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Wie entferne ich Zecken richtig? - Symptome von FSME und Borreliose erkennen

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Zeckenbiss: Symptome für FSME und Borreliose
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Zecken können Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Nach einem Zeckenbiss solltest Du keine Panik aufkommen lassen, aber trotzdem so schnell wie möglich handeln. Wir zeigen Dir, wie Du eine Zecke richtig entfernst, die Wunde desinfizierst und welche Symptome nach einem Zeckenstich auftreten können.


Wenn sich die Zecke bereits an ihrem Wirt festgesetzt hat, bekommt man sie meistens nicht mehr besonders einfach los. Es ist extrem wichtig, die gesamte Zecke aus der Haut zu entfernen. Beim Herauskratzen mit dem Fingernagel (das solltest Du niemals tun!) oder unsorgsamen Herausziehen mit einer Pinzette bleiben häufig die Beißwerkzeuge des Parasits in der Haut stecken – mit unangenehmen Folgen!

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Damit es gar nicht erst zum Zeckenbiss kommt, solltest Du unsere Tipps im Zeckenschutz-Artikel beachten.

Wird eine Zecke nicht richtig entfernt, bleiben zumeist die Beißwerkzeuge des achtbeinigen Spinnentiers in der Haut stecken; sichtbar als kleiner schwarzer Punkt. Damit beißen sich Zecken an ihren Wirten fest. Einen eigenständigen vom Körper getrennten Kopf besitzen die zur Gattung der Milben gehörenden Ektoparasiten nicht. Reißt man also den Körper samt Blutgefäß und den Beinen ab, tötet man die Zecke damit nicht zwangsläufig.

Die Meinungen darüber, wie man eine Zecke richtig tötet, gehen weit auseinander. Wichtig ist es jedoch sie "ein für alle mal" zu entsorgen, der häusliche Mülleimer ist also der falsche Ort. Deutlich besser sind das Waschbecken oder die Toilette.

Dass der Körper einer Zecke aus dem vermeintlich steckengebliebenen "Kopf" nachwächst, ist ein Gerücht. Bleibt ein schwarzer Punkt in der Epidermis (äußerste Hautschicht) zurück, so handelt es sich dabei um die Beißwerkzeuge. Da sie weitere Entzündungen hervorrufen können, sollten sie entfernt werden. Aber auch wenn dies nicht gelingt, eitert sie der Körper über einige Tage hinweg von selbst aus. Das kann wehtun, ist aber an sich nicht schlimm – die übertragenen Krankheitserreger wie FSME oder Borreliose allerdings schon (siehe unten: Symptome)!

Entferne eine Zecke niemals mit den bloßen Fingernägeln oder einam anderen ungeeigneten Werkzeug wie einem Messer oder einer Schere! Wie es richtig geht, erfährst Du hier:

Zecke entfernen mit Zeckenzange und Pinzette

Die verwendete Zeckenzange oder Pinzette muss auf jeden Fall steril sein, wasche sie sorgfältigerweise vor dem Gebrauch gründlich ab und verwende ein Desinfektionsmittel. Du kannst, sofern das Werkzeug aus Metall ist, die Zange auch über eine Kerze halten und dann abkühlen, wenn du kein Mittel zum Desinfizieren hast.

Ruhig und bedacht vorgehen – Zecke zu zweit entfernen

Gehe ruhig vor, ziehe nicht hektisch an der Zecke und riskiere damit weitere Wunden oder Infektionen. Hole Dir unbedingt Hilfe von Deiner Familie, wenn sich die Zecke an einer für Dich schwer erreichbaren Stelle festgebissen hat.

Richte das Tierchen leicht und vorsichtig auf, damit es nicht mehr flach auf der Haut liegt. Greife die Zecke dann mit der Zange so, dass sie fest zwischen den Zangenbacken sitzt. Klemme die gesamte Zecke ein, die Zange sollte also ganz dicht an der Haut anliegen. Ist der Körper des Parasits fest in der Zange, ziehe sie mit einer leichten, langsamen Drehbewegung senkrecht aus der Haut heraus. Ziehe nicht um jeden Preis, versuche es lieber mehrmals, denn meistens lassen Zecken von alleine los. So stellst Du sicher, dass Du die gesamte Zecke entfernst.

Zeckenbiss: Symptome von FSME und Borreliose

Borreliose ist eine Bakterieninfektion. Auslöser für sie sind Bakterien; deshalb kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Es gibt keine Impfung oder andere vorbeugende Maßnahmen gegen diese Krankheit. Die Behandlung muss frühzeitig beginnen, wird sie zu spät erkannt, kommt es zu langfrsitigen Folgen und Beeinträchtigungen.

Ein Symptom für Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. Sie tritt wenige Tagen bis Wochen nach der Infektion auf und wird in Form eines roten Kreises bzw. Rings um den Zeckenbiss sichtbar. Die ringförmige Hautverfärbung kann wenige Zentimeter groß sein, sich aber auch auf eine Größe von über einem halben Meter über den Körper ausbreiten. Man spürt keine Schmerzen.

Besonders schlimme Folgen verursacht die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung. Die gefährliche Krankheit tritt in wenigen hundert Fällen pro Jahr in Deutschland auf, da die meisten Menschen über den dringend notwendigen Impfschutz gegen FSME verfügen.

Wurde ein Mensch mit FSME infiziert, kann dies einige Wochen später über eine Blutprobe festgestellt werden. In 80 Prozent der Fälle, treten ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Fieber auf – ähnlich einer Grippe.

In vielen Fällen gipfelt die Erkrankung in einer Hirnhautentzündung, in schlimmen Fällen führt sie sogar zu einer Rückenmarksentzündung. Mit zunehmenden Alter sind die Folgen der Krankheit schwerwiegender und die Behandlung ist weniger erfolgsversprechend.

Die dauerhaften Folgen der Krankheit – Fieber, Kopfschmerzen, aber auch neurologische Anfälle – werden symptomatisch behandelt. Mehr kann die Medizin allerdings nicht tun.