Neue Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung

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In eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung umgenutzt werden soll das alte Forsthaus an der Weitseestraße. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Das alte Forsthaus an der Weitseestraße soll nach jahrelangem Leerstand umgenutzt werden in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung. Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung im Presseraum des Festsaals einem entsprechenden Bauantrag auf Nutzungsänderung zu.


Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) zeigte sich erfreut darüber, dass das Gebäude bald in einer »so wichtigen und sinnvollen Art und Weise« wieder genutzt werde. »Inobhutnahme Forsthaus«, so soll die neue Einrichtung dann heißen. Betreut wird es von einem professionellen Team aus Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, Erziehern, Heilerziehungspflegern und psychologischen Fachdiensten. Aufgenommen werden bis zu neun Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 17 Jahren. Die Inobhutnahme stellt einen sofortigen und vorläufigen Schutz bei Kindeswohlgefährdung dar, um eine dringende Gefahr für das Kind abzuwenden.

Dabei werden Perspektiven erarbeitet, wie es wieder zurück in die Familie, in eine Pflegefamilie oder eine feste Wohngruppe kommen kann. In der Regel ist innerhalb von drei Monaten der Sachverhalt geklärt, und die Entscheidung über den Verbleib des Kindes kann gefällt werden.

Das Gebäude selbst soll unverändert bleiben. Es werden zusätzliche Nasszellen sowie Schlaf-, Therapie- und Wohnräume für die Kinder und Jugendlichen sowie für die Betreuer geschaffen. Die Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallation soll erneuert werden. Das Vorhaben sei gemäß den Bestimmungen des Baugesetzbuches als sonstiges Vorhaben im Außenbereich zu beurteilen und könne demnach zugelassen werden, wenn es öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist, erläuterte Bürgermeister Matthias Schlechter. Im Flächennutzungsplan sei das Grundstück als Gemeinbedarfsfläche »Verwaltungsgebäude« dargestellt. Bis zur Aufgabe seiner Nutzung sei das Gebäude unter anderem als Wohngebäude für Forstangestellte und deren Familien genutzt worden. Daher stelle die Nutzungsänderung keine großartige Veränderung dar.

»Es ist zu begrüßen, dass das Gebäude nach jahrelangem Leerstand wieder genutzt wird und darüber hinaus in einer so wichtigen und sinnvollen Art und Weise«, sagte der Bürgermeister. Eine Beeinträchtigung von öffentlichen Belangen liege nicht vor, und die Erschließung sei gesichert. Daher könne dem Antrag zugestimmt werden.

Der noch zu erstellende Brandschutznachweis wird nach den weiteren Ausführungen Schlechters von der Unteren Bauaufsichtsbehörde geprüft. Außerdem wurde vom Landratsamt Traunstein ein Stellplatznachweis angefordert, der auch der Gemeinde vorgelegt wird. »Der Verwaltung war aber eine zügige Bear-beitung des Antrags wichtig, weshalb mit der Bearbeitung nicht bis zur Vorlage des Nachweises zugewartet wurde«, so Bürgermeister Schlechter. Der Stellplatzplan werde nach dessen Eingang geprüft.

Auch zweiter Bürgermeister Max Weiß (Freie Wähler) zeigte sich hocherfreut über die Einrichtung, in der Kinder aus schwierigem Umfeld professionell betreut würden, bis zu Hause stabile Verhältnisse herrschen. Der Rat erteilte dem Bauantrag auf Nutzungsänderung des alten Forsthauses einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

sh

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