Studenten präsentierten Idee für Kinderwanderweg

Studenten präsentierten Idee für Kinderwanderweg in Grassau
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Die Studentinnen (von links) Vera Empl, Laura Popp, Leonie Eberhardt und Julia Lechner erläuterten ihre Vorstellungen für einen Kinderwanderweg in Grassau. (Foto: T. Eder)

Grassau – Teils überraschende Ergebnisse präsentierten die über 30 Studenten des Projekts »Kommunal- und Landentwicklung« der Technischen Universität (TU) München im Hefterstadel in Grassau. Die Bürgermeister von acht Gemeinden aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim zeigten sich interessiert an den Ideen der jungen Leute. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Seenplatte für das europäische Förderprogramm Leader unterstützte und förderte die Projekte. Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter an der TU München, Cornelia Jacobsen und Marco Hölzel, begleiteten die Studenten.


»Vielleicht kann die eine oder andere Idee der Studenten umgesetzt werden oder inspirierend wirken und den Gemeinden einen neuen Blick auf die Fragestellungen geben«, führte Cornelia Jacobsen einleitend aus. Von der Umgestaltung alter Schulgebäude, Neugestaltung von Ortsmitten bis zu attraktiven Wanderwegen reichten die Projekte. Christian Fechter, Manager der LAG Seenplatte mit 27 Gemeinden freute es, dass acht Gemeinden Themen für den Nachwuchs bereitstellten und die Studenten während des Seminars begleiteten.

Unter die Lupe nahmen die Studenten unter anderem den Waldabenteuerpfad und den Veranstaltungskurpark in Grassau. Ausgehend vom Museum Klaushäusl würde die studentische Gruppe Familien mit dem Feuersalamander »Ferdi« auf den Waldabenteuerpfad mit Erlebnisstationen schicken. Der Weg würde an verschiedenen Stationen mit Informationen und Aufgaben vorbeiführen. Vorgeschlagen wurden ein Barfußfühlweg, eine Seilfähre über den Grießenbach, eine Filterstation und ein Begleitheft.

Den Grassauer Kurpark als Veranstaltungsort konnten sich vier Studenten vorstellen, wobei ihr Nutzungskonzept vom temporären Biergarten für Veranstaltungen und Treffen über Street-Food-Festivals mit Konzerten und mobiler Bühne, Freiluftgottesdiensten unter anderem für Hochzeiten bis hin zum Natursportmarkt mit Schaubühne reicht. Als bauliche Einrichtungen schlugen die Studenten eine Hütte für Lagerung und Ausschank sowie eine Bühne wie auch einen Altar vor.

Über die Nutzung des alten Schulhauses in Nußdorf nördlich von Traunstein machte sich eine weitere Gruppe Gedanken. Weil dieses Gebäude baulich schlecht erhalten ist und zudem noch einen Höhenversatz aufweist, hielten die jungen Leute einen Abbruch für ratsam, zumal ihren Recherchen nach eine Sanierung 40 Prozent mehr kosten würde. Sie konnten sich ein dreistöckiges Wohngebäude und einen einstöckigen Anbau für ältere Menschen vorstellen. An dieser Stelle würden so 14 Wohnungen für 35 Personen geschaffen.

Die Ortsmitte von Pittenhart könnte durch eine Umnutzung des denkmalgeschützen Pfarrhofs lebendiger gestaltet werden, so eine weitere Studentengruppe. Sie würden im Erdgeschoß Verwaltungsräume, im Obergeschoß Bürgermeisterbüro und Vereinsräume integrieren und im Obergeschoß einen Sitzungssaal und Trauungsraum vorschlagen. Von einer möglichen Wohnnutzung rieten sie ab. Stattdessen schlugen sie Gebäude für Mehrgenerationenwohnen sowie für Einzelhandel und Arztpaxis in der Nähe vor. Vor Ort bemerkten die Studenten ein sehr hohes Verkehrsaufkommen und hohe Geschwindigkeiten. Dem sollte mit einer Blitzer-Attrappe, Verkehrsmessungen und verkehrsberuhigenden Maßnahmen entgegengewirkt werden.

Mehr Aufenthaltsqualität verspricht das Konzept der Neugestaltung des Pausenhofs der Grund- und Mittelschule Schnaitsee. Die Studenten hatten die Verkehrslage untersucht und über eine Umfrage auch die differierenden Parkwünsche von Eltern und Lehrern erkundet. In ihrem Konzept würde sie eine Wiese zu Parkflächen für die Lehrer umgestalten und den Innenhof der Schule mit Kunstprojekten der Schüler und kleinen Bänken gestalten.

tb