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Die Chiemsee-Fischerin Irmi Wallner aus Chieming

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Chiemsee-Fischerin Irmi Wallner aus Chieming
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„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, dieser Spruch passt auf Irmi Wallner aus Chieming. Sie ist eine von 16 Chiemseefischern und da heißt es bald aufstehen.

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Im Sommer eher, im Winter ein wenig später. „Auf alle Fälle wenn es hell wird, dann geht es los“, sagt die Chefin des Thomafischers. Im Winter kann es da schon mal bitterkalt sein, im Sommer bleibt wenig Zeit für Romantik zum Sonnenaufgang. Es wir hinaus gefahren und es werden die Netze ausgelegt. Rund zwei Stunden dauert die Arbeit auf dem See, dann wird der Fang nach Hause gebracht und dort verarbeitet. Die Fische werden je nachdem geputzt, geräuchert oder filetiert.

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Geräuchert wird auf Erlenholz, das dauert einige Stunden und gilt als Spezialität. Direkt am Dampfersteg in Chieming liegt der Dorfladen, längst kein Geheimtipp mehr. Von den 30 Fischarten im Bayrischen Meer ist die bekannteste die Chiemsee-Renke. Sie ist verwandt mit der Forelle, dazu größer und fetter als zum Beispiel Renken im Ammersee. Im Chiemsee finden sie ideale Bedingungen. Die Renke wird im eigenen Fischlaich gezüchtet, dieser wird zweimal im Jahr ausgesetzt. Renken unter vier Jahren können nicht gefangen werden, die Maschengröße der Netze ist dementsprechend ausgerichtet. Die Renkenzeit am See dauert maximal bis Mitte Oktober, danach gibt es eine Schonzeit bis Heilig-Drei-Könige.

Der Kormoran ärgert die Fischer

Nachdem die Wassertemperaturen unter 16 Grad gefallen sind, ist das Angeln von Karpfen besonders gut. „In dieser Zeit fressen sie im Vergleich zu den Vormonaten wesentlich mehr“, erklärt Heinz Wallner, der Mann der Thomafischerin. Das Gebiet von Irmi Wallner umfasst den Bereich von Chieming-Schützing bis zur Hirschauer Bucht. Der Betrieb ist in der elften Generation im Familienbetrieb. 1890 hat der Urgroßvater von Irmi Wallner, Alois Kirchmeier die Fischerei gekauft. Den Hausnamen Thomafischer gibt seit 1620. Seitdem hat sich am Chiemsee vieles verändert. Große Sorgen bereitet den Fischern der Kormoran. Der Vogel gilt als Fischräuber, ein Kormoran frisst täglich etwa ein halbes Kilo Fisch. „Das muss man dann bei über einhundert Vögel hochrechnen“, beklagt die Fischerin die Situation. Außerdem ist der Vogel sehr klug, wird einer abgeschossen meiden die anderen Tiere sofort das Gebiet. Naturschützer und Fischer streiten seit Jahren darüber, wie man die Kormoranpopulation eindämmen kann.

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Hirschauer Bucht ein Paradies für Fischer

Ein heißes Thema bei den Fischern ist auch die Verlandung der Hirschauer Bucht. Nach dem Juni-Hochwasser von 2013 haben sich dort Tonnen von Holz und Müll im Naturschutzgebiet abgelagert. „Ich habe den Eindruck, sie wird totgeschützt und sie wächst langsam zu“, schimpft Irmi Wallner. Die Hirschauer Bucht ist an für sich ein Paradies für Aale, Schleien und Karpfen. Experten befürchten, dass die Bucht schon in 20 bis 30 Jahren verlandet ist. Aber auch die Bürokratie macht den Fischern am Bayrischen Meer zu schaffen. So darf der Chiemseefisch nicht als Bioprodukt angeboten werden. „Die könnten ja irgendwas anderes zum Fressen bekommen was nicht aus dem See kommt“, wundert sich Wallner. Trotzdem blickt sie zuversichtlich in die Zukunft. Die Kundschaft kommt zahlreich in den Laden direkt am Chieminger Dampfersteg und die heimischen Gaststätten reißen sich um den frischen Fisch aus dem See. Unterstützt wird die „Thomafischerin“ von der ganzen Familie. „Ich denke es wird weitergehen, schließlich brauchen die Leute immer was zum Essen.“

Eines der Rezepte von Irmi Wallner:

Brachse im Rohr gebraten für 4 Personen:

  • 1 große Brachse gespalten (in zwei Hälften),
  • Salz,
  • Pfeffer,
  • Suppenwürze
  • Butter
  • 1 gelbe Rübe
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1/2 kleine Zwiebel
  • Petersilie
  • 1/4 L Sahne


Zubereitung
: Brachse salzen, pfeffern und mit Suppenwürze bestreuen, eine Feuerfeste Form ausbuttern, die Brachsenhälften einlegen. Das Wurzelwerk klein schneiden, über und neben den Fisch verteilen, Butterflöckchen auf die Brachse geben, in den auf 200°C vorgeheizten Ofen schieben. Nach etwa 15 min. etwas Sahne über die Fische gießen und noch mal 15-20 min. bräunen lassen.

 

Bericht: Siegi Huber
Fotos: Ernst Wukits