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Ein Weltstar kehrt heim an den Königssee

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Martina Klegraefe und Bürgermeister Hannes Rasp eröffnen die neue Romy-Schneider-Ausstellung. (Fotos: Tessnow)
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Die Organisatoren mit ihren Gästen (v.l.): Bürgermeister Hannes Rasp, Martina Klegraefe, Schwester Bernadette, Hans Klegraefe und Angerer der Jüngere.

Schönau am Königssee – Im Oktober 2014 war in Berchtesgaden der letzte Vorhang für die Sonderausstellung »Romy Schneider – Ein Weltstar kehrt heim« gefallen. Nach erfolgreichen drei Jahren und rund 20 000 Besuchern präsentierten Hans und Martina Klegraefe am Donnerstag ihre neu gestalteten Räumlichkeiten im »Alten Bahnhof« in Schönau am Königssee. Ein feierlich-informativer Eröffnungsauftakt bot den geladenen Gästen einen Premieren-Blick hinter die Kulissen.


Die Liebe zum Detail und eine professionelle Umsetzung zeichnete das Initiatorenehepaar Klegraefe schon bei der Ausstellung in Berchtesgaden aus. So ist es auch bei der Neukonzeption der Romy-Schneider-Ausstellung an der Seestraße. Nach halbjähriger Planungs- und Sanierungsphase im historischen »Alten Bahnhof« konnten die Klegraefes ihr Resultat bei der Eröffnungszeremonie eindrucksvoll präsentieren.

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Es ist ein kleines Schmuckkästchen geworden. Die Exhibition vermittelt einen elitären Eindruck. Viele glänzende Vitrinen bieten alles, was die Begeisterung über Romy Schneider samt aufregendem Leben hinterlassen hat. Große Unterstützung erhielt das Ehepaar daher auch im Vorfeld von der Gemeinde, dem Bürgermeister und Schirmherrn Hannes Rasp sowie von einer Vielzahl von Privatsammlern und Leihgebern.

So wirkt auch der Slogan »Romy Schneider – Ein Weltstar kehrt heim« gerade in Schönau am Königssee noch authentischer. Schließlich war Schönau die Heimatgemeinde, wo der Filmstar seine Kindheit verbrachte. Einen exponierteren Standort hätten die Klegraefes kaum finden können. Nachdem 2008 vom Künstler Angerer dem Jüngeren bereits ein Denkmal in Gestalt eines Negativ-Scherenschnitts aus Stahl auf einer Marmorsäule vor dem alten Untersteiner Schulhaus errichtet worden war, fand die Ausstellung nun ihren geografisch abgerundeten Bezug.

Bürgermeister Hannes Rasp dankte in seiner Begrüßungsrede dem Initiatorenehepaar für sein außerordentliches Engagement und überreichte den beiden das Wappen der Gemeinde Schönau am Königssee. Hans Klegraefe überzeugte die Gäste in seiner Ansprache mit gewohntem Herzblut und Informationsfreudigkeit. Große Wertschätzung richtete er an die Privatsammler und Leihgeber, ohne die eine Realisierung der Vision nicht hätte umgesetzt werden können. Besonders Gisela Schubert erwähnte er, die einen Teil ihrer Sammlung zur Verfügung gestellt hatte. Ein besonderes Anerkenntnis sprach der Initiator ebenso Schwester Bernadette, der ehemaligen Schulfreundin Romy Schneiders vom Internat Goldenstein, aus. Sie ist noch heute dort als Ordensschwester tätig. Sie bereicherte den Ausstellungsfundus mit Originalkostümen, die Romy Schneider in Theateraufführungen während ihrer Schulzeit getragen hatte. Überwältigt zeigte sich der Romy-Schneider-Experte auch von der Facebook-Resonanz. 25 000 Likes konnte man bisher verbuchen. So wurde der Fanshop erweitert und eine Gedenkmünze geprägt.

Nachdem Hannes Rasp und Martina Klegraefe feierlich das rote Eingangsband durchschnitten hatten, eröffnete sich den Gästen eine dreiräumige Ausstellungsaufteilung mit Unikat-Exponaten. Wer einen Rundgangblick auf die neu gestaltete Ausstellung warf, war beeindruckt von der eleganten Gestaltung. Neben Fotos, Schriftstücken, unzähligen Titelblättern sowie Plakaten und Filmpreisauszeichnungen stachen besonders die originalen Theaterkostüme sowie Möbelstücke aus der Kindheit Romy Schneiders in der Ausstellung heraus. Stolz verwies Klegraefe auf den Laufstall und den Stubenwagen Romy Schneiders. Als weiterer neuer Höhepunkt konnte das Originalkostüm aus dem Film »Mädchen in Uniform« aus dem Jahr 1958 präsentiert werden.

Auch das kleine, urige Kino mit 13 Sitzplätzen wurde wieder eingerichtet. Dort kann der Besucher bei Originalfilmen in Nostalgie schwelgen. Das elegante Flair der schmucken Ausstellung unterstreicht das Liebenswürdige der Schauspielerin. Ein besonderer Dokumentationsfokus wurde auf Romy Schneiders Kindheit auf dem mütterlichen Anwesen »Mariengrund«, Magda Schneider und auf ihre Schulzeit im Mädcheninternat Goldenstein in Elsbethen gerichtet. Daher vermittelt die Vielzahl der Exponate nicht nur die unzählbaren Erfolge des Weltstars, sondern auch intensiv und umfangreich das bewegte Leben und die Leidenschaften der Filmdiva. Der regionale Bezug wurde von Martina und Hans Klegraefe bewusst gewählt.

Immer wieder werden unveröffentlichte Relikte integriert, die sich lohnen zu begutachten. Für Martina und Hans Klegraefe ging mit der Ausstellung ein Traum in Erfüllung.

Die Ausstellung ist ab sofort täglich von 10.30 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet. Jörg Tessnow