischen wie Äsche, Schneider oder Barbe als Rückzugsraum.

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Ein Querbauwerk in der Alz nahe der Trostberger Kläranlage erschwert gerade schwimmschwachen Fischen das Weiterkommen im Fluss. Foto: Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Bis Mussenmühle sind die Strukturverbesserungen nun umgesetzt. Bisher seien die Arbeiten stets auf Sicht gelaufen, sagt Andreas Philipp vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Bedeutet: Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sei es notwendig gewesen, die einzelnen Schritte regelmäßig daraufhin zu überprüfen, wie sie sich auf die Natur auswirken. Ein Vorgehen, das im neuen Jahr weiterverfolgt wird, ehe die Maßnahme im nächsten Winter auf Höhe von Brunnleite abgeschlossen werden soll.

fb/red