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Beginn der Freistellungsarbeiten durch die Wasserbauer der Flussmeis-terstelle Salzach. Foto: WWA TS

Baubeginn für Hochwasserschutz in den Ortsteilen Pechlerau und Saliterau

Trostberg – Wohnen am Fluss kann gefährlich werden, wenn Hochwasser einsetzt. Schutz vor genau dieser Situation sollen die Menschen erhalten, die in den beiden Trostberger Ortsteilen Pechlerau und Saliterau leben – und damit sehr nah an der Alz.

Das Hochwasserschutz-Konzept sieht umfangreiche Maßnahmen vor. Vorhabensträger ist das Wasserwirtschaftsamt Traunstein im Auftrag des Freistaats Bayern. Derzeit laufen die Rodungsarbeiten, der erste Bauabschnitt beginnt im Oktober. Die Arbeiten dauern rund ein Jahr.

100-jährliches Hochwasser als Richtwert

Die Planung sieht den Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser vor und hat zudem einen Klimazuschlag von 15 Prozent einkalkuliert. Das bedeutet, die Anlagen halten selbst dann stand, wenn die Alz mehr Wasser führen sollte, als für ein 100-jährliches Hochwasser berechnet ist. Tragende Säulen der mit der Stadt Trostberg abgestimmten Variante sind das Aufweiten des Flusses und das Absenken von Flächen im Vorland. Je ein Zugang links und rechts vom Ufer direkt ans Wasser gehört ebenfalls zum Konzept. Im zweiten Bauabschnitt entstehen Ufermauern.

Mehr Platz für den Fluss

Der Zeitplan sieht vor, dass Arbeiter der Flussmeisterstelle Salzach jetzt zunächst Sträucher sowie Bäume entfernen. Um während der Bauzeit Haselmaus und Fledermaus zu schützen, sind bereits Ersatzquartiere im Auwald eingerichtet. In einem nächsten Schritt findet die Kampfmitteluntersuchung statt. Anschließend werden die Flächen zwischen der Alzbrücke Nord und der Bahnbrücke abgesenkt, indem ein Bagger das Erdreich abträgt.

Dies geschieht vor allem im Bereich der Pechlerau, wo die Alz zudem um acht Meter aufgeweitet wird. Auf diese Weise erhält die Alz mehr Raum. Am Außenufer der Alz nahe der Saliterau entstehen der Reihe nach sechs Buhnen. Aus Wasserbausteinen errichtet, reichen sie etwa bis in die Flussmitte. Die Buhnen verhindern, dass sich allzu große Mengen Geschiebe auf der linken Flussseite ablagern.

Jeder Ortsteil erhält eine Ufermauer

Kernstück des Konzeptes sind die beiden geländemodellierten Ufermauern, die das Wasserwirtschaftsamt Traunstein in einem zweiten Bauabschnitt errichten lässt, der für Herbst kommenden Jahres angesetzt ist. Die Mauer für den Ortsteil Pechlerau beginnt an der Brücke über den Alzkanal, unterquert die Bahnbrücke und verläuft entlang des Spielplatzes bis zur Siedlung Pechlerau. Der Spielplatz sowie der angrenzende Fußballplatz bleiben dabei erhalten.

Die Ufermauer für die Saliterau wird an der Brücke der B299 beginnen, entlang des Geh- und Radweges bis zur Bahnbrücke reichen. Dann schließt sie an das Wiederlager der Brücke an und verläuft entlang der Schrebergärten sowie der Bebauung. Am Ende der Bebauung läuft sie zum Hochufer hin aus.  

Sind die Planungen realisiert, könnten Überflutungen mit der Wucht eines 100-jährlichen Hochwassers plus Klimazuschlag „mit ausreichender Sicherheit“ ablaufen, teilt das Wasserwirtschaftsamt Traunstein mit.

fb/red