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Eine musikalische Zeitreise

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Die Band »LifveChords« um Frontfrau und Sängerin Rayka Emmé gab einen umjubelten »Sentimental Journey«-Auftritt in der Theater-Strickerei. (Foto: Müller)

Mit einer alten Dampflokomotive haben die Ausnahmemusiker der Band »LifveChords« aus Tuntenhausen und Umgebung um ihre Frontfrau und Sängerin Rayka Emmé ihre Gäste in der Theater-Strickerei Grabenstätt mitgenommen auf eine spannende musikalische Zeitreise in die amerikanischen Südstaaten zu den Wurzeln des Blues, Jazz und Swing.


Neben Klassikern und Standards wie »Sentimental Journey« (Les Brown), »Basin Street Blues« (Spencer Williams), »St. Louis Blues« (W. C. Handy), »Sweet Georgia Brown« (Ben Bernie), »Doctor Jazz« (Joe »King« Oliver), »As time goes bye« (Herman Hupfeld) und »Sunny side of the street« (Jimmy McHugh) begeisterten sie das Publikum mit diversen Jazz-, Blues- und Folk-Eigenkompositionen, die sich größtenteils auch auf der neuen »Sentimental Journey«-CD befinden.

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Bereichert wurde das Konzert der »Sentimental Journey«-Tour von einer medialen Bildershow, einem kurzen Zeichentrickfilm und Rayka Emmés amüsanten historischen Hintergrundgeschichten zu den Liedern sowie deren Schöpfern und Interpreten.

Die facettenreiche Künstlerin Rayka Emmé, die schon immer eine Vorliebe für die »unsterblichen Musikrichtungen« Blues, Jazz und Swing gehabt habe, singt nicht nur – vorwiegend auf Englisch, aber auch auf Deutsch und Französisch –, sondern ist auch eine begeisterte Zeichnerin. Neben ihren sehenswerten Porträtbildern von berühmten, teilweise aber auch in Vergessenheit geratenen, Blues-, Jazz- und Swing-Größen sahen die Besucher zu und zwischen den musikalischen Darbietungen auch immer wieder feine Aquarelle ihres Kollegen, des Bandbegründers, Kontrabassisten und Kunstmalers Nikolaus Stig-loher, dessen musikalische Wurzeln eigentlich beim Rock liegen.

Sänger und Ex-Hardrocker Sebastian »Sebi« Ludwig ist nicht nur der Vater vieler »LifveChords«-Lieder, sondern auch ein grandioser Gitarrist. Vervollständigt wird die Band von Sepp »Giuseppe« Watzlawick, der mit Cajon/Percussions den Rhythmus angab und auch sang sowie dem Multiinstrumentalisten Raphael Lichius, der nicht nur das Piano in Perfektion beherrscht. Ihr musikalischer Fundus ist riesig und die Klangerlebnisse waren entsprechend vielseitig. Das Programm bot auch genügend Spielraum für die Ausnahmekünstler als Solisten.

»Ohne die Schwarzen hätte es den Blues und den Jazz nicht gegeben«, erinnerte Rayka Emmé an die Ankunft des ersten Sklavenschiffes 1619 in Amerika und an rund 300 Jahre Ausbeutung. Die Wurzeln des Blues lägen im tiefen Süden der USA in Louisiana, im Mississippi-Delta rund um New Orleans. Auch der Jazz habe sich um 1900 in den Südstaaten als Musik der schwarzen Bevölkerung gefestigt, so Rayka Emmé. Mitte der 20er Jahre hätten dann weiße Musiker den Jazz für sich entdeckt. Im Zuge der aufstrebenden Filmindustrie habe der Swing als Stilrichtung des Jazz die 30er/40er Jahre erobert, bevor in den 50er Jahren der Rock 'n' Roll seinen Siegeszug angetreten habe.

Vor den Zugaben ging es mit »Bavaria« zurück in heimische Gefilde. Die Band sei sich lange nicht sicher gewesen, ob das Lied ins Repertoire passe, so Rayka Emmé. Doch Sebastian Ludwig habe nie locker gelassen und vor Kreativität und Ideen gesprüht. Herausgekommen sei eine Bayern-Hymne, die niemand mehr missen wolle. Markus Müller