Adler-Beobachtung im Priental

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Der Gleitschirmflieger befindet sich auf rund 2000 Metern Höhe über dem Zinnberg. Unter ihm breitet sich das obere Priental aus. Es ist auch die Heimat eines Steinadler-Pärchens. (Foto: Till Gottbrath)

Die Mitglieder der Gleitschirmvereine an der Kampenwand und der Hochries engagieren sich gemeinschaftlich bei der Beobachtung eines Steinadler-Paares in den Bergen rund um den Geigelstein. Sie geben so ein gutes Beispiel, wie sich Naturschutz und Naturerlebnis sinnvoll ergänzen können. Aktuell sucht das Team Unterstützung beim Beobachten – dem Monitoring – der majestätischen Greifvögel in der wichtigen Balz- und Brutzeit.


Im Priental lebt seit einigen Jahren ein Steinadler-Pärchen. Die beiden entstammen wahrscheinlich der Population des Nationalparks Berchtesgaden. Sie wechseln jährlich zwischen mehreren Horsten auf beiden Seiten des Prientals, von denen sie möglicherweise in diesem Frühling einen zum Brüten und zur Aufzucht von Jungvögeln nutzen werden. Die Horste befinden sich im Geigelstein-Gebiet sowie auf der westlichen Talseite.

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Der Drachen- und Gleitschirmflieger Club Aschau Kampenwand (DGFCAK) und der Gleitschirmclub Hochries (GSC Hochries) haben es sich zur Aufgabe gemacht, Einheimische, Gäste, Behörden und vor allem alle Flieger über den Stand der Dinge zu informieren. Insbesondere geht es darum, die Vögel während ihrer Brut- und Aufzuchtzeit zwischen März und Juli vor Störungen zu schützen.

Unterstützung bekommen sie vom Nationalpark Berchtesgaden, dem DHV (Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband), der Süddeutschen Gleitschirmschule sowie den Bayrischen Forstbetrieben. Durch die sehr enge Zusammenarbeit und eine professionelle Anleitung von einem Team des Nationalparks beginnen die Mitglieder der Gleitschirm-Vereine das Monitoring sukzessive selbst in die Hand zu nehmen.

Sobald im März die Balz- und Brutphase beginnt, müssen Gleitschirm- und Segelflieger – ebenso wie alle Kleinflugzeuge, Rettungs- und Polizeihubschrauber – informiert und die Einschränkung des Fluggebietes bekannt gemacht werden. Alle Piloten sind dann verpflichtet, rund um den bebrüteten Horst in einen Zylinder mit einem Radius von 500 Meter nicht mehr einzufliegen. Diese sensiblen Schutzzonen werden auch von Forstbetrieben respektiert: Sie verlagern anstehende Arbeiten. Verlassen die Jungvögel dann Ende Juli das Nest, werden die Schutzzonen aufgehoben.

Das Adler-Beobachtungsteam geht regelmäßig, meist mehrfach in der Woche, hinauf zum Schachenberg, der sich mit seinem markanten Gipfelkreuz wie eine Kanzel in das Priental hineinschiebt. Der 380 Meter über dem Talgrund gelegene Grasgipfel bietet wunderschöne Ausblicke über das gesamte Priental – ideal, um die Adler zu beobachten, welche Horste sie anfliegen und ob sie balzen.

Natur- und Vogelbegeisterte, die selbst gern am Berg unterwegs sind und mit dem Fernglas die Entwicklung des Pärchens samt seines Nachwuchses verfolgen wollen, können sich per E-Mail an adlerfreunde@kampenwand-flieger.de melden.