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Einreiseverbot für Grünen-Chef Robert Habeck in Weilheim-Schongau? Bayernpartei stellt kuriosen Antrag

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Einreiseverbot für Grünen-Chef Robert Habeck in Weilheim-Schongau?
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Der Grünen-Chef Robert Habeck soll nicht in den Landkreis Weilheim-Schongau einreisen dürfen – zumindest wenn es nach dem Willen einer Bayernpartei-Politikerin aus Peißenberg geht. (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

In nur wenigen Stunden verbreitet sich diese kuriose Geschichte durchs Internet: Die stellvertretende Generalsekretärin der Bayernpartei, Regina Schropp, bittet den Landkreis Weilheim-Schongau darum, dem Grünen-Chef Robert Habeck die Einreise zu verbieten. Ein entsprechender Antrag wurde bereits gestellt. Ein PR-Gag, ein schlechter Scherz oder etwa doch ernst gemeint?


Am Sonntag wurde das kuriose Schreiben verfasst. Die Politikerin aus der Gemeinde Peißenberg will dem Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, die Einreise in den Landkreis Weilheim-Schongau verbieten. Oder besser: verbieten lassen. Denn mit dieser Entscheidung beauftragte sie in einem offiziellen Schriftstück das zuständige Landratsamt.

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Der Kreisausschuss solle doch darüber beraten, dem Grünen-Chef die Einreise in die Region zu verbieten. Doch wie kommt die Antragstellerin zu diesem Entschluss? Auch hier spielt die Bayernpartei-Politikerin mit offenen Karten: Der Grünen-Vorsitzende habe sich wiederholt bayernfeindlich geäußert. Dazu führt sie folgendes Zitat an: "Ihm ist ein Ägypter aus Kairo lieber als ein Bayer von der Alm".

Habeck soll am 24. Juni während einer 100-Jahr-Feier als Redner in der Gemeinde Peißenberg auftreten. Das möchte die stellvertretende Generalsekretärin mit ihrem Antrag verhindern. Der Bundesvorsitzende der Grünen habe sich "öffentlich wiederholt bayernfeindlich geäußert".

Wie inzwischen bekannt wurde, hat dieser jedoch keines der erwähnten Zitate je geäußert. Allerdings wurde der Satz – wenn auch aus dem Zusammenhang gerissen – auf einem Grünen-Treffen im März in Berlin geäußert. "Er definiere sich nicht als Deutscher, sondern als Weltbürger, sagt einer, und als norddeutscher Großstädter habe er mehr gemein mit einem Ägypter aus Kairo als einem Bayern von der Alm." Von wem die Aussage stammt, ist jedoch nicht bekannt. Sicher ist aber: Sie kommt nicht von Habeck. Darüber berichtete die WELT.

Ob diese Begründung ausreicht, einem Kollegen gleich die Einreise in den heimischen Landkreis zu verbieten? Wir bleiben gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt. Ein Einreiseverbot halten die zahlreichen Leser der Facebook-Beiträge, die aktuell durch die soziale Plattform kursieren, jedenfalls für sehr unwahrscheinlich und bringen dies in ihren Kommentaren deutlich zu Wort – die Redaktion schließt sich dieser Meinung übrigens an.

Der Brief an das Landratsamt im offiziellen Wortlaut:

Sehr geehrte Landrätin,
liebe Andrea,

hiermit stelle ich folgenden Antrag:
Der Kreisausschuss möge beschließen:
Die Einreise des Grünenpolitikers Robert Habeck am 24.06.19 in den Landkreis Weilheim-Schongau wird untersagt.

Begründung:
Herr Habeck hat sich öffentlich wiederholt bayernfeindlich geäußert, wie beispielsweise "Ihm ist ein Ägypter aus Kairo lieber als ein Bayer von der Alm". Des weiteren bezeichnete der die Bayern als Undemokraten im Landtagswahlkampf 2018. Dies rechtfertigt das beantragte Einreiseverbot.

Mit freundlichen Grüßen
Regina Schropp
Bayernpartei

Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Andreas Krahl, hat auf seiner Facebook-Seite auf den Antrag aufmerksam gemacht:

 

Foto des offiziellen Schreibens:

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Foto: Facebook-Beitrag von Regina Schropp (Bayernpartei)