Gemeinden legen rund eine Million Euro in den gemeinsamen Topf

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Die Gemeinden Bergen und Vachendorf zahlen in diesem Jahr voraussichtlich 740 000 Euro beziehungsweise 270 000 Euro an ihre Verwaltungsgemeinschaft. Foto: dpa

Bergen – Rund eine Million Euro müssen die Gemeinden Bergen und Vachendorf in diesem Jahr aufbringen, um ihre gemeinsamen Verwaltungstätigkeiten finanzieren zu können. Pro Einwohner haben sie eine Umlage in Höhe von 149,64 Euro an die Verwaltungsgemeinschaft (VG) abzuführen. Für die 4923 Köpfe zählende Gemeinde Bergen ergibt sich damit ein Betrag von etwa 737 000 Euro. Die 1832 Einwohner umfassende Gemeinde Vachendorf muss 274 000 Euro abtreten. Diese Zahlen enthält der Haushalt der VG, den die Räte in einer Sitzung im Rathaus in Bergen einstimmig verabschiedet haben.


VG nimmt Geld aus den Rücklagen

Schon seit Jahr und Tag arbeiten die beiden Gemeinden zusammen. Die Verwaltungsgemeinschaft, die sie gebildet haben – und die ihren Sitz in Bergen hat – , übernimmt eine Reihe von Tätigkeiten. Unter anderem betreibt die VG für ihre beiden Mitglieder ein Standes- und ein Einwohnermeldeamt. Diese Verwaltungstätigkeiten kosten Geld. Die anfallenden Ausgaben – in der Hauptsache Personalkosten – übernehmen die Gemeinden. Von ihnen ist jeweils eine Umlage zu entrichten, die sich in ihrer Höhe an der Zahl der Einwohner orientiert.

Die Belastungen für die beiden Gemeinden verringern sich in diesem, im nächsten und im übernächsten Jahr. Denn die VG will das Vermögen, das sie in der Vergangenheit aufgebaut hat – zum 31. Dezember hatten sich 346 000 Euro angehäuft –, Schritt für Schritt abbauen und 2020, 2021 und 2022 jeweils 110 000 Euro vom Sparbuch nehmen, um die Ausgaben in der VG zu finanzieren. Ende 2022 ist dann das Sparbuch abgeräumt.

Bergens Bürgermeister Stefan Schneider, der Vorsitzende der VG, erläuterte die Ausrichtung der Haushaltspolitik und sagte, dass die VG in den zurückliegenden Jahren die Rücklagen »deutlich erhöht« habe. Die VG beabsichtige, dieses Guthaben in den Jahren 2020 bis 2022 auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindesthöhe zurückführen.

Auch diesmal wieder teilt sich der Haushalt zum einen in einen Verwaltungs- und zum anderen in einen Vermögensetat. Das eine Zahlenwerk enthält die Einnahmen und Ausgaben, die die VG im laufenden Geschäft plant. Die andere Auflistung umfasst die einmaligen Ausgaben, die Investitionen, die die VG zu tätigen beabsichtigt. Kämmerer Peter Maier erläuterte den Räten die Zahlen im Einzelnen.

Die VG rechnet im laufenden Jahr – so der Blick auf den Verwaltungshaushalt – mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro. In die Kasse kommen insbesondere die beiden Umlagen, die die Gemeinden bezahlen – zusammengenommen rund eine Million Euro. Das Geld, das im Verwaltungshaushalt dann zur Verfügung steht, benötigt die VG in der Hauptsache dazu, die Personalkosten zu begleichen. Heuer bewegen sie sich voraussichtlich in einer Höhe von fast 1,1 Millionen Euro.

Personalkosten im Brennpunkt

Auch in diesem Jahr plant die VG Investitionen nur in geringer Höhe. Insgesamt schließt der Vermögenshaushalt mit 110 000 Euro Euro. Die Verwaltungsgemeinschaft beabsichtigt unter anderem, rund 25 000 Euro in die Hand zu nehmen und mit dem Geld dann die EDV-Anlagen aufzurüsten. So will sie etwa die Firewall erneuern und die Schließanlage aktualisieren. Sie plant aber zum Beispiel auch, zusätzliche Monitore für das Einwohnermeldeamt anzuschaffen.

Im Rathaus in Bergen möchte die VG neue Bürostühle anschaffen. Zu diesem Zweck sind – einschließlich einer jährlichen Pauschale in Höhe von 3000 Euro – Ausgaben in Höhe von 6000 Euro vorgesehen.

Und auch eine Erneuerung beziehungsweise Beschaffung zusätzlicher Büroausstattung im Rathaus in Vachendorf steht 2021 auf dem Programm. Die Investitionen in Höhe von 6000 Euro waren bereits im vergangenen Jahr vorgesehen, kamen dann aber nicht zustande – und so erfolgte schließlich eine Übernahme dieses Ausgabepostens vom alten in den neuen Haushalt.

In der Aussprache betonte Schneider, dass die VG weiter auf Kurs bleiben und versuchen müsse, die Personalkosten nicht ausufern zu lassen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Steuerausfälle in Corona-Zeiten eintreten, müsse die VG darauf achten, dass ihre Hauptausgaben nicht unverhältnismäßig steigen. Er habe sehr wohl ein »schlechtes Gewissen«, dass er in der Vergangenheit immer dazu tendiert habe, das Personal für die VG »knapp zu halten«. Aber er sehe keinen anderen Weg, als weiter behutsam voranzuschreiten und die Personalausgaben so gering wie möglich zu halten.

Der VG-Vorsitzende erläuterte, dass die Personalkosten um 2,5 Prozent steigen – was aber nicht weiter beunruhigend sei. Schließlich bewege sich diese Zunahme genau im Bereich der Inflationsrate. Schneider plädierte dafür, den sparsamen Kurs in Sachen Personal fortzusetzen und »keine Experimente« zu unternehmen.