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Auch der Sicherheitskoordinator Markus Wild arbeitet ehrenamtlich und spricht über sein Konzept für den Biathlon-Weltcup

Ein Fachmann für die Sicherheit des Biathlon-Weltcups

Markus Wild ist ein begeisterter Biathlon-Fan. Klar eigentlich, dass der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding deswegen seit Jahren rot in seinem Kalender steht. Und Wild ist im Januar rund um die Weltcup-Wettkämpfe auch tatsächlich jeden Tag in der Chiemgau-Arena – doch zu einem hat er dabei garantiert keine Zeit: zum Biathlon schauen.

Markus Wild ist für die Sicherheit der Zuschauer in der Chiemgau-Arena während des Biathlon-Weltcups verantwortlich. (Foto: Brenninger)

Markus Wild ist nämlich für die Sicherheit der Zuschauer in der Chiemgau-Arena zuständig. »Das ist schon eine große Verantwortung«, weiß Wild, der hauptberuflich Leiter Unternehmensschutz bei einem großen Industrieunternehmen ist und somit ein echter Fachmann in Sachen Sicherheit ist. Er betont: »Eine gute Vorbereitung ist das A und O.« Und die Anspannung während der Veranstaltung ist groß: »Erst, wenn die Zuschauer am Ende einer Veranstaltung glücklich und zufrieden das Stadion verlassen, dann ist man das auch«, sagt er.

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Seit 2011 ist Markus Wild nun Sicherheitskoordinator für den Ruhpoldinger Biathlon-Weltcup – und auch er erfüllt seine Aufgaben ehrenamtlich. Dabei wohnt er seit einigen Jahren nicht mal mehr in Ruhpolding, aber die Verbundenheit ist nach wie vor groß. »Wenn man mal in Ruhpolding gelebt hat, dann infiziert man sich einfach mit dem Biathlon-Virus und kommt immer wieder gerne zurück«, begründet er seinen Einsatz.

Sein Aufgabengebiet ist dabei breit gefächert. Er muss etwa auch alle baulichen Veränderungen in der Chiemgau-Arena überprüfen – so wie jetzt etwa den neuen Zuschauertunnel. »Da wird alles ganz genau analysiert. Die Zuschauersicherheit hat höchste Priorität«, betont er. »Der Tunnel hat jedenfalls alle Tests bestanden.«

»Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup«

Zudem erstellt Markus Wild auch das Sicherheitskonzept für den Veranstalter – ein ganz wichtiger Punkt: »Denn es ist die Grundlage für die behördliche Genehmigung der Veranstaltung.« Für den Fachmann ist das trotz des jährlichen Aufwands keine große Schwierigkeit, dennoch betont Markus Wild: »Ein stetiges Verbessern der Organisation und der Sicherheit stehen dabei immer im Vordergrund.«

Deswegen geht seine Arbeit auch das ganze Jahr über fast ohne Pause durch, denn auch bei ihm gilt: »Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup.« Unmittelbar nach den Weltcup-Tagen in Ruhpolding beginnt also die Nachbetrachtung. »Die dauert meist bis ins Frühjahr hinein und dann starten gleich die Vorbereitungen für den neuen Weltcup«, sagt Wild. »Ein bisschen Sommer haben wir aber auch. Aber je näher der neue Weltcup rückt, desto intensiver wird die Arbeit wieder.«

Die Sicherheit wird in Ruhpolding nämlich großgeschrieben. »Wir sind im Veranstaltungskonzept die größte Einheit«, betont Markus Wild. Darunter fallen natürlich auch die sogenannten Blaulicht-Organisationen wie Polizei, Feuerwehr, BRK und Bergwacht, aber auch der Sicherheitsdienst und die ganzen ehrenamtlichen Ordner. Und all diese Fäden laufen bei Markus Wild zusammen, der täglich mit den verschiedenen Einsatzkräften auch eine Lagebesprechung vor Ort abhält.

An Spitzentagen sind von den ehrenamtlichen Ordnern übrigens rund 140 bis 180 im Einsatz. Sie kontrollieren die Tickets der Zuschauer am Einlass oder sind als Platzeinweiser auf der Tribüne behilflich. Die Ordner müssen auf jeden Fall auch vor den Wettkampf-Tagen eine jede Menge Freizeit opfern. Denn in Ruhpolding werden sie »umfangreich auf ihr Tun vorbereitet«, wie Wild betont. »Das heißt also, es gibt für sie regelmäßig Schulungen, auf denen sie lernen, wie man sich in bestimmten Situation richtig verhält und auch wie man mit Menschen umgeht.« Wichtig ist den Verantwortlichen dabei vor allem: »Wir wollen ein positives Bild nach außen abgeben und dazu braucht man eben in manchen Situationen auch ein gewisses Fingerspitzengefühl.«

Lob an die Feuerwehr: »Das war eine tolle Idee«

Das hat im vergangenen Jahr beispielsweise die Feuerwehr bewiesen. Am letzten Wettkampftag schneite es heftig. »Das hat natürlich auch die Logistik nach dem Ende der Veranstaltung beeinflusst. Der Zuschauerfluss war dann nicht mehr so gegeben und es kam zu Wartezeiten bei der Abreise.« Die Feuerwehr reagierte schnell und spontan: Sie unterhielt die Zuschauer mit Tanzeinlagen und sorgte damit für gute Stimmung unter den Wartenden. »Das war eine tolle Idee, so etwas kann man nur begrüßen. Das hat ein sehr positives Licht auf die Gesamtorganisation geworfen«, freut sich Markus Wild über die gelungene Aktion.

Er hat sich für den Weltcup 2018 übrigens auch schon Ziele gesetzt. »Erstens möchte ich natürlich eine sichere Veranstaltung auf die Beine stellen und zweitens sollen vor allem die Zuschauer eine schöne Veranstaltung erleben.« Und, dann bricht auch noch kurz der Biathlon-Fan aus ihm heraus: »Und natürlich sollen die deutschen Sportler den bestmöglichen Erfolg einfahren.« Ach ja, das Ergebnis wird Markus Wild dann allerdings eher nur am Rande mitbekommen. »Da muss ich dann am Ende meist wirklich die Zuschauer fragen.« SB