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Fabio Trkulja: In der Red-Bull-Talentschmiede will er zum Profi reifen

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Fabio Trkulja (links) und Nico Gorzel (rechts) haben einen großen Traum: Sie wollen einmal Profi-Fußballer werden. Ernst Tanner, der Leiter der Red-Bull-Nachwuchsakademie und Nachwuchsleiter Fußball, unterstützt sie mit seinem Team bei ihrem Vorhaben. (Foto: Brenninger)

Die UEFA Youth League geht in ihre dritte Saison und erstmals nimmt auch Red Bull Salzburg an diesem Fußball-Wettbewerb teil. Das Abenteuer beginnt am heutigen Mittwoch um 18 Uhr in der Untersberg-Arena in Grödig gegen den Meister aus Bosnien-Herzegowina, dem FK Zeljeznicar. Das Rückspiel ist dann am 14. Oktober in Sarajevo.


»Die Teilnahme an der UEFA Youth League hat für unseren Verein, im Speziellen aber auch für unsere Nachwuchsabteilung, einen sehr hohen Stellenwert, zumal sie auch ein großer Imagefaktor darstellt«, sagt Ernst Tanner, Leiter der Red-Bull-Akademie und Nachwuchsleiter Fußball. Trainer Thomas Letsch ergänzt: »Es war unser großes Ziel, uns in dieser Youth-League-Saison mit den besten U-19-Teams Europas zu messen, und wir haben uns diese Möglichkeit durch eine starke Saison und den souveränen Meistertitel in der letztjährigen ÖFB-Jugendliga verdient.«

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Videosystem liefert wichtige Daten

Auch der Freilassinger Nachwuchsspieler Nico Gorzel freut sich auf die Aufgabe und hofft auf eine Nominierung. »Ich wäre sehr froh, wenn ich dran kommen würde«, sagt der 17-Jährige. »Das wäre schon eine tolle Erfahrung.« Gorzel, der seit 2002 das Salzburger Trikot trägt und damit der dienstälteste Spieler an der Akademie ist, weiß aber auch, dass hauptsächlich die Spieler aus dem Jahrgang 1997 zum Zug kommen werden. »Ich bin ja Jahrgang 1998, das macht die Sache nicht leichter.«

Keine leichte Zeit macht derzeit Fabio Trkulja durch. Der 14-jährige Defensivspezialist hat sich nämlich vor acht Wochen das Kreuzband gerissen. Dennoch blickt der Traunreuter, dessen Vater Nino Trkulja einst beim 1. FC Traunstein und beim TuS Traunreut gespielt hat, zuversichtlich in die Zukunft. »Ich will nach meiner Verletzung stärker auf den Platz zurückkehren«, betont er und fügt hinzu: »Dann zur U 16 aufrücken und irgendwann dann natürlich einen Vertrag beim FC Liefering bekommen.«

An der Red-Bull-Akademie in Liefering, die im vergangenen Jahr für den Fußball- und den Eishockeynachwuchs eröffnet wurde, findet er jedenfalls beste Voraussetzungen, schnell wieder fit zu werden. Denn die Talentschmiede bietet alles, was ein Spieler braucht – etwa modernste Behandlungsräume, mehrere Fitnessräume, eine Turnhalle, ein Motorikpark und sieben Fußballfelder. Eines davon ist in einer Halle. »Es ist das Herzstück der Anlage«, betont Tanner, »denn hier können die Spieler Sommer wie Winter gut trainieren.«

Zudem ist in der Halle – wie auch auf den Fußballfeldern im Freien – ein ausgeklügeltes Videosystem angebracht (das System kommt übrigens auch bei den Eishockeyspielern zum Einsatz). Die Leistungsdaten der Fußballer werden damit mittels Transponder, den die Spieler an einem speziellen Hemd tragen, genau erfasst und ausgewertet. »Wir können damit etwa dem Trainer jede Szene in drei Perspektiven liefern«, sagt Video-Analytiker Michael Obermair. »Es ist eine Hilfestellung für die Trainer, die damit etwa das Training optimieren können.«

»Damit können wir das Spiel in Zukunft auch objektiv bewertbar machen«, ergänzt Ernst Tanner. Man könne dann einfach genauer schauen, wie ein Spielergebnis zustande gekommen sei. »Es ist eine Art Grundlagenforschung, die wir da betreiben«, betont er.

Die Spieler ziehen jedenfalls alle gut mit. Die ersten Erfolge sind bereits da. Dafür investiert der Nachwuchs aber auch einiges. »Es geht hier schon strenger zu wie zuhause«, sagt Trkulja. Um 21.30 Uhr etwa sei Bettruhe. »Aber das ist schon okay so«, betont er. Und Ausnahmen gebe es ja durchaus auch, fügt Tanner hinzu. »Etwa wenn Champions League ist.«

Eine wesentliche Voraussetzung, um in die Akademie aufgenommen zu werden, ist übrigens, wie schnell ein Spieler gewisse Situationen erfassen kann. »Wir setzen sehr stark auf die Koordination und die Motorik«, sagt Tanner. »Ist ein Spieler koordinativ stark, dann lernt er schneller und leichter und verletzt sich damit auch weniger.« Der gebürtige Traunsteiner Tanner, der in Teisendorf aufgewachsen ist und mittlerweile in Bad Reichenhall lebt, verweist auch darauf, dass Red Bull sehr viel wert, auf die schulische Ausbildung legt. Mit dem Christian-Doppler-Gymnasium in Salzburg gibt es auch eine Kooperationsschule. »Die Spieler sollen sich nicht nur ausschließlich auf den Fußball konzentrieren«, so Tanner.

Fabio Trkulja weiß das. Dennoch dreht sich im Leben des jungen Mannes alles um den Fußball. Vor seiner Verletzung wurde er erstmals für die U-15- Nationalmannschaft Kroatiens nominiert. Zwei Spiele gegen Serbien und den USA standen bei einem Sichtungsturnier an. »Mich hat die Nominierung sehr gefreut und es hat viel Spaß gemacht«, sagt Trkulja, auch wenn beide Partien mit 1:2 und 2:3 verloren gingen.

Wertvolle Tipps von einem Ex-Profi

Der Traunreuter, der auch schon in der bayerischen Auswahl gespielt hat, hat einen großen Traum. Er will einmal so gut sein wie sein Vorbild Bastian Schweinsteiger. »Er hat ein großes Kämpferherz, das gefällt mir.« Damit das klappt, holt sich Trkulja ab und an natürlich auch Tipps von seinem Trainer Alexander Zickler. »Er kann uns viel mitgeben. Es ist eine Ehre für uns Spieler, einen Ex-Profi als Trainer zu haben.« Und wer weiß, vielleicht schlagen Fabio Trkulja und Nico Gorzel nach einer erfolgreichen Profikarriere ja auch einmal die Trainerlaufbahn ein. Dann hätte sich ihre jahrelange Schinderei in der Red-Bull-Akademie vollauf gelohnt. SB

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