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Margret Richter (Mitte) mit ihrer »neuen Familie«. (Foto: Michael Hudelist)

Flüchtlinge aus der Ukraine: Sohn holt Familie »aus der Hölle«, Mutter nimmt sie auf

Saaldorf-Surheim – Seit Montagmittag sind Nataliia und ihre Söhne Misha (16) und Lukian (12) bei Margret Richter, der Mutter von Thomas Richter, der am Wochenende rund 40 Mütter und ihre Kinder aus der Ukraine geholt hat. »Sie haben bei mir eine Einliegerwohnung, also zwei eigene Zimmer und ein eigenes Bad«, sagt Margret Richter. 


Schon während der Fahrt ihres Sohnes war sie mit ihm in Verbindung. »Ich habe ihm gleich gesagt, wenn du Flüchtlinge hast, die Deutsch oder Englisch können, kannst du sie mir gerne bringen«, berichtet Margret Richter.

Gesagt, getan. Am Montag stand Thomas Richter mit einer geflüchteten Familie vor der Türe. Sie kommt aus Lemberg, der Vater hat eine Spedition, ist aber derzeit zu einer regionalen Militäreinheit eingezogen worden, die Mutter ist Anwältin, die beiden Söhne gehen zur Schule.

Margret Richter hat schon am Sonntag ein freies Apartement in ihrem Haus in Surheim vorbereitet, 70 Quadratmeter stehen der kleinen Familie zur Verfügung. »Als sie am Montag gekommen sind, sind wir uns alle um den Hals gefallen«, erzählt die Surheimerin. Sie seien erleichtert und zugleich erschöpft von der langen Fahrt gewesen.

Am Abend, nach der ersten Ruhe, hätten sie sich ein wenig kennengelernt. »Die Buben sind ja goldig und wollen immer helfen, die Mutter hat sich fünfmal am Tag bedankt bis ich gesagt habe‚ es reicht, es ist eine Bereicherung für mich und ich mache es gerne«, berichtet Margret Richter. Von der Bundespolizei wurde die Familie noch am Montagnachmittag registriert, auch bei der Regierung von Oberbayern ist sie gemeldet. »Aber sie brauchen ja kein staatliches Quartier, sie können hier bleiben, solange der Krieg eben dauert«, erklärt Margret Richter.

In der Max-Aicher-Akademie wollte sie die Drei schon zum Deutsch-Kurs anmelden. »Aber die beiden Buben sind noch nicht geimpft«, sagt sie. »Das machen wir dann gleich morgen.« Solange das Internet in Lemberg noch funktioniert, will die Lehrerin von Misha sogar eine Art Homeschooling anbieten. Ob die Buben dann in eine Freilassinger Schule gehen werden, ist noch unklar. Es gibt ja keine internationale Schule, in der auf Englisch unterrichtet wird. Die Mutter erzählt auf Englisch, dass sie so dankbar sei, auch allen Deutschen, die sich so hilfsbereit zeigten. Thomas Richter ist für sie ohnehin ein Held. Er hat ihre Kinder und sie aus der Ukraine geholt.

Für ein längeres Gespräch haben die drei nicht wirklich Zeit, sie wollen Thomas Richter beim »Packeln« helfen, also beim Zusammenstellen von Hilfspaketen für seine nächste Tour.

Michael Hudelist