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Dekan Konrad Roider segnet das vom Gartenbauverein schön geschmückte Boot. Links der technische Leiter der Wasserwacht Taching am See, Marcus Mayer. (Foto: Caruso)

»Marion« erhielt den kirchlichen Segen – Neues Einsatzboot der Wasserwacht Taching geweiht und getauft

Taching am See – Bei der Wasserwacht Taching wurde ein neues Einsatzboot geweiht und auf den Namen »Marion« getauft. Damit erhielt das überaus geschätzte, ehemalige Vorstandsmitglied Marion Wimmer (früher Kern) zugleich eine posthume Würdigung für ihr großes Engagement.


Stellvertretend für die Mutter fungierten ihre Söhne Tobias, Johannes und Michael als Paten. »Marion Wimmer war eine sehr engagierte Wasserwachtlerin und Jugendleiterin und hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass das ein oder andere Wasserwacht-Mitglied auch heute noch so aktiv bei uns dabei ist«, machte der Vorsitzende der Tachinger Retter, Wolfgang Alversammer, in seinem Grußwort deutlich.

Auf kurzweilige Art schilderte Alversammer eines der Gerüchte, das den Ankauf des neuen Rettungsboots zeitweilig begleitet hatte. »Gerüchteweise soll es Personen in höheren Positionen gegeben haben, die die Notwendigkeit einer Bootsbeschaffung aufgrund des doch sehr kleinen Sees angezweifelt haben. Wenn ich so hinter mich blicke, ist es kein Problem, vermisste Kinder in Schlauchbooten, Schwimmer, Surfer und Ruderbootnutzer mit einem kleinen Ruderboot oder schwimmerisch zu retten«, meinte er schelmisch. Auch wenn man bei der Rettung auf dem Wasser auf die Unterstützung von Nachbarwasserwachten zurückgreifen könne, zeige die Erfahrung doch, dass man ohne eigenes Rettungsboot nicht zurechtkomme, sagte Alversammer und erinnerte an den langen und steinigen Weg der Beschaffung eines neuen Boots.

Schon ein Aussonderungsgutachten Ende 2018 hatte ergeben, dass das Material des alten Rettungsboots der Wasserwacht, das fast 20 Jahre lang wertvolle Dienste geleistet hatte, in die Jahre gekommen ist. Nachdem ein weiteres Problem mit dem Motor hinzugekommen war, musste die »alte Lady« den See schließlich ganz verlassen.

Bürgermeisterin Stefanie Lang betonte, dass die Neubeschaffung von Vorstand Wolfgang Alversammer und vom technischen Leiter der Wasserwacht, Marcus Mayer, große Anstrengungen, viel Einsatz und noch mehr Geduld und Ausdauer verlangt habe. »Spätestens an dem Tag, an dem am Tachinger See nur noch vom Tenglinger Jetski Rettungen vorgenommen werden konnten, gab es niemanden mehr, der die Notwendigkeit eines neuen Boots ernsthaft in Frage gestellt hätte.« Ganz zum Schluss habe Marcus Mayer – getrieben von der Befürchtung, sein künftiges Wasserwachtleben lang mit dem Schlauchboot rausfahren zu müssen – die Warterei dann sattgehabt und habe gemeinsam mit Alversammer das Boot schließlich selbst im Werk abgeholt. »Ihr absolviert eure Wachdienste und Lebensrettungseinsätze ausschließlich ehrenamtlich und mit großer Leidenschaft«, würdigte die Bürgermeisterin die Wasserwachtler. Die Gesellschaft brauche Werte wie das Verantwortungs- und Gemeinschaftsgefühl oder die Zuverlässigkeit als Richtlinien, wie sie die Wasserwacht als selbstverständlich verkörpere.

Das Aluminium-Mehrzweckboot mit Rauwasserrumpf und Bugklappe der Firma Nordland Hansa ist ausgestattet mit einem SideScan (Sonar) zur Abbildung des Seegrunds und damit zur Suche nach vermissten Personen oder für Sachbergungen. Zudem verfügt es über einen leistungsfähigen Außenbordmotor, zahlreiche Extras und eine umfangreiche Ausstattung an Werkzeug und Material. Das Boot bietet neben viel Platz für Wasserretter auch die Möglichkeit der schnellen Versorgung von verletzten oder hilfsbedürftigen Personen, betonte Marcus Mayer.

Der Vorsitzende des Wasserwacht Bezirksverbands Oberbayern, Michael Weisky, verdeutlichte, dass die Wasserwachten dem Ministerpräsidenten bei seinem Besuch bei der Ortsgruppe in Tutzing gezeigt haben, wo der Schuh drückt und wo sie Hilfe von der Staatsregierung erwarten. Man habe Markus Söder darauf hingewiesen, dass ordentliche Anlagen erwartet werden und dass viele Holzhütten an Wachstationen wie in Taching renovierungsbedürftig sind. Ohne staatliche Hilfsgelder sei das aber nicht möglich, sagte Weisky und machte damit auch der Ortsgruppe Taching Hoffnung auf staatliche Hilfe bei der Instandsetzung ihrer Station.

Mit dem Evangelium über die Stilllegung des Sturmes, das Dekan Konrad Roider während der Andacht zu Gehör brachte, machte er deutlich, dass Jesus über alle menschenfeindlichen Kräfte und Mächte herrsche. Jesus sei der, der zeige, dass die Nächstenliebe jedem Christen aufgebe, sich bedürftigen Mitmenschen unvoreingenommen zuzuwenden und ihnen zu helfen, so wie dies bei der Wasserwacht selbstverständlich sei. In den Fürbitten erbat Claudia Unterreiner den Schutz des Herrn für alle, die in diesem Boot Dienst tun. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht im Freien vom Avalon-Chor, den Heidi Aicher leitet. In einer feierlichen Zeremonie segnete Pfarrer Roider das neue Boot und die Paten tauften es auf den Namen »Marion«.

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