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Wieder einmal auf Eigenverantwortung setzen die meisten Händler beim 2 G-Nachweis, Kunden sollen sich also selbst kontrollieren. (Foto: Michael Hudelist)

Offene Geschäfte am Sonntag in Salzburg

Salzburg – Wirtschaftskammer und Gewerkschaft haben sich darauf geeinigt, dass der Handel am kommenden Sonntag ausnahmsweise von 10 bis 18 Uhr öffnen darf, allerdings nur Geschäfte die vom dreiwöchigen Lockdown betroffen waren, Supermärkte, Drogeriemärkte und Discounter sind also geschlossen. »Der zusätzliche Einkaufstag soll die Kundenströme in der Vorweihnachtszeit entzerren«, hofft Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Da in Österreich nach wie vor ein Lockdown für Nicht-Geimpfte gilt, müssten alle Geschäfte von Kunden einen 2 G-Nachweis verlangen, im Gegensatz zu Bayern halten sich in Salzburg allerdings die wenigsten Händler an diese Verordnung. 


Sowohl im Berchtesgadener Land, als auch in Salzburg gilt beim Shopping derzeit die 2 G-Regel, also Kunden müssen einen Geimpft- oder Genesen-Nachweis vorweisen. Was im Berchtesgadener Land in der Regel sehr gut funktioniert, klappt in Salzburg in der Regel nicht, in den meisten Shops zum Beispiel im Europark gibt es keine Kontrollen, weder beim Zutritt noch beim Bezahlen an der Kasse.

Europark-Manager Manuel Mayer sagt, das Personal sei nicht verpflichtet zu kontrollieren, die Personalsituation sei ohnehin angespannt. Das Gesundheitsministerium sieht das freilich anders, der Handel sei laut Verordnung sehr wohl zur Kontrolle der 2 G-Nachweise verpflichtet.

Polizeisprecher Hans Wolfgruber sagt auf Nachfrage, dass die Polizei im gesamten Bundesland pro Tag bis zu 5 000 Corona-Kontrollen durchführen würde, »bei jeder Amtshandlung, also zum Beispiel bei einer Verkehrskontrolle wird die 2 G-Regel kontrolliert weil es ja nach wie vor Ausgangsbeschränkungen für Nicht-Geimpfte gibt«. Pro Woche würde es am Ende 50 bis 100 Beanstandungen geben, davon würden rund 80 Prozent zur Anzeige bei der Gesundheitsbehörde gebracht. Wolfgruber erinnert einmal mehr daran, dass die Polizei den Gesundheitsbehörden nur assistiert, das heißt immer Beamte der Gesundheitsbehörde am Ende entscheiden, ob und wie bestraft wird. Auch bei Schwerpunktkontrollen oder bei Demonstrationen würden am Ende Beamte der Gesundheitsbehörde, also in der Stadt zum Beispiel das Gesundheitsamt, Anzeigen abarbeiten oder wegen »Unverhältnismäßigkeit« liegen lassen.

Der ÖAMTC rechnet bereits mit einem starken Einkaufsverkehr aus Bayern, »denn vor Weihnachten kommen traditionell viele Besucher zum Einkaufen über die Grenze«, so Aloisia Gurtner vom ÖAMTC-Salzburg.

Ausgebremst würden die Einkaufstouristen zum einen von stichprobenartigen Grenzkontrollen von Freilassing kommend vor allem beim Kontroll-Container nach der Saalbrücke. Zum anderen gibt es seit dieser Woche ein neues Problem: da der Ausbau der Münchner Bundesstraße nun richtig begonnen hat und sowohl in Richtung Salzburg, als auch in Richtung Freilassing nur eine Fahrspur zur Verfügung steht, kommt es zu umfangreichen Staus und einem Zeitverlust von teilweise bis zu einer Stunde. In der Altstadt könnten zudem die Parkplätze knapp werden.

Auch die beiden offenen Christkindlmärkte in der Altstadt und in Hellbrunn werden vermutlich viele Bayern anlocken, »schon am letzten Wochenende kam es zu stockendem Verkehr auf der Zufahrt zum Adventszauber beim Schloss Hellbrunn, auch die Parkflächen stießen an die Auslastungsgrenze«, so Gurtner. Sie empfiehlt auf Busse und Bahnen umzusteigen, für den Hellbrunner Advent gibt es zwei Großparkplätze beim Tiergarten und am P+R-Platz Salzburg-Süd, von Berchtesgaden kommend vor der Hellbrunner Brücke.

Michael Hudelist