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Vollbrand in Bauernhaus: Drei Feuerwehrler bei Explosion verletzt – Bewohner im Krankenhaus

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Marquartstein: Vollbrand in Bauernhaus: Drei Feuerwehrler bei Explosion verletzt
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Foto: FDL/Lamminger

Marquartstein – Großbrand in Freiweidach: Ein Raub der Flammen wurde am Freitagnachmittag ein historisches Bauernhaus in der Ortsmitte von Marquartstein.


Zusammenfassung des Tages:

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Das Anwesen stand wegen des starken Winds schnell in Vollbrand und konnte trotz eines Großeinsatzes nicht mehr gerettet werden; es wurde weitgehend zerstört. Bei einer Explosion während der Löscharbeiten wurden drei Einsatzkräfte verletzt; auch die Bewohner kamen leicht verletzt in eine Klinik. Der Schaden geht in die Millionen. (Zur Bildergalerie vom Brand.)

Update, Freitag, 17.18 Uhr:

Der Brand wurde nach Angaben von Polizei und Feuerwehr gegen 13.15 Uhr via Notruf bei der Einsatzzentrale gemeldet. Ein Bewohner der Freiweidacher Straße hatte mitgeteilt, dass im Gebäudeinneren des Anwesens Flammen zu sehen seien. Daraufhin löste die Integrierte Leitstelle Traunstein Großalarm der Stufe »B4« – die höchste Stufe bei Bränden – für die Feuerwehren im Achental aus.

Wenig später zog eine dicke Rauchwolke flach über den Ort in nordwestlicher Richtung. Die Polizei bat die Anwohner deshalb über die Medien, sowohl Fenster als auch Türen geschlossen zu halten.

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Foto: FDL/Lamminger

Die ersten Einheiten der Marquartsteiner Wehr waren in kürzester Zeit vor Ort und meldeten den Vollbrand der Tenne und Flammen aus dem Dach des Hauses. Zusammen mit den Feuerwehren aus Grassau, Unterwössen, Staudach-Egerndach, Rottau, Schleching und Traunstein wurden die benachbarten, nur einige Meter entfernte Nachbargebäude abgeschirmt. Die Floriansjünger bauten eine sogenannte Riegelstellung – das ist eine Wasserwand – auf, um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern. Dies gelang auch vollständig. Keines der Nachbarhäuser nahm Schaden.

Während rund um das Brandobjekt, das zwischen Tiroler Ache und Freiweidacher Straße steht, zahlreiche Löschmannschaften Position bezogen und gegen den Brand ankämpften, zudem zwei Drehleitern in Stellung gebracht wurden, um aus der Höhe löschen zu können, rückten Atemschutzträger in das Gebäudeinnere vor.

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Foto: FDL/Lamminger

Dabei kam es zu einer Schrecksekunde für die Einsatzkräfte: In dem Moment, als drei Feuerwehrleute das Wohnhaus betreten wollten, wurden sie von einem lauten Knall aufgeschreckt. Die Floriansjünger wichen zurück, weil zunächst eine Explosion angenommen wurde. Vermutlich entstand der Knall aber durch eine Flasche medizinischen Sauerstoffs, die sich im Gebäude befand. Die Feuerwehrler blieben unverletzt, wurden aber dennoch vom Rettungsdienst in eine HNO-Praxis gebracht – um abzuklären, ob sie ein Knalltrauma erlitten hatten.

Erschwert wurden die aufwendigen Löscharbeiten durch den starken Föhnwind, der das Feuer immer wieder anfachte. Deshalb konnten sich die Flammen auch so schnell ausbreiten.

Alle Bilder vom Brandort:

Die zwei Bewohner wurden nach ersten Informationen leicht verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Wie der Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort mitteilte, musste in einem Nachbarhaus ein Mann reanimiert werden – zum Glück mit Erfolg. Weshalb der Anwohner bewusstlos wurde, ist nicht bekannt – vermutlich lag es an der Aufregung wegen des Brandes.

Trotz des Einsatzes von mehr als 120 Feuerwehrleuten wurde der hölzerne Anbau des Anwesens ein Raub der Flammen. Das Wohnhaus, insbesondere das Dach, wurde schwer beschädigt, auch wütete das Feuer im Gebäude in mehreren Räumen. Das Haus ist vorerst unbewohnbar. Die Gemeinde Marquartstein sorgte für eine Unterkunft und vorübergehende Bleibe für die beiden Bewohner.

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Foto: FDL/Lamminger

Erst gegen 16 Uhr, rund drei Stunden nach Alarmierung, war der Brand unter Kontrolle. Die Feuerwehr wird jedoch bis in den späten Abend hinein mit Nachlöscharbeiten gefordert sein. Auch das Dach musste mittels eines Krans geöffnet werden, um Glutreste löschen zu können.

Noch am Nachmittag übernahm der Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein die Ermittlungen vor Ort. Aufgrund der Hitzeentwicklung war es diesen jedoch nicht möglich, das Gebäude zu betreten. Die Befragung der beiden Bewohner, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im Haus befanden, erbrachte zunächst keine Hinweise auf die mögliche Ursache.

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Foto: FDL/Lamminger

Die Ermittlungen und Spurensicherung am Brandort soll in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Überlegt wird laut Polizeiangaben auch, einen Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes einzubeziehen.

Neben dem Großaufgebot der sieben alarmierten Feuerwehren, war der Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt, und den Schnelleinsatzgruppe aus Reit im Winkl und Grassau vor Ort, ebenso der Einsatzleiter Rettungsdienst und mehrere Polizeistreifen. Für die Sicherstellung der Kommunikation aller Einsatzkräfte und die Dokumentation des Einsatzgeschehens sorgte die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung aus Traunstein. Geleitet wurde der Einsatz von Thomas Mayer, 1. Kommandant der Feuerwehr Marquartstein; unterstützt wurde er von Kreisbrandinspektor Georg König, Kreisbrandmeister Thomas Mayr und Kreisbrandrat Christof Grundner.

Dieses Video eines unserer Leser zeigt die Rauchschwaden über Marquartstein kurz nach Ausbruch des Brandes auf einem Bauernhof am Freitagnachmittag gegen 13 Uhr. (Video: privat)

red/pv/fb

Update, 17 Uhr:

Am frühen Freitagnachmittag gegen 13.15 Uhr wurde über Notruf der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens an der Freiweidacher Straße mitgeteilt.

Ein Großaufgebot von Rettungskräften von BRK und der Freiwilligen Feuerwehren Marquartstein, Unterwössen, Grassau und Staudach-Egerndach, mit Unterstützung von Kräften der Kreisbrandinspektion des Landkreises Traunstein, wurde zum Brandort entsandt.

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Foto: FDL/Lamminger

Während der Löscharbeiten explodierte offensichtlich eine Sauerstoffflasche, wodurch drei Einsatzkräfte der Feuerwehr leichte Verletzungen erlitten.

Die zwei Bewohner wurden ebenfalls leicht verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Wie der Einsatzleiter Rettungsdienst mitteilte, wurde in einem Nachbarhaus ein Mann erfolgreich reanimiert. Wie es dazu kam, dass dieser bewusstlos wurde, ist noch nicht bekannt. Die Arbeiten an der Einsatzstelle werden noch bis tief in die Nacht gehen.

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Foto: FDL/Lamminger

Update, 15.20 Uhr:

Die Warnmeldung, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wurde vom Polizeipräsidium soeben aufgehoben. Die Löscharbeiten sind in vollem Gange. Das Feuer ist mittlerweile soweit unter Kontrolle, dass keine Personen oder weiteren Gebäude in Gefahr sind. Allerdings wurden bei den Löscharbeiten zwei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Der Kriminaldauerdienst des Kripo Traunstein hat bereits die ersten Ermittlungen aufgenommen. Schon jetzt geht die Polizei davon aus, dass der entstandene Sachschaden wohl im unteren Millionenbereich liegen wird.

Erstmeldung, 13.30 Uhr:

Großalarm wurde heute Nachmittag für zahlreiche Feuerwehren im südlichen Landkreis ausgelöst: Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Ortsteil Freiweidach ist ein Brand ausgebrochen.

Gegen 13.15 Uhr ist heute Nachmittag auf dem Bauernhof an der Freiweidacher Straße im Ortskern ein Feuer ausgebrochen. Mit der Alarmstufe »B4« – die höchstmögliche bei Bränden – wurden unzählige Feuerwehrkräfte in den Marquartsteiner Ortskern alarmiert.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Anwesen mitsamt eines Wohnhauses bereits in Vollbrand. Ob Personen in Gefahr sind, ist bislang noch nicht bekannt. Ein Holzanbau ist bereits vollständig niedergebrannt, auch im Wohnhaus selbst wütet das Feuer nach ersten Informationen.

Im Ortsgebiet kommt es derzeit zu einer starken Rauchentwicklung. Das Polizeipräsidium bittet deshalb alle Anwohner, sowohl Fenster als auch Türen geschlossen zu halten. Die Retter der Feuerwehren versuchen aktuell, den Brandort abzuschirmen, sodass das Feuer nicht auf nahestehende Gebäude übergreift.

Weitere Informationen liegen bislang nicht vor.

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Marquartstein: Großalarm für Feuerwehren – Bauernhof steht in Flammen
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Weitere Nachrichten und Bilder folgen im Laufe des Nachmittags.

red


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